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Künftiger Telekom-Chef Höttges zu Gast an Leipzigs HHL

Künftiger Telekom-Chef Höttges zu Gast an Leipzigs HHL

Der künftige Telekom-Chef Timotheus Höttges rechnet nicht miteinem schnellen Ende des laufenden Umbaus in seinem Konzern. "Auch wenn ich mich in 10 oder 15 Jahren als Vorstandschef zurückziehe, wird die Veränderung im Unternehmen weitergehene", sagte der 50-Jährige gestern bei einem Gastvortrag an der privaten Leipziger Handelshochschule HHL.

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Timotheus Höttges

Quelle: dpa

Leipzig. Womit er zumindest langen Atem beweisen will: Der bisherige Telekom-Chef René Obermann (ebenfalls 50), der den Posten Ende 2013 an Höttges abgeben will, wird dann nur auf gut sieben Jahre an der Spitze kommen.

Die Entwicklung der Kommunikationstechnik gehe inzwischen derart rasant, dass man als Anbieter ständig in neue Techniken und Produkte investieren müsse, sagte Höttges. "Denn wer den Anschluss verpasst, ist aus dem Spiel." So seien die Handy-Kurzmitteilungen, mit denen alle Netzbetreiber früher gutes Geld verdienten, inzwischen "schon fast tot". Seit es kostenlose SMS-Apps für Smartphones gebe, sei mit dem Versand kaum noch Geld zu verdienen. Und auch das klassische Festnetz-Geschäft, einst Eckpfeiler der Telekom, schrumpfe seit Jahren dramatisch.

Der Konzern müsse daher ständig neue Techniken und neue Geschäftsfelder erschließen. "Und das ist eine gewaltige Herausforderung: Denn auf der einen Seite müssen wir die Kosten senken, auf der anderen in Zukunftstechnologien investieren." Um Geld für die erforderlichen Investitionen zusammen-zubekommen, will der Konzern in den nächsten drei Jahren insgesamt zwei Milliarden Euro einsparen. Wie das Geld zusammenkommen soll, ist noch offen. Doch ohne Stellenabbau werde mansicher nicht auskommen, deutet Höttges an. "Und das ist wirklich eine schizophrene Situation: Wie soll ich die Mitarbeiter motivieren, wenn wir gleichzeitig die Teams ständig verkleinern? Aber das müssen wir." Nur durch Einsparungen im schrumpfenden Traditionsgeschäft ließen sich die Mittel freisetzen, um Zukunftsmärkte aufzubauen.

Was das für die Mitarbeiter bedeutet, schaute sich Höttges nach seinem HHL-Auftritt direkt vor Ort an - beim Besuch der Telekom-Buchhaltung in Leipzig. Der Standort ist einer der acht, die der Konzern bundesweit erhalten will, elf andere werden dagegen geschlossen. So auch Radebeul, wo Ende März Schluss war. 60 Mitarbeiter mussten nach Leipzig wechseln. "Die Leute sind natürlich alles andere als glücklich darüber, jetzt jeden Tag von Radebeul nach Leipzig zu pendeln", sagte Höttges.

Sich selbst sieht der Manager als typischen Controller-Typ, "der rumrennt wie eine Bulldogge und allen immer sagt, was falsch läuft", wie er im HHL-Hörsaal erzählte. Da werde er sich künftig wohl etwas bremsen müssen. "Ich bin ja total verliebt in Details. Die Leute hassen mich deswegen. Als Vorstandschef wird das eine große Herausforderung für mich." Im Hörsaal gab sich der künftige Telekom-Chef gestern aber jovial. "Sagen sie einfach Tim", rief er HHL-Rektor Andreas Pinkwart zu, als dieser sich am komplizierten Vornamen Timotheus abzumühen versuchte.

Mit dem HHL-Auftritt steht Höttges in guter Tradition: Erst im November war sein Chef René Obermann hier zu Gast gewesen. Einen Monat später kündigte er an, Ende 2013 zu gehen - und den Chefposten an seinen Finanzvorstand Höttges abzugeben. "Ich bedauere es sehr, das René geht", sagte der gestern. "Wir waren ein tolles Team in den vergangenen zwölf Jahren." Damals war Obermann Chef von T-Mobile und hatte Höttges an Bord geholt. Beide sind seither befreundet. Obermann will nach seinem Abschied von der Telekom zum niederländischen Kabelnetzbetreiber Ziggo wechseln.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 04.04.2013

Frank Johannsen

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