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Jobschwemme in Sachsen - Arbeitsagentur setzt auf Rückkehrwillige

Pendler Jobschwemme in Sachsen - Arbeitsagentur setzt auf Rückkehrwillige

Jeder zwölfte Erwerbstätige in Sachsen geht in den nächsten Jahren in den Ruhestand. Unternehmen suchen bereits händeringend Mitarbeiter, die Zahl der freien Stellen steigt. Rückkehrer haben viele Chancen.

Mit diesem Schild sucht eine Baufirma in Aue nach Fachkräften. (Archivbild)

Quelle: dpa

Chemnitz. Werbung in eigener Sache: Angesichts von mehr als 33.500 freien Stellen in Sachsen setzt die Landesarbeitsagentur auch auf Einheimische, die einen Job außerhalb des Freistaates haben. „Wir bieten für Rückkehrwillige und Auspendler Extra-Beratungen an“, sagte der Sprecher der Behörde in Chemnitz, Frank Vollgold. Derzeit gingen dem sächsischen Arbeitsmarkt mehr als 33.000 Menschen durch Pendler verloren. Dabei suchten auch hierzulande Firmen schon „händeringend Mitarbeiter“. Nach Angaben der Landesarbeitsagentur meldeten Betriebe im März rund 10.000 neue Stellen, vor allem bei Zeitarbeitsfirmen, in Handel, Verarbeitendem und Baugewerbe, Gesundheits- und Sozialwesen oder Kfz-Werkstätten.

Der um fast 900 Euro höhere Verdienst im Westen sei nur eine Seite der Medaille, sagte Agenturchef Klaus-Peter Hansen. Auch die Kosten des Pendelns und der Verlust an Freizeit müssten beachtet werden. Trotzdem arbeiteten 2016 laut Statistik fast 136.700 Frauen und Männer und damit jeder elfte Arbeitnehmer in anderen Bundesländern - 2,2 Prozent mehr als 2015 und so viele wie noch nie seit Beginn der Erfassung 1999. Die möglichen Motive sind laut Vollgold ein höherer Verdienst, bessere Arbeitszeiten, Karrierechancen und Infrastruktur.

„Das können wir uns mit dem Blick auf die Demografie nicht länger leisten“, mahnte Regionalagentur-Chef Hansen. So geht in den kommenden Jahren jeder zwölfte Erwerbstätige in den Ruhestand, bis 2027 wird Sachsen über 200.000 Menschen im arbeitsfähigen Alter verlieren. Hansen hat zudem die Sorge, dass sich junge Menschen in anderen Regionen dauerhaft ansiedeln, wenn sie erst einmal wegen der Arbeit weggegangen sind.

Die Landesarbeitsagentur wirbt daher auch um Rückkehrwillige und Auspendler, künftig für den Job in der Heimat zu bleiben. Zusammen mit Partnern organisierte Rückkehrer-Börsen haben laut Hansen wachsenden Zuspruch. „Aktuell verzeichnet die Jobbörse mehr als 60.000 Stellenangebote für Sachsen“, sagte Vollgold. Es sind überwiegend Vollzeitstellen, sie seien auch über die Smartphone-App abrufbar. Die Lage auf dem sächsischen Arbeitsmarkt sei gut: hoher Fachkräftebedarf, sinkende Arbeitslosenquote - 7,3 Prozent im März - und sehr gute Beschäftigungschancen.

LVZ

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