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Kurzfristige Rettung für Solarworld in Freiberg und Arnstadt in Sicht

Einschnitte im Personal Kurzfristige Rettung für Solarworld in Freiberg und Arnstadt in Sicht

Mögliche Rettung des insolventen Photovoltaik-Unternehmens Solarworld: Wie der vorläufige Insolvenzverwalter Horst Piepenburg am Mittwoch mitteilte, verhandelt er seit dem vergangenen Wochenende mit einer Investorengruppe über die Übernahme der Werke in Freiberg und im thüringischen Arnstadt. Einher gehen Einschnitte beim Personal.

Überraschende Wende beim insolventen Photovoltaik-Unternehmen Solarworld AG: Für die ostdeutschen Standorte zeichnet sich eine kurzfristige Rettung ab.

Quelle: dpa

Chemnitz. Überraschende Wende beim insolventen Photovoltaik-Unternehmen Solarworld AG: Für die ostdeutschen Standorte zeichnet sich eine kurzfristige Rettung ab - wenngleich mit drastischen Einschnitten beim Personal. Wie der vorläufige Insolvenzverwalter Horst Piepenburg am Mittwoch mitteilte, verhandelt er seit dem vergangenen Wochenende mit einer Investorengruppe über die Übernahme der Werke in Freiberg und im thüringischen Arnstadt.

Er schätze die Chancen für eine Einigung mit dem Interessenten höher ein als ein Scheitern, erklärte Piepenburg. Der Investor wolle Grundstücke, Maschinen sowie das Vorratsvermögen übernehmen. „Mit dieser Lösung würden wir die Möglichkeiten in einem vorläufigen Insolvenzverfahren weitgehend ausschöpfen, um den Interessen der beteiligten Gläubiger gerecht zu werden und eine dann doch signifikante Zahl von Arbeitsplätzen zu erhalten.“

Dass der Verkauf bereits bis zum Beginn des erwarteten Insolvenzverfahrens am 1. August besiegelt sein könnte, wollte Piepenburgs Sprecher nicht bestätigen. „Wir kommunizieren absichtlich keine Deadline“, sagte Thomas Schulz.

Einher geht ein Stellenabbau

Mit dem Verkauf der beiden Produktionsstandorte wäre jedoch ein drastischer Stellenabbau verbunden. Laut vorläufigem Insolvenzverwalter würden insgesamt nur rund 450 Mitarbeiter übernommen. Für die anderen 1200 Beschäftigen wird an beiden Standorten über den Wechsel in eine Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft verhandelt.

Der mögliche Investor habe die Finanzierung der Belegschaft bis Mitte August und dann die Übernahme von 450 Mitarbeitern in eine neue Gesellschaft zugesagt, hieß es. Darüber seien die Belegschaften in Freiberg und Arnstadt am Morgen durch einen Anwalt aus Piepenburgs Kanzlei informiert worden.

Für diesen Zeitpunkt war ursprünglich ein Vororttermin mit der Arbeitsagentur vereinbart, um für die Beschäftigten erste Schritte in die Erwerbslosigkeit zu organisieren. Bis in die vergangene Nacht hinein sei man noch von dem Szenario Entlassungen im großen Stil ausgegangen, sagte Schulz.

Freibergs Oberbürgermeister Sven Krüger (SPD) reagierte mit gemischten Gefühlen auf die Entwicklung. Auch wenn es jetzt für Solarworld weiter gehe, sei die Freude verhalten, sagte er. Denn auch wenn noch nicht klar sei, in welcher Größenordnung Freiberg betroffen sei, mache der Verlust von 1200 Arbeitsplätzen betroffen. Dennoch sei es insgesamt ein guter Tag, betonte der SPD-Politiker. „Denn die Befürchtungen der letzten Wochen, dass es zum kompletten Aus kommt, konnten abgewendet werden.“

Am Donnerstag ist das Unternehmen Thema im sächsischen Landtag

Unterdessen hat Sachsen seine Zusage für die Unterstützung eines möglichen neuen Investors in Freiberg bekräftigt. Der Freistaat stehe zu seiner Zusage, mit allen zur Verfügung stehenden Möglichkeiten einem neuen Gesellschafter unter die Arme zu greifen, sagte Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD). Er wertete die kurzfristige Aussicht auf einen neuen Eigentümer als ein Hoffnungszeichen, dass der Freiberger Standort eine Zukunft hat.

An diesem Donnerstag wird sich der Wirtschaftsausschuss des sächsischen Landtages auf einer von der Linken beantragten Sondersitzung mit dem Thema Solarworld befassen. Die Partei erwarte nun, dass Dulig „endlich aus dem Knick komme“ und mit der Wirtschaftsförderung Sachsen mithelfe, ein Zukunftsmodell auf den Weg zu bringen, sagte die ressourcenpolitische Sprecherin der Linksfraktion im Landtag, Jana Pinka.

Die Solarworld-Zentrale in Bonn steht dagegen vor dem Aus. Nach dem Konzept des Investors würden zur Eröffnung der Insolvenzverfahren am 1. August bis auf eine Abwicklungsmannschaft alle rund 200 Beschäftigten freigestellt. Für eine Transfergesellschaft oder Kurzarbeit sei kein Geld vorhanden, teilte Piepenburg mit.

Die Solarworld AG hatte am 11. Mai Insolvenz angemeldet. Seither waren bereits 400 Stellen gestrichen worden. In der Vorwoche hatte Piepenburg bei Belegschaftsversammlungen in Freiberg und Arnstadt weitere Entlassungen angekündigt.

Von LVZ

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