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Jobvermittlung mit Extras - Arbeitsagentur startet Pilotprojekt in Leipzig

Jobvermittlung mit Extras - Arbeitsagentur startet Pilotprojekt in Leipzig

Nahezu jeder zweite Erwerbslose steht ein Jahr nach einer Stellenvermittlung wieder ohne Job da. Diesen Trend wollen Arbeitsagentur und Jobcenter durchbrechen und durch längere Betreuung stabilere Arbeitsverhältnisse erreichen.

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Die Bundesagentur für Arbeit hat das Hartz-IV-Antragsformular vereinfacht.

Quelle: Uwe Anspach

Leipzig. In Leipzig startete jetzt ein Pilotprojekt mit Extra-Services.

Jutta Müller* war überglücklich, als ihr die Arbeitsbehörde endlich einen Job als Verkäuferin anbieten konnte. Sie bekam die für ihren Ort ausgeschriebene Stelle. Zur Einarbeitung setzte der Arbeitgeber die Mutter von zwei kleinen Kindern zunächst einen Monat lang in einer Filiale 40 Kilometer entfernt ein. Und weil sie sich dort so gut machte, sollte sie auch gleich da bleiben. Jeder andere hätte sich vermutlich gefreut, nicht aber Jutta Müller. Denn sie wollte nicht gleich mit Problemen ins Haus ihres neuen Chefs fallen, wusste nicht, wie sie ihm beibringen sollte, dass sich ein Auswärtsjob dauerhaft nicht mit der Betreuung ihrer Kinder vereinbaren lässt. Sie war drauf und dran zu kündigen.

Es sind Fälle wie diese, die sich tausendfach in Deutschland zutragen, wenn die Kommunikation zwischen Arbeitnehmern und -gebern nicht klappt, wenn Vereinbarungen nicht eingehalten, Überstunden nicht bezahlt werden, wenn ein mobiler Job ein privates Auto erfordert, das Geld dafür aber nicht reicht, oder wenn es an Qualifikation mangelt. In solchen Fällen, so sieht es das neue Projekt "Integration nachhalten" vor, wollen Arbeitsagentur und Jobcenter nun als Vermittler eingreifen. Zwei Wochen nach der Jobaufnahme und dann noch einmal zwei und fünf Monate später bieten sie den Arbeitnehmern auf Wunsch Beratungsgespräche an, bei denen aufgetretene Schwierigkeiten erörtert werden können.

Jutta Cordt, Vorsitzende der Geschäftsführung der Regionaldirektion der Bundesarbeitsagentur in Schsen, beschreibt das Ziel dieser Nachbetreuung so: "Durch die zusätzliche Unterstützung während der ersten Monate einer Beschäftigung wollen wir Kündigungen vermeiden und den Menschen zu einer dauerhaften Beschäftigung verhelfen." Es gehe darum, Missverständisse aus dem Weg zu räumen, Unterstützung, auch finanzielle, und Weiterbildungen zu organisieren, Hilfen bei der Kinderbetreuung zu vermitteln oder notfalls den nahtlosen Wechsel in einen neuen Job vorzubereiten. Im Fall von Jutta Müller löste sich das Problem, nachdem ihr Vermittler ihre Lage mit der Firma erörtert hatte. Die Verkäuferin wurde wie anfangs vereinbart am Wohnort eingesetzt.

Das Pilotprojekt startete jetzt bundesweit in 19 Jobcentern und neun Arbeitsagenturen, darunter in Leipzig. Mitte nächsten Jahres soll es ausgewertet und danach bei Erfolg dauerhaft fortgeführt werden.

*Name geändert

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 08.10.2013

Klaus Staeubert

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