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Jubiläum für Familienbetrieb: Automobile Müller seit 50 Jahren in Leipzig-Reudnitz

Jubiläum für Familienbetrieb: Automobile Müller seit 50 Jahren in Leipzig-Reudnitz

Mit 500 DDR-Mark in der Tasche hat Rolf Müller sich vor fünfzig Jahren selbstständig gemacht: Er übernahm 1964 eine Karosseriewerkstatt in der Bernhardstraße/Ecke Grüne Gasse vom verstorbenen Vorgänger.

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Im Paunsdorfer Autohaus: Erika und Rolf Müller, Frank und Elke Müller (von links).

Quelle: Wolfgang Zeyen

Leipzig. Eine Werkstatt wie im Mittelalter: ohne Wasser, Strom, Heizung und ohne Toilette. Damals war Müller ein junger Mann von 25 Jahren und frisch verheiratet mit seiner Erika. Mit selbst geklopften Steinen aus den Trümmerhäusern des Krieges bauten sie die Werkstatt auf.

Heute, 50 Jahre später, gibt es Automobile Müller immer noch, sogar am alten Standort in Reudnitz - dort werden inzwischen Skoda verkauft und repariert. Das Unternehmen ist auf sieben Standorte mit 186 Mitarbeitern in Sachsen und Sachsen-Anhalt angewachsen, die Zentrale befindet sich im Gewerbegebiet am Paunsdorf-Center. Der Senior selbst sitzt jeden Tag noch sechs Stunden im Büro - obwohl er inzwischen 75 Jahre alt ist und die Geschäfte offiziell an seine Kinder Frank (46) und Elke (45) übergeben hat.

"Zu DDR-Zeiten konnten wir von zehn Kunden, die uns ihre Autos bringen wollten, nur einen annehmen. Für mehr haben Kapazität und Ersatzteile nicht gereicht", erinnert sich der Seniorchef. Seine Frau Erika (heute 73) fuhr damals mit einem W50 samt Hänger los, um Trabant- und Wartburg-Ersatzteile heranzuschaffen. Und ließ manche Portion Spargel über den Tisch des zuständigen Disponenten wandern, damit so viel wie möglich für die Kunden mitgenommen werden konnte ...

Jahre und Jahrzehnte hat Rolf Müller nebenbei ehrenamtlich gearbeitet: als Innungsobermeister, in Prüfungskommissionen, im Zentralverband der Karosserie- und Fahrzeugbauer. Der Verstaatlichung konnte der private Handwerksbetrieb entgehen, 1972 durch glückliche Umstände, Jahre später durch eine Teilung des Betriebes. Zwei Jahre vor der Wende durfte Müller in Reudnitz eine große Kfz-Lackiererei bauen und sich vorher im Westen sachkundig machen, wie so ein Betrieb aussehen muss. "Als die Mauer aufging, wusste ich daher schon, dass im Westen nicht alles golden ist", erinnert er sich. Nach dem Mauerfall rissen sich westliche Automarken um Partner im Osten. Müller hätte sich beinahe für Opel entschieden, in letzter Minute ließ er sich noch von BMW umstimmen, "und das war nicht verkehrt".

Das 50-jährige Bestehen wird im Januar in allen Filialen gefeiert, an diesem Sonnabend mit rund 1300 geladenen Gästen in Paunsdorf. Zehn Müllers in drei Generationen gehören mittlerweile zur Familie und damit auch zur Firma. Sie sind am Sonnabend alle im Einsatz für die Kunden.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 18.01.2014

Kerstin Decker

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