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KWL-Prozess wird zum Duell der Top-Anwälte: Verhandlung auf drei Monate veranschlagt

KWL-Prozess wird zum Duell der Top-Anwälte: Verhandlung auf drei Monate veranschlagt

Der Mega-Prozess zwischen den Kommunalen Wasserwerken Leipzig (KWL) und ihrem Hauptkontrahenten - der UBS-Bank - findet jetzt auch in Großbritannien Beachtung.Am High Court of Justice in London lasse sich UBS dabei besonders prominent vertreten, berichtete "The Lawyer" soeben.

Leipzig. hren deshalb zu den 20 wichtigsten Wirtschaftsprozessen in diesem Jahr.

Am High Court of Justice in London lasse sich UBS dabei besonders prominent vertreten, berichtete "The Lawyer" soeben. Ab 7. April werde für die internationale Großbank kein Geringerer als der frühere britische Justizminister und Lordkanzler Charles Falconer als Top-Anwalt auftreten.

Der aus Schottland stammende Falconer (62) gehörte von 1997 bis 2007 in verschiedenen Positionen zur Regierung von Tony Blair. Mit dem britischen Premierminister war er schon als junger Anwalt (Studium in Cambridge) befreundet. Blair berief ihn dann zunächst zum Generalstaatsanwalt. Als Justizminister und Lordkanzler leitete der Labour-Politiker Falconer tiefgreifende Reformen ein, er hatte aber auch das Desaster um den Londoner "Millennium Dome" zu vertreten. Nach Blairs Rücktritt ging das Mitglied des britischen Oberhauses wieder in seinen alten Job - als sogenannter Barrister.

Nach englischem Recht darf an den königlichen Gerichten für jede Prozesspartei nur ein Anwalt sprechen - der Barrister. Für die Wasserwerke ist das seit Beginn der Verfahrens 2010 auch kein Unbekannter: Tim Lord wurde erst 2013 zum britischen "Anwalt des Jahres" für Zivilrechtsstreitigkeiten gewählt. In einem ähnlichen Prozess in London zwischen der Berliner Verkehrsgesellschaft (BVG) und der Großbank JP Morgan hatte Tim Lord gestern seinen ersten Auftritt als Barrister für die Berliner. Auch dort geht es um dubiose CDO-Finanzwetten - aber im Umfang von "nur" 210 Millionen Dollar.

Leipzigs Wasserwerke haben ihre Beziehung zu den brillanten und sündhaft teuren Advokaten ihrem Ex-Chef Klaus Heininger zu verdanken. Der kürzlich zu sieben Jahren und fünf Monaten Haft verurteilte Kommunalmanager hatte auf eigene Faust CDO-Finanzwetten mit drei Banken geschlossen, sich dabei mit 3,5 Millionen Euro bestechen lassen. Nun fordern die Banken 300 Millionen Euro plus 26 Millionen Euro Zinsen pro Jahr von den KWL. Die wollen nicht zahlen.

In der auf drei Monate veranschlagten mündlichen Verhandlung soll der High Court of Justice auch Streitigkeiten zwischen den Banken klären. Gemäß englischem Recht mussten alle Parteien bereits sämtliche Unterlagen, E-Mails und selbst Telefonmitschnitte zu den Heininger-Deals offenlegen. Außerdem könnte Richterin Elisabeth Gloster erstmals wichtige UBS-Banker als Zeugen einbestellen. Mehrere Gutachten sind fertig.

Vielleicht gibt es mittendrin noch eine Neuigkeit von der mächtigen US-Finanzaufsicht SEC. Deren Staatsanwälte untersuchen seit längerer Zeit, ob die UBS-Bank systematisch mit Hilfe ihrer New Yorker Niederlassung versucht hat, unbedarften deutschen Provinzmanagern faule Deals aufzudrängen. Das Ergebnis soll bald vorliegen. Leipzigs Wasserwerken könnte es helfen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 22.01.2014

Rometsch, Jens

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