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Leipziger Energiegenossenschaft geht mit Bürger-Solaranlage ans Netz

Leipziger Energiegenossenschaft geht mit Bürger-Solaranlage ans Netz

In Böhlitz-Ehrenberg hat die Energiegenossenschaft Leipzig den Bau ihrer ersten Bürger-Solaranlage gestartet. Der Zusammenschluss von 75 Genossenschaftlern will mit der Anlage schon im nächsten Monat ans Netz gehen.

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Auf dem Dach der ehemaligen Pianofabrik in der Ludwig-Hupfeld-Straße entsteht eine Solaranlage. Mit einer Größe von 85 Kilowatt peak (kWp) soll sie jährlich rund 73 000 Kilowattstunden ökologischen Strom erzeugen.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Zwei weitere Projekte sind in Vorbereitung. Die Böhlitz-Ehrenberger Solaranlage entsteht auf dem Dach der ehemaligen Pianofabrik in der Ludwig-Hupfeld-Straße 16. Mit einer Größe von 85 Kilowatt peak (kWp) soll sie jährlich rund 73 000 Kilowattstunden ökologischen Strom erzeugen - und damit die im November 2014 eingetragene Genossenschaft finanziell auf gesunde Füße stellen.

"Einen Teil der Erlöse nutzen wir, um die laufenden Kosten unserer Genossenschaft zu decken", skizziert Sebastian Koch das Konzept. Der übrige Teil werde als Dividende an die Mitglieder ausgeschüttet, die sich an dem 110 000 Euro teuren Projekt finanziell beteiligt haben. Für ihr Engagement - das von 200 bis 10 000 Euro reicht - sollen sie über die gesamte 20-jährige Laufzeit eine ertragsabhängige Dividende von 1,5 bis zwei Prozent erhalten. "Weil die Finanzierung unserer Anlage vollständig durch die Mitglieder der Genossenschaft erfolgt, mussten wir keinen Bankkredit aufbringen", betont Koch. "Dadurch fließen Gewinne aus der Anlage direkt zurück in unser Bürgerunternehmen und damit an die Mitglieder." Damit sich die Investition langfristig auszahlt, sei bei den verwendeten Materialien auf qualitativ hochwertige und ökologisch nachhaltige Technik geachtet worden. So würden beim Anlagenbau Wechselrichter und Module von renommierten Herstellern eingesetzt.

Die Investoren wollen mit ihrem Projekt in Böhlitz-Ehrenberg auch beweisen, dass erneuerbare Energien nicht nur Kostentreiber sind, wie es häufig dargestellt wird. Weil es für die Einspeisung in das öffentliche Stromnetz nur noch eine Förderung von 11 Cent je Kilowattstunde gibt, wird der Strom der neuen Bürger-Solaranlage nur noch zu 20 Prozent ins öffentliche Netz eingespeist. "Der Rest wird von uns vor Ort an ansässige Unternehmen verkauft", schildert Koch. Auch Matthias Mattiza, Vorsitzender des Vorstandes der Energiegenossenschaft, ist von diesem Geschäftsmodell überzeugt. "Durch den Direktverbrauch des Stroms vor Ort entstehen für alle Beteiligten Vorteile", sagt er. "Die Mieter des Hupfeld-Centers beziehen lokalen Ökostrom, das Netz wird kaum belastet und die Genossenschaft kann ihre Anlage rentabel betreiben."

Am Montag wurde die alte Pianofabrik eingerüstet, am Dienstag mit dem Bau der Unterkonstruktion begonnen. Am gestrigen Freitag sollte die Anlage abgenommen werden. Anschließend könne der Netzbetreiber Mitnetz die Einspeisung des erzeugten Stroms auf den Weg bringen, so Koch. "Wir hoffen, dass alles im Mai fertig wird."

Parallel dazu werden zwei weitere Projekte vorbereitet. So will die Energiegenossenschaft bis Ende des Sommers auf einem Mehrfamilienhaus in der Pörstener Straße 16 eine knapp 10-kWp-Anlage errichten; eine weitere mit 40 kWp ist auf dem Dach der 90. Grundschule in der Garskestraße 21 vorgesehen. "Dort laufen aber noch die Verhandlungen mit der Stadt", betont Koch. Es würden auch noch Interessenten gesucht, die Genossenschaftler werden wollen und sich eine finanzielle Beteiligung an Energieprojekten vorstellen können.

In Deutschland gibt es bereits mehr als 900 Energiegenossenschaften, von denen sich viele im ländlichen Raum befinden. Ihr Ziel ist es, eine dezentrale und bürgergeführte Energiewende zu gestalten.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom ..

Andreas Tappert

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