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Immer mehr Übernachtungen in Leipzig: Tourismus-Chef schaut nach neuen Hotels

Immer mehr Übernachtungen in Leipzig: Tourismus-Chef schaut nach neuen Hotels

Volker Bremer äußert sich im LVZ-Interview über das Stadtjubiläum, Zimmerpreise und Werbebudgets. 2015 werden drei Millionen Übernachtungen angepeilt: "Wir haben einen starken Wachstumstrend, der für uns spricht.

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Volker Bremer (52), Chef der Leipzig Tourismus und Marketing GmbH. (Archivfoto)

Quelle: André Kempner

Seit mehreren Jahren steigen die Übernachtungszahlen kontinuierlich." Auch 2014 war schon ein Rekordjahr mit mehr als 2,8 Millionen Übernachtungen.

Leipzig feiert nun 1000 Jahre seiner Ersterwähnung. Wie ist die Stadt aus touristischer Sicht aufgestellt?

 Es ist ein tolles Jubiläum, das viele potenzielle Besucher auf Leipzig neugierig macht. Deshalb haben wir auch schon frühzeitig auf der Internationalen Tourismusbörse in Berlin und bei vielen anderen Gelegenheiten dafür geworben. Es gibt zahlreiche Anfragen von bedeutenden Zeitungen und Magazinen, die Porträts über unsere Stadt planen. Dazu kommen viele Angebote, die auch gut zu vermarkten sind. Die Paul-Klee-Ausstellung im Museum der bildenden Künste, "Klassik airleben" im Rosental, die Festwoche vom 31. Mai bis 7. Juni mit dem Stadtspiel "Lipsias Löwen" oder die Konzerte mit den Toten Hosen und Herbert Grönemeyer sind da einige Beispiele.

 Sie wollen 2015 die berühmte Drei-Millionen-Marke an Übernachtungen knacken. Was macht Sie da so optimistisch?

 Es bleibt eine große Herausforderung, aber wir haben einen starken Wachstumstrend, der für uns spricht. Seit mehreren Jahren steigen die Übernachtungszahlen kontinuierlich. Seit 2006 konnten wir über ein Million Übernachtungen gewinnen. 2014 wird es erneut ein Rekordjahr mit mehr als 2,8 Millionen Übernachtungen geben. Das sind zirka fünf Prozent mehr als im Jahr zuvor. Es ist nicht erkennbar, dass das Interesse an Leipzig nachlässt. Sowohl bei Geschäftsreisenden als auch bei anderen Gästen.

 Im Mai 2015 meldet sich - voraussichtlich noch nicht mit allen Sälen - die Kongreßhalle als Veranstaltungsort zurück. Was bedeutet das für Ihr Geschäft?

 Sehr viel! Die gesamte Branche freut sich auf diesen Termin. Wir haben die Chance, zusätzliche Tagungen und Kongresse auszurichten. Bedauerlicherweise wird die Kongreßhalle aber erst ab Oktober für Wachstumsimpulse sorgen können. Der Auftakt erfolgt mit einer besonderen Tagung. Die Deutsche Zentrale für Tourismus richtet einen sogenannten Osteuropa-Workshop aus. Da sind neben Österreich viele osteuropäische Nachbarn wie Polen, Tschechien, Slowakei, Ungarn, Russland vertreten. Für uns sind diese Länder wichtige Zukunftsmärkte.

 Der Trend sagt: Mehr deutsche, weniger internationale Gäste. Wie attraktiv ist Leipzig eigentlich für das Ausland?

 Hoch attraktiv sogar. Es ist allerdings nicht so einfach, die ausländischen Gäste mit unseren finanziell limitierten Möglichkeiten überall dort zu erreichen, wo wir dies gern möchten. Um den Bekanntheitsgrad von Leipzig im Ausland zu steigern, setzen wir viel auf internationale Medienarbeit und Messebesuche. So haben wir beispielsweise viele Korrespondenten aus Frankreich, England und den USA in Leipzig zu Gast gehabt. Da erhoffe ich mir vor allem 2015 Zuwächse. Es muss weiter gelingen, große internationale Messen und Kongresse zu gewinnen und internationale Unternehmen in unserer Stadt anzusiedeln. Das bleibt die größte Herausforderung.

 In den letzten Jahren haben Leipziger Hoteliers regelmäßig über stagnierenden Umsatz und geringere Zimmerpreise als in vergleichbaren anderen Städten geklagt. Ist das derzeit noch ein großes Problem?

 Die Zimmerpreise liegen in Deutschland immer noch im unteren Drittel, kaum zu verstehen bei den attraktiven Hotels in der Stadt. Die Zimmerauslastung ist hervorragend. Sie liegt bei über 70 Prozent. Ein europäischer Spitzenwert. Wenn wir weiter so stark wachsen, brauchen wir zusätzliche Hotels und Pensionen. Es gab ja schon oft Situationen, in denen kaum mehr ein Bett zu bekommen war. Man sollte aber auch berücksichtigen, dass ein Luxus-Hotel zum Beispiel in München im Vergleich mit Leipzig viel höhere Investitions- und Personalkosten hat und dadurch zwangsläufig schon höhere Zimmerpreise aufrufen muss.

 Bislang erhält LTM eine jährliche Grundfinanzierung von zwei Millionen Euro von der Stadt. Der Stadtrat stimmte einer gestaffelten Erhöhung zu - aber nur auf 2,3 Millionen Euro ab 2016. Wie viel Geld steht Ihnen zur Verfügung?

 Unser Gesamtetat liegt bei rund 5,5 Millionen Euro. Ein großer Anteil kommt, wie bei anderen Städten auch, von der Kommune. Der Rest wird über eigene geschäftliche Aktivitäten sowie Beiträge der Branche an gemeinsamen Projekten finanziert.

 Stadträte haben unlängst kritisiert, dass von Hotels und Gaststätten zu wenig beigesteuert wird. Wie sehen Sie das?

 Die hiesigen Häuser der Hotelketten und Systemgastronomen haben oft gar kein eigenes Werbe-Budget mehr. Da wird es schwierig, Zuschüsse für Projekte zu bekommen. Marketing macht die jeweilige Zentrale. Die Branche engagiert sich in Leipzig aber gut. Über den Verein bekommen wir zirka 80 000 Euro, auch bei der Kongressinitiative do-it-at-leipzig sind die Hotels und viele Branchenpartner mit einem insgesamt sechsstelligen Betrag engagiert. Es kann natürlich immer mehr sein. Viele Städte wie Hamburg haben eine Bettensteuer. Die Hamburger Tourismusorganisation bekommt allein aus dieser Steuer 13 Million Euro pro Jahr und hat dadurch einen klaren Wettbewerbsvorteil.

 Dresden ist mit einer Kurtaxe gescheitert. Wäre eine Kurtaxe oder Bettensteuer überhaupt eine Option für Leipzig?

 Nach dem Scheitern hat die Dresdner Hotellerie angekündigt, über eine freiwillige Unterstützung nachzudenken. Hier dürfen wir nicht ins Hintertreffen geraten und möchten mit den Hoteliers über zukünftige Finanzierungsbeteiligungen reden. Beispielsweise über eine freiwillige Abgabe. Würden wir für jeden Übernachtungsgast einen Euro erhalten, könnten wir gemeinsam mit den Hoteliers unsere Marketingaktivitäten immens ausbauen.

 Interview: Mathias Orbeck

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 03.01.2015

Mathias Orbeck

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