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Konsum Leipzig will wachsen und bald nach Halle

Erste Bilanz Konsum Leipzig will wachsen und bald nach Halle

Seit einem Jahr ist die neue Doppelspitze der Konsumgenossenschaft Leipzig am Ruder. Was haben die Vorstände Dirk Thärichen und Michael Faupel seitdem bewegen können? Eine erste Bilanz.

Die Filiale des Konsum in der Grünauer Alten Salzstraße soll perspektivisch geschlossen werden.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Seit einem Jahr ist die neue Doppelspitze der Konsumgenossenschaft Leipzig am Ruder. Was haben die Vorstände Dirk Thärichen und Michael Faupel seitdem bewegen können? Eine erste Bilanz.

Der Filialumbau: „Wir haben mittlerweile 22 der 68 Konsum-Filialen umgebaut und auf ein neues Konzept umgestellt“, sagt Faupel. Vier neue Filialen wurden oder werden eröffnet: November 2015 in der Schönbachstraße, Anfang Juni im Südcenter in der Arthur-Hoffmann-Straße und Mitte Juli im Leutzscher Ellernweg. Zwei weitere Filialen kommen im Laufe des Jahres dazu. Bei Amtsantritt von Thärichen und Faupel erwirtschafteten nach Unternehmensangaben 35 Standorte negative Deckungsbeiträge. Nach dem eingeleiteten Umbau werde es nun langsam besser, so Faupel. Zwar würden die Umsätze nach einem Umbau erfahrungsgemäß erst mal sinken. Aber wenn sich der Kunde umorientiert habe, wachse der Umsatz auch wieder. „Wir schaffen es nach den Umbaumaßnahmen, auf derselben Fläche mehr Sortiment anzubieten“, sagt Thärichen. In allen Läden sei die Höhe des durchschnittlichen Einkaufs gestiegen – von 8,70 auf 8,82 Euro. „In den nächsten sechs, sieben Jahren werden wir etwa vier Filialen pro Jahr neu eröffnen“, sagt Faupel.

Zwei Filialen wurden geschlossen – in Zwenkau und in der Alten Salzstraße in Grünau. In diesem Jahr wird es weitere Schließungen geben: in Grünau, Machern und Panitzsch. „Das sind Standorte, die nicht mehr zu retten sind, nachdem dort leider jahrelang nichts gemacht worden ist“, sagt Thärichen. „Wir können nicht zaubern. Es gibt weitere Läden, die wir in den kommenden Jahren schließen müssen.“ Dazu werde derzeit ein Plan erarbeitet. Vor allem Eigentumsobjekte im ländlichen Bereich befinden sich tief in den roten Zahlen. „Wir haben nichts gegen den ländlichen Raum, aber wir merken, dass wir dort Probleme haben“, sagt Thärichen. Andererseits würden die verbliebenen Filialen in Zwenkau oder die drei in Delitzsch gut laufen. Man werde versuchen, auch hier und da mit einer Filiale in einer anderen Großstadt an den Start zu gehen, sagt Faupel – in Halle, Chemnitz oder Jena. „Erste Ansätze gibt es in Halle; wir werden dort nach aktuellem Stand noch in diesem Jahr die erste Filiale unter Vertrag nehmen, die allerdings erst 2018 eröffnet wird.“ Es müsse noch gebaut werden – der Standort sei zentral. „In Chemnitz geht die Stadtplanung unser Konzept bislang voll mit, wir versuchen, auch da zusammenzukommen“, so Faupel.

Der Produktumbau: „Wir bedienen jetzt anders als vorher verschiedene Preisbereiche – auch das Niedrigpreissegment“, sagt Thärichen. Mit dem Filialumbau vergrößere man Obst- und Gemüse- sowie Frischebereiche und Aktionsflächen für Molkereiprodukte. Vorgesehen ist, das Sortiment noch mehr auf regionale Produkte umzustellen. Nicht alle regionalen Unternehmen könnten jedoch die Anforderungen an Liefermengen und Etikettierung erfüllen, erklärt Faupel. Manche Anbieter müssten da erstmal ihre Hausaufgaben machen.

Das Personal: Im November wurde ein zehnprozentiger Mitarbeiter-Rabatt eingeführt. Die Konsum-Bediensteten erhalten mehr Geld für Arbeit am Samstagabend oder an Sonn- und Feiertagen. Es gibt Prämien und freiwillige Leistungen. „Und wir haben die richtigen tariflichen Eingruppierungen vorgenommen“, so Thärichen. Bei einem Umbau würden immer alle Mitarbeiter einer zu schließenden Filiale anderswo unterkommen. Faupel: „Es werden keine Arbeitsplätze abgebaut.“

Die wirtschaftliche Situation: Der Kundenrückgang der vergangenen Jahre sei gestoppt, der Umsatz gegenüber 2014 erhöht worden, sagt Thärichen. Mit Blick auf die 850 Mitarbeiter müsse natürlich immer darauf geachtet werden, dass die Gehaltssteigerungen im Verhältnis zum Ergebnis stehen. Das Gehalts-Paket würde insgesamt eine Million Euro kosten – mehr als das operative Betriebsergebnis aus dem Warengeschäft im vergangenen Jahr. „Wir laden uns hier ganz schön was auf und gehen in Vorleistung. Aber es gibt erste Anzeichen, dass die Entwicklung mit all unseren Maßnahmen in die richtige Richtung geht“, so Thärichen. Investitionen in Preise, Filialnetz und Mitarbeiter würden erstmal Geld kosten, seien aber nötig.

2015 wurde ein positives Betriebsergebnis erzielt – dennoch werde das Jahresergebnis wegen außerordentlicher Abschreibungen einen Fehlbetrag ausweisen. „Wir haben Immobilien in Höhe von mehr als zwei Millionen Euro abgeschrieben“, sagt Faupel. Die Gebäude seien überbewertet gewesen. Mit den tariflichen Eingruppierungen und den Immobilienbewertungen folge man am Ende nur den gesetzlichen Vorgaben, betont Faupel. Der Jahresabschluss geht am 28. April in den Aufsichtsrat und am 21. Mai in die neu gewählte Vertreterversammlung. Der grundlegende Wandel werde noch zwei bis drei Jahre brauchen, sagt Thärichen.

Das Konzept: „Wir wollen nicht auf der grünen Wiese 1500 oder 2000 Quadratmeter hinbauen, sondern wir wollen der kleine, urbane Nahversorger sein“, so Thärichen. „Und wir setzen auf unsere unternehmerische Besonderheit: Wir sind eine Genossenschaft und gehören unseren 28 000 Mitgliedern. Der Konsum ist kein Relikt aus der DDR-Zeit, sondern ein Unternehmen, das im Hier und Jetzt angekommen ist.“ Man werde sich auch weiterhin als Unternehmen aus der Stadt für die Stadt engagieren.

Die Testfiliale: In der Schönbachstraße 78 werden neue Wege für alle anderen Konsum-Supermärkte getestet. Im November eröffnete die Genossenschaft dort einen neuen Standort. Ein Ansatz: Aus einem Duftwürfel wird Aroma verströmt. Gestartet wurde mit Orange, auch Cappuccino und Schokolade wurden schon probiert. „Wir behalten das Konzept bei, aber wir feilen noch dran“, sagt Faupel. Auch neue Regalsysteme und neue Einkaufswagen werden in Stötteritz ausprobiert.

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