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Jagd auf Leipziger Immobilien - "Ladenhüter gibt es nicht mehr"

Jagd auf Leipziger Immobilien - "Ladenhüter gibt es nicht mehr"

Immobilien gehen momentan weg wie warme Semmeln. Immer schneller werden auch bei Zwangsversteigerungen Objekte an den Mann gebracht. In 58 Prozent der Fälle fanden Grundstücke, die voriges Jahr auf Antrag von Gläubigern am Amtsgericht Leipzig zwangsversteigert wurden, schon beim ersten Bietertermin einen Käufer.

Das Leipziger Amtsgericht in der Bernhard-Goering-Straße.

Quelle: Andreas Döring

Leipzig. 2012 handelte es sich um 53 und 2003 gar nur um 33 Prozent der Immobilien.

"Das Vertrauen in den Euro ist noch nicht zurückgekehrt", nennt Rechtspfleger Ronald Naumann einen Grund für den Trend. "Die Leute legen ihr Geld lieber in Betongold an." Das ändere sich wohl erst wieder mit steigenden Zinsen.

"Manche Objekte werden uns regelrecht aus der Hand gerissen", weiß Naumann, der auch selbst Grundstücke nicht mehr zahlungsfähiger Besitzer unter den Hammer bringt. Eine Eigentumswohnung im Leipziger Musikviertel, deren Verkehrswert ein Gutachter mit 125 000 Euro beziffert hatte, sei für unglaubliche 275 000 Euro weggegangen.

Überhaupt sind wegen des größeren Interesses die Versteigerungserlöse am Amtsgericht Leipzig, das für Objekte aus dem gesamten Direktionsbezirk Leipzig zuständig ist, wiederum leicht gestiegen oder zumindest stabil geblieben.

Für Eigentumswohnungen wurden voriges Jahr 73 Prozent des Verkehrswertes erzielt (2012: 67 Prozent; 2003: 45 Prozent). Bei Mehrfamilienhäusern handelte es sich 2013 um 68 Prozent (2012: 73 Prozent; 2003: 45,5 Prozent). Und bei Einfamilienhäusern, die schon immer hoch in der Gunst standen, erreichte das Gericht voriges Jahr 70 Prozent des Verkehrswertes (2012: 69 Prozent; 2003: 60 Prozent). "Ladenhüter gibt es gar nicht mehr", so Naumann, Gruppenleiter in der Versteigerungsabteilung. Wenngleich eine Lagerhalle sicher nicht so schnell weggehe.

Der Boom hilft aber auch verschuldeten Eigentümern: Denn es landeten jüngst weniger Immobilien unter dem Hammer. Laut Amtsgericht wurden 2013 exakt 423 Grundstücke veräußert, 2012 handelte es sich um 703. Grund dafür ist, dass mehr Eigentümer durch einen freien Verkauf die Zwangsversteigerung abwenden und Interessenten finden konnten, die einen ansprechenden Preis zahlen.

Die Anträge auf einen zwangsweisen Verkauf von Immobilien sind jedoch wieder leicht gestiegen: von 1171 im Jahr 2012 auf 1419 (2013). Zum Vergleich: 2008 hatten Gläubiger allerdings noch 2423 Anträge gestellt.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 23.06.2014

Sabine Kreuz

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