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IG Metall schaltet bei Heidelberger auf Arbeitskampf gegen Werkschließung in Leipzig

IG Metall schaltet bei Heidelberger auf Arbeitskampf gegen Werkschließung in Leipzig

Im Leipziger Werk von Heidelberger Druckmaschinen nimmt der Widerstand gegen die Schließung Fahrt auf. Seit zwei Wochen protestieren die 240 Mitarbeiter bereits mit Transparenten am Werk gegen die Pläne, den Standort zu schließen.

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Protest der Mitarbeiter von Heidelberg Postpress gegen die Schließung des Leipziger Werks.

Quelle: Wolfgang Zeyen

Leipzig. Am Dienstag legte der Betriebsrat mit einem offenen Brief an Konzernchef Gerold Linzbach nach – und wirft ihm schwere Versäumnisse vor.

Die IG Metall will den Konzern nun mit einem harten Arbeitskampf umstimmen. Die formalen Voraussetzungen dafür wurden jetzt geschaffen: Mehr als 100 Mitarbeiter wählten eine Tarifkommission. Damit kann die Gewerkschaft jetzt jederzeit zum Ausstand aufrufen – bis hin zum Streik.

Der offene Brief des Betriebsrats an Konzernchef Linzbach im Wortlaut

„Das wird aber kein normaler Arbeitskampf“, sagte  Leipzigs IG-Metall-Chef Bernd Kruppa. „Das wird ein atypischer Arbeitskampf, wie ihn Deutschland noch nicht gesehen hat.“ Das heißt konkret: „Kundenpflege, Investorensuche, ziviler Ungehorsam.“ Vorbild ist der erfolgreiche Kampf um das Leipziger Siemens-Werk in Böhlitz-Ehrenberg 2013.

Heideldruck-Chef Gerold Linzbach will dagegen nur noch über einen Sozialplan und Interessenausgleich für die 240 vor der Kündigung stehenden Mitarbeiter in Leipzig reden. „Und zwar so schnell wie möglich“, so Linzbach. „Das schlimmste, was man den Mitarbeitern antun kann, ist eine lange Zeit der Unklarheit.“ Bisher gebe es aber keinerlei Gespräche, sagte Betriebsratschef Marco Kranz. „Und wir wollen auch erst dann verhandeln, wenn unser Konzept geprüft wurde.“ Von einer Unternehmensberatung hat er  bereits durchrechnen lassen, dass sich die Produktion in Leipzig mit veränderten Konzept durchaus rechnen würde. 150 der noch 240 Jobs könnten so gerettet werden.

Schon unmittelbar nach Bekanntwerden der Schließungspläne vor zwei Wochen hatten die Mitarbeiter begonnen, die Kunden anzuschreiben. Mehr als 100 Abnehmer, die die Klebebinder und Sammelhefter aus Leipzig benutzen, bekamen Post. Gerne wolle man sie weiter in gewohnter Qualität beliefern, hieß es in dem Brief, der der LVZ vorliegt. Verbunden mit der Bitte, sich beim Vorstand in Heidelberg für das Werk einzusetzen.

„Wir haben darauf schon einige Rückmeldungen bekommen“, berichtete am Dienstag eine mit der Sache vertraute Person. „Viele sind entrüstet. Einer schrieb, er fühle sich verraten – weil durch die Einstellung der Produktion der Wiederverkaufswert seiner noch fast neuen Maschinen sinkt.“ Was praktische Folgen hat: Druckereien müssen den Wertverlust in ihrer Bilanz verbuchen – und könnten so in die roten Zahlen rutschen.

In dem offenen Brief wirft der Betriebsrat der Konzernspitze jetzt vor, den Standort jahrelang vernachlässigt zu haben. „Allein durch die Fehlentscheidungen des Managements in den letzten Jahren“ sei der Standort in Schieflage – und für den Konzern jetzt ein „Stein am Hals“, heißt es in dem Schreiben. Mit genau diesen – „Stein am Hals“ – hatte Linzbach vor einer Woche die Schließung verteidigt. „Ich fordere Sie als Unternehmer auf, hier nicht den einfachsten Weg zu gehen, sondern den Standort fit zu machen“, appelliert Betriebsratschef Kranz in dem Brief an seinen obersten Chef. „Wir als Mitarbeiter sind gerne bereit, Sie auf diesem Weg zu begleiten.“

Frank Johannsen

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