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Infinus-Skandal: Kläger fordert vor dem Leipziger Landgericht Schadenersatz

Infinus-Skandal: Kläger fordert vor dem Leipziger Landgericht Schadenersatz

Gut ein Jahr nach der Festnahme mehrerer Manager des Dresdner Infinus-Finanzkonzerns beginnt kommenden Montag ein Zivilprozess am Landgericht Leipzig. Dabei geht es um die Schadenersatzklage eines geprellten Geldanlegers gegen fünf Verantwortliche der Infinus beziehungsweise der Konzernmutter Future Business KG aA.

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Briefkastenschild der Dresdner Finanzfirmengruppe Infinus. (Archivfoto)

Quelle: dpa

In einem Musterverfahren soll geklärt werden, inwieweit die Beklagten, die als Vorstand, Aktionär, Aufsichtsratsmitglied beziehungsweise Prokurist in dem Firmengeflecht tätig waren, haften müssen.

Wie berichtet, wurden im November 2013 sechs Geschäftsmänner wegen des Verdachts, nach einem Schneeballsystem Zehntausende Anleger um mehrere Hundert Millionen Euro betrogen zu haben, verhaftet. Die Ermittlungen der zuständigen Dresdner Staatsanwaltschaft wegen Anlagebetruges laufen noch, eine Anklageerhebung ist nicht in Sicht.

Parallel dazu fordern aber mittlerweile Hunderte Betroffene auf zivilrechtlichem Wege Ersatz für erlittene Verluste. Laut Kai Deusing, Vizepräsident und Sprecher des Landgerichts Leipzig, geht es am Montag um "Schadenersatz aus Prospekthaftung und zivilrechtlicher Deliktshaftung im Zusammenhang mit dem Erwerb von Orderschuldverschreibungen", die der Kläger aus Neustadt in Sachsen bei Future im Oktober 2012 in Höhe von 25 000 Euro und im Januar 2013 in Höhe von 50 000 Euro gezeichnet hatte. Der Betroffene werfe den Managern vor, im Prospekt unrichtige Angaben über das Vermögen der Gesellschaft gemacht und den Umfang der Geschäftsbereiche falsch dargelegt zu haben. Vor Gericht werde nun unter anderem sein Vorwurf zu prüfen sein, dass es sich bei dem Vertrieb der Wertpapiere um ein anlegerschädigendes, betrügerisches Schneeballsystem handele, das - zumindest ab einem bestimmten Zeitpunkt - nur durch Eigengeschäfte getragen worden sei.

Laut Deusing sind am Landgericht Leipzig derzeit 128 Hauptsacheverfahren anhängig und in gleicher Anzahl Arrestverfahren. Es habe aufgrund der Vorschriften der Zivilprozessordnung in Verbindung mit der Sächsischen Justizzuständigkeitsverordnung über die Fälle zu entscheiden. Ungeachtet dessen seien auch am Landgericht Dresden 246 Eingänge registriert worden. Deusing: "Über den Ausgang des Verfahrens und die voraussichtliche Dauer können derzeit keine Angaben gemacht werden."

Wegen Fluchtgefahr sitzen nach wie vor fünf der sechs Spitzen-Manager in Untersuchungshaft. Über die Haftfortdauer entscheidet ein Strafsenat des Oberlandesgerichtes Dresden noch in diesem Monat. Laut Sprecherin Gesine Tews wurde bis gestern keine Entscheidung getroffen. Der sechste Beschuldigte kam nach seinem Geständnis im Februar auf freien Fuß. Die Ermittlungen laufen gegen insgesamt zehn Infinus-Mitarbeiter.

Aktenzeichen des Musterverfahrens am Landgericht Leipzig: 9 O 1528/14

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 13.12.2014

Sabine Kreuz

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