Volltextsuche über das Angebot:

21 ° / 12 ° Regenschauer

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Kunst, Musik, Medien: Studie dokumentiert Leipzigs lebendige Kreativwirtschaft

Kunst, Musik, Medien: Studie dokumentiert Leipzigs lebendige Kreativwirtschaft

In der Region Leipzig bildet sich ein lebendiges Cluster der Medien- und Kreativwirtschaft heraus. Die Stadt Leipzig präsentierte am Donnerstag die Ergebnisse einer erstmals neu aufgesetzten Studie, die urprünglich nur die Medien- und Kommunikationswirtschaft berücksichtigte.

Voriger Artikel
Wirtschaft in Leipzig-Halle auf Wachstumskurs - Forderung nach mehr Braunkohle
Nächster Artikel
Nach Streiks im Einzelhandel: Neue Verhandlungen in Leipzig

Uwe Albrecht: Kreativbranche rangiert auf den Top 3 der Gesamtwirtschaft.

Quelle: Volkmar Heinz

Leipzig. Mittlerweile sind die Grenzen zwischen den Teilbereichen fließend. Die Studie soll nun helfen, den Cluster Kreativwirtschaft genauer zu definieren.

Dafür war es nötig herauszufinden, wie zufrieden die Marktteilnehmer mit der Stadt und den Voraussetzungen für eine kreative Arbeit sind und welche Umsätze erzielt werden. Aus diesem Grund wurde entgegen den vorangegangenen sechs Studien die traditionelle Befragungs- und Hochrechnungsstudie um weitere Elemente wie einen qualitativen Teil ergänzt.

Erarbeitet wurde die Studie vom Leipziger Institut für Marktforschung und dem Lehrstuhl für Öffentlichkeitsarbeit und PR des Institutes für Kommunikations- und Medienwissenschaft der Universität Leipzig. Auftraggeber waren das Amt für Wirtschaftsförderung der Stadt Leipzig, die Sächsische Staatskanzlei und die DREFA Media Holding.

Befragt wurden etwa 4400 Unternehmen und Institutionen in Stadt und Landkreis Leipzig sowie dem Landkreis Nordsachsen im Umkreis von zehn Kilometern. Wichtigste Erkenntnis für die Wirtschaftsförderung dürfte sein, dass sie mit ihrer Zusammenfassung der Kreativen als Cluster Medien- und Kreativwirtschaft nicht falsch lag. Denn tatsächlich lässt sich die Situation in der Stadt so zusammenfassen: Auf der einen Seite gibt es eine lebendige Rundfunk- und Filmlandschaft und zum anderen dynamische Teilbranchen und -märkte wie Künste und Musik, die Informations- und Kommunikationstechnologie, Zeitungen und Zeitschriften, sowie Werbung, Marketing und Architektur.

Strukturell sieht es in der Kreativbranche nicht anders aus als beispielsweise in der Gesamtwirtschaft vieler Bundesländer: Es gibt nur wenige große Unternehmen, dafür viele kleine Mittelständler und vor allem Freiberufler oder Einmannfirmen. Einen Großteil machen die Teilbereiche Künste und Musik aus, aber auch Marketing und Öffentlichkeitsarbeit bilden mit über 23 Prozent eine Stärke – hier wohl vor allem, weil auch das Messe- und Ausstellungswesen einberechnet werden.

Bei den Beschäftigten ist die Informations- und Kommunikationstechnologie mit knapp 25 Prozent weit vorn, danach folgen Künste und Musik sowie allgemeine Medien- und kulturelle Dienstleistungen. Erkennbar sei, so Thomas Liebert von der Uni Leipzig, dass der Bereich Marketing vornehmlich auf freie Mitarbeiter setze, während etwa die Informationstechnologie lieber mit Festangestellten arbeite. Rund 32.000 versicherungspflichtige Beschäftigte und 12.500 freie Mitarbeiter würden sich in diesem Cluster bewegen, so die Hochrechnung.

Die Umsätze der Branche sind nicht so leicht zu beziffern. „Laut Hochrechnung müssten es rund fünf Milliarden Euro sein, dies erscheint uns aber zu hoch, weshalb wir eher von drei bis vier Milliarden Euro ausgehen“, so Thomas Liebert. Auffällig ist, dass vor allem in der Informations- und Kommunikationstechnologie ein erheblicher Teil der Umsätze außerhalb des Befragungsraumes erzielt wird, hier also faktisch Steuern an Leipzig vorübergehen.

Trotzdem rangiere das Cluster zwischen Platz zwei und drei der Gesamtwirtschaft, so Wirtschaftsbürgermeister Uwe Albrecht. „In den vergangenen zwei Jahren hat sich die Branche so dynamisch entwickelt, dass man sie neu betrachten muss“, sagte er. Auch darum müsse sich die Wirtschaftsförderung die Frage stellen, wie für die Stadt noch mehr herausgeholt werden könne. Die Empfehlung von Tobias Liebert, größere Unternehmen, etwa neben dem MDR eine andere große Institution aus dem privaten Markt für Leipzig zu begeistern, sorgte für skeptische Lacher.

Günter Bentele, PR-Professor an der Uni Leipzig, verwies auf den Wert der Außenwirkung, den das Cluster der Medien- und Kreativwirtschaft erarbeite: „Das ist schlicht und ergreifend Wertschöpfung, die hier passiert, wenn etwa eine Arztsendung dauernd aus Leipzig sendet. Mehr noch, als ein Porsche, der zwar durch die Welt fährt, dem man aber nicht ansieht, dass er hier montiert wurde.“

Wesentliche Ergebnisse der Studie gibt es auf der Website der Stadt Leipzig: www.leipzig.de/medienstudie

Daniel Große

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Wirtschaft
  • Jetzt einschalten!

    Begeistern Sie Ihre Kunden mit Ihren eigenen Angeboten & Informationen auf großen Bildschirmen – spielend einfach mit der LVZ Mediabox. mehr

  • Unsere Empfehlung

    Kein Display? Kein Problem! Von 22 bis 55 Zoll - mit unseren Mediabox-Komplettsystemen bieten wir Ihnen immer die individuell passende Lösung an. mehr

  • Top Preis

    Sie besitzen bereits einen Display? Mit der LVZ Mediabox steuern Sie ihre individuelle Sendeschleife bequem über das Internet. mehr

  • Sie bestimmen das Programm

    Individuell und aktuell: Ihre Informationen, Angebote und Aktionen sowie News der LVZ und von N24 auf der LVZ Mediabox mehr