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Leipzig Region: Zur neuen touristischen Dachmarke gibt's viele bissige Kommentare

Leipzig Region: Zur neuen touristischen Dachmarke gibt's viele bissige Kommentare

Sechs Worte, drei Farbkringel und ein weiß-transparenter - das Logo der neuen touristischen Werbekampagne für Leipzig und die Region leuchtet vielen nicht ein.

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Arno Jesse von der Brandungen GmbH, OBM Burkhard Jung, LTM-Chef Volker Bremer und Sandra Brandt vom Tourismusverband Leipziger Neuseenland (von links) bei der Vorstellung des neuen Logos.

Quelle: André Kempner

In Kommentaren bei Facebook bekommt die sogenannte Dachmarke ordentlich was aufs Dach, auch Design-Experten können ihr wenig abgewinnen. Als letzte Woche das Signet samt Slogan "Leipzig Region - Burgen, Seen, Heide, City" öffentlich vorgestellt wurde, war die Welt für die Protagonisten noch in Ordnung. "Wir haben eine so extrem hohe Zustimmung, dass wir selbst überrascht sind", meinte Volker Bremer, der Chef der Leipzig Tourist und Marketing GmbH (LTM) - und schwärmte von der Wort-Bild-Marke, die von der in Leipzig ansässigen Agentur Brandungen stammt.

Vorausgegangen war ein deutschlandweiter Wettbewerb mit der Aufgabe, "die vier Teile - Sächsisches Burgenland, Leipziger Neuseenland, Sächsisches Heideland und die Stadt Leipzig - so miteinander in Beziehung zu setzen, dass das Ganze in seiner kommunikativen Bedeutsamkeit größer ist als die Summe seiner Teile." Die Farbtupfer des siegreichen Logos sollen, so die Intention, die Seen (blau), die Burgen und Kulturgeschichte (rot), das Heideland (grün) und Leipzig (weiß mit Tönung) als verbindendes Zentrum signalisieren.

Ulrich Strube, der dem Bund mitteldeutscher Grafikdesigner vorsteht, kritisiert: "Das Erscheinungsbild zerfällt in drei Teile, es ist nicht schwarz-weiß reproduzierbar und die Typografie ist hinsichtlich der Wichtigkeit der Botschaft belanglos." Das Logo erfülle seinen Zweck nicht, "das könnte man für jede Stadt und jedes Dorf nehmen." Strube ist auch sauer, weil - wie schon früher - die Sachkompetenz von Mitgliedern des Bundes seitens der Stadt nicht gefragt war. "Wir würden gerne unser fachliches Wissen einbringen - gerade bei der Königsdisziplin Logo-Gestaltung." Beim Blick auf die neue Dachmarke fällt auch das Urteil von André Ziska, dem Geschäftsführer der Leipziger Firma octopudesign, nicht berauschend aus. "Aus meiner Sicht fehlen die Spannung und die Erlebbarkeit. Stilistisch hätte das Logo freundlicher und dynamischer sein können - versehen mit Silhouetten der Skyline von Leipzig und einer Burg. Seen und Heide lassen sich eigentlich auch gut grafisch darstellen."

Jenseits dessen schlägt die Dachmarke in Facebook-Foren Wellen. Ebenso, wie in der Vergangenheit, wo es um Logo und Slogan zu "1000 Jahre Leipzig" ging und die Brandungen GmbH ebenfalls zum Zuge kam. Als deren Prokurist fungiert der Brandiser Bürgermeister Arno Jesse, dessen Kritikfähigkeit jetzt wieder strapaziert wird. Denn die meisten Kommentare zu dem Leipzig-Region-Markenzeichen sind wenig schmeichelhaft: Das Bewertungsspektrum reicht von provinziell und plattitüdenhaft bis zu nichtssagend. "Sollen das oben rechts drei Haselnüsse sein oder ist die rote Frucht eine Erdbeere?", wird gefragt und gespottet: "Sehr ansprechend für jeden Märchenfan und Kleingärtner." In die Debatte fließen Ähnlichkeiten mit anderen Logos ein, so mit dem für die neue Leipziger Propsteikirche oder dem für die Landesgartenschau in Nordrhrein-Westfalen 2017, auf denen sich farbfigürlich gleichfalls überschneidende Rundelemente tummeln.

"Schon wieder bunte Kleckse in pseudodynamischer Anordnung", wird hinsichtlich dieser Parallelen zur neuen Dachmarke gelästert und gereimt: "Wenn der Grafiker nüschd weiß, macht er 'nen Kreis." Besetzt ist das Thema auch auf der Weltnest-Homepage unter dem Titel "Burgen, Seen und Sterben: Das Ende der Leipziger Freiheit". Mit dem ausdrücklichen Hinweis, dass es sich um Satire handele, finden sich dort Adaptionen der von LTM gepriesenen Wort-Bild-Marke. Darunter eine mit dem Schriftzug "Likezig Hurra - Wenn Praktikanten designen".

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 22.01.2015
Mario Beck

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