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Juwelier im Alten Rathaus besteht 125 Jahre - und ist kein bisschen angestaubt

Juwelier im Alten Rathaus besteht 125 Jahre - und ist kein bisschen angestaubt

125 Jahre - eine Marke, die nur wenige Familienbetriebe erreichen. Der Juwelier Heinrich Schneider, einst Hofjuwelier des Großherzogtums Hessen und Ordenshersteller im Königreich Sachsen, gehört dazu.

Am 28. April 1888 gründete Heinrich Schneider das Geschäft am Alten Rathaus, das heute in vierter Generation Cornelia Thoss-Dreyer führt.

Mit dem Eintritt durch die hölzerne Tür aus dem Jahr 1907 eröffnet sich eine Welt abseits des großstädtischen Trubels. Statt der sonst aus den Boxen flutenden, allgegenwärtigen Musik herrscht eine angenehme Stille. Schwere, aus dunklem Holz gefertigte Vitrinen im Jugendstil offenbaren auf den ersten Blick Traditionsbewusstsein. Unter Glasscheiben in der Ladentheke präsentieren sich Ketten, Besteck und Armreife aus Gold und Silber. Darüber hängen mit Lampen und einem Kronleuchter Erinnerungsstücke aus DDR-Zeiten. Außerdem fallen alte Kassenbücher, Waagen, eine extravagante Obstschale sowie eine Rechenmaschine aus dem 19. Jahrhundert auf. "Die habe ich erst kürzlich im Keller gefunden", erzählt Goldschmiedin Cornelia Thoss-Dreyer.

Dort, wo noch einige andere historische Stücke aufbewahrt werden, hält sich die 63-Jährige derzeit öfter auf, stöbert mit Blick auf das Jubiläum am Sonntag in der Geschichte ihres Betriebes und ihrer Familie. Zahlreiche Briefe und Telegramme, die ihr Großvater zum 40-jährigen Bestehen erhielt, hat die Goldschmiedin bereits entdeckt. "Das muss ein gutes Jahr gewesen sein."

1888 hatte es Heinrich Schneider aus dem hessischen Büdingen in die blühende Handelsstadt Leipzig gezogen, wo er ein schon bestehendes Juweliergeschäft übernahm. Der Großherzog Ernst Ludwig von Hessen und bei Rhein ernannte ihn 1912 sogar zu seinem Hofjuwelier. Für das Königreich Sachsen fertigte er verschiedene Kriegsorden an. 1919 übergab er den Betrieb an seinen gleichnamigen Sohn, der ihn bis 1955 führte und dann an seinen Schwiegersohn Walter Dreyer übergab.

Seit 1994 führt Dreyers Tochter Cornelia die Geschicke des Traditionsunternehmens. Und das mit vielHerzblut. "Das Geschäft ist mein Lebensinhalt", sagt die Leipzigerin. Ob das Ladenlokal am Markt auch einmal zur Berufung für ihre Tochter Franziska wird, ist ungewiss. Obwohl die 34-Jährige ebenfalls gelernte Goldschmiedin ist. "Danach frage ich jetzt nicht", sagt Cornelia Thoss-Dreyer. Denn noch denkt die 63-Jährige nicht an Ruhestand.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 25.04.2013

Liebling, Patricia

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