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Klarheit erhofft - VNG-Vertreter besuchen Aufsichtsrat des Leipziger Stadtkonzerns

Klarheit erhofft - VNG-Vertreter besuchen Aufsichtsrat des Leipziger Stadtkonzerns

Der Aufsichtsrat des Leipziger Stadtkonzerns hat sich am Freitag mit der Krise bei der Verbundnetz Gas AG (VNG) beschäftigt. Es ging um den aktuellen Rutsch des größten ostdeutschen Unternehmens in die roten Zahlen, aber auch um mögliche Änderungen der Aktionärsstruktur.

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Blick auf die Konzernzentrale der Verbundnetz Gas AG (VNG) in Leipzig.

Quelle: dpa

Leipzig. Die Leipziger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft (LVV) muss zurzeit mehrere schlechte Nachrichten verkraften. Bei einer turnusmäßigen Sitzung des Stadtkonzerns, zu dem unter anderem die Leipziger Stadtwerke, Verkehrsbetriebe und Wasserwerke gehören, ging es am Freitagnachmittag zunächst um den geplanten Anteilsverkauf an den Firmen HL-Komm und Perdata. Wie berichtet, sollen die Gebote der Privatwirtschaft für jeweils knapp 50 Prozent dieser Tochterfirmen nicht gerade berauschend sein.

Aufgrund der aktuellen Entwicklungen bei dem mit Abstand größten in Leipzig ansässigen Unternehmen, dürfte ein anderes Thema aber bald noch spannender sein. Zu der - nicht öffentlichen - Sitzung im Specks Hof werden auch Vertreter von VNG erwartet. Viele Mitglieder des LVV-Aufsichtsrates erhoffen sich bei dieser Gelegenheit mehr Klarheit über die Tiefe der aktuellen Krise. Und vor allem über die Perspektiven des riesigen Erdgas-Importeurs.

Weitgehende Einigkeit besteht bei den Fachleuten in Leipzig, dass VNG unter einer allgemeinen Krise des Erdgas-Marktes leidet. Das zeige sich auch an den dramatischen Entwicklungen bei Ruhrgas oder RWE. Während die großen deutschen Importeure an langfristige Verträge in Russland oder Norwegen gebunden sind, seien die frei gehandelten Gaspreise weltweit durch neue Technologien bei der Erdölverarbeitung sowie gewaltige Gas-Funde in Amerika extrem nach unten gerutscht. Die Frage sei, wie schnell VNG seine Langfrist-Verträge anpassen kann, zumal mit Gazprom ein großer Aktionär der Leipziger zugleich auch Lieferant ist.

"Es ist immer schlimm, wenn ein in Leipzig beheimatetes Unternehmen rote Zahlen schreibt", sagt Finanzbürgermeister Torsten Bonew (CDU). "Doch ich glaube fest daran, dass VNG die Talsohle schnell hinter sich lassen kann und dass Leipzig dafür der richtige Standort ist." Mit Hinweis auf das Steuergeheimnis lässt sich Bonew kein Wort entlocken, wie hoch die zuletzt von Verbundnetz Gas im Rathaus abgelieferte Gewerbesteuer war. Aber es sickerte durch, dass im Stadthaushalt für 2011 sowie den Ansätzen für 2012 ohne Beiträge des Energieriesen geplant wurde. Folglich gibt es dort kein Loch.

Ganz anders sieht es bei der LVV aus, die VNG-Aktien im Wert von 109 Millionen Euro hält. Davon wurden 88,5 Millionen Euro per Kredit finanziert. 2010 konnten die Ausgaben für Zins und Tilgung (3,4 Millionen Euro pro Jahr) gerade noch so aus den Dividenden-Einnahmen bestritten werden. Für 2011 dürfte es nun gar keine Dividende geben. Zudem schwebt über allem ein Drohszenario, laut dem VNG den Aktien-Wert nach unten korrigieren könnte: Dabei wäre ein zweistelliger Millionen-Verlust für den Stadtkonzern möglich. Die LVV-Spitze sieht für so eine Berichtigung derzeit zwar keine Veranlassung, doch die Entscheidung liegt bei VNG.

Obendrein schien im Aufsichtsrat am Freitag ein altes Thema auf - die Bemühungen des Karlsruher Energiekonzern EnBW, dem Oldenburger Rivalen EWE dessen VNG-Anteile von knapp 48 Prozent abzukaufen. Wie berichtet, hatte EnBW-Generalbevollmächtigter Ulrich Herzog den Kommunen unter den VNG-Aktionären per Brief eine Partnerschaft angeboten. So sollte Leipzig fünf Jahre lang eine garantierte Dividende von 6,4 Millionen Euro pro Jahr erhalten.

"Da es kein Angebot gab, konnte auch keines angenommen werden", sagte LVV-Chef Josef Rahmen einst zu dem Brief. Neuerdings klingt er in der Frage anders: "An der EnBW sind ja selbst Städte und Gemeinden beteiligt. Das kann sogar zu Synergieeffekten führen. Wir sind dafür offen."

Ulrich Milde / Jens Rometsch

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