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Leipziger Gewerkschaftschef Bernd Günther in den Ruhestand veranbschiedet

DGB Leipziger Gewerkschaftschef Bernd Günther in den Ruhestand veranbschiedet

Nun ist es amtlich: Bernd Günther ist Rentner. Der bisherige Chef des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) in Leipzig wurde jetzt offiziell in den Ruhestand verabschiedet - während einer Festveranstaltung in Leipzig, auf der zugleich der sächsische Personalrätepreis an verdienstvolle Gewerkschafter übergeben wurde.

Bernd Günther.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Nun ist es amtlich: Bernd Günther ist Rentner. Der bisherige Chef des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) in Leipzig wurde jetzt offiziell in den Ruhestand verabschiedet - während einer Festveranstaltung in Leipzig, auf der zugleich der sächsische Personalrätepreis an verdienstvolle Gewerkschafter übergeben wurde. "Ich trainiere erst einmal ab, wie ein Leistungssportler", blickt der 65-Jährige in die Zukunft.

Ganz kann er doch nicht loslassen. Immerhin ist er in fünf Gremien ehrenamtlich aktiv: als Vorsitzender des DGB-Stadtverbandes Leipzig, als Chef des Berufsbildungsausschusses der Industrie- und Handelskammer Leipzig, im sächsischen Landesausschuss Berufsbildung, als Chef des Verwaltungsausschusses der Agentur für Arbeit in Oschatz und als Kowa-Vorsitzender. Dahinter verbirgt sich die Kooperationsstelle Wissenschaft und Arbeitswelt - eine Schnittstelle von Universitäten und Gewerkschaft.

Der gelernte Stahlbetonfacharbeiter, der beim Bau- und Montagekombinat Süd seine ersten beruflichen Schritte ging, später in Berlin an der Gewerkschaftshochschule Politik und Gesellschaftswissenschaften studierte und dies mit dem Diplom abschloss, hat das Anpacken schon frühzeitig gelernt. "Das Uni-Hochhaus hab' ich mit gebaut, auch das Hochhaus an der Wintergartenstraße - die beiden letzten Hochhäuser der Messestadt", sagt er nicht ohne Stolz.

Sein erster Arbeitsvertrag bei der Gewerkschaft stammt aus der Wendezeit. 1991 wurde er von der Industriegewerkschaft Bau-Steine-Erden (IG BSE) angeheuert. 220 Delegierten wählten ihn und schufen damit im Regierungsbezirk Leipzig die neue Gewerkschaft. "Elf Gegenstimmen gab es. Da fragte ich mich: Was haben die denn gegen mich." Der Oberbürgermeister Hinrich Lehmann-Grube (SPD) habe ihn getröstet.

Günther: "Bei solch einem Wahlergebnis wäre ich stolz, hat er zu mir gesagt." Und dann ging es richtig los mit Günther und der Arbeitnehmervertretung. 180 Betriebsräte in der Baubranche mussten in Leipzig gegründet und zum Laufen gebracht werden. Was alles an Wissen dranhing, "hab ich mir auf Schulungen angeeignet". Zehn Jahre lang sei er deshalb zwischen Leipzig und Frankfurt am Main gependelt. Mit seinem damaligen großen IG-BSE-Bundeschef Bruno Köbele verbinde ihn eine enge Freundschaft. "Er hat mich gefördert, war mein Mentor auf dem Weg in die Gewerkschaftsarbeit", erzählt Günther.

Dabei standen auch Arbeitskämpfe auf der Tagesordnung. Aktionsbündnisse zum Erhalt etwa der Reudnitzer Brauerei in Leipzig, der Delitzscher Schokoladenfabrik und des Bahnwerks Delitzsch rief er seinerzeit mit ins Leben. Im Zuge der Bau-Tarifauseinandersetzung im Jahre 2002, bei der es um die Bezahlung von Samstagsarbeit ging - "hier wollten die Arbeitgeber sparen" -, hat er auf Baustellen Versammlungen organisiert. "An der Autobahn 9 am Schkeuditzer Kreuz kam sogar die Polizei, sperrte die Autobahn für kurze Zeit." Dafür sollte Günther als Verantwortlicher 50 Tage inhaftiert werden. "Das Verfahren wurde aber eingestellt." Solche Kämpfe "haben mir und der Gewerkschaft Selbstvertrauen gegeben", sagt der Ur-Leipziger, der 2002 von der IG Bau zum DGB aufstieg.

"Mein Herz hat immer für den DGB geschlagen", gibt er bei seiner Verabschiedung unumwunden zu. Und es klopfe auch weiter für die Gewerkschaft. Er verstehe sie immer als Anlaufpunkt für die Arbeitnehmer. Erik Wolf (35), sein Nachfolger, meint: "Bernd hat eine großartige Arbeit geleistet. Er hinterlässt mächtig große Fußspuren. Ich werde darin stolpern." Günther nimmt den Ball auf und antwortet: "Es ist nicht schlimm, auch mal neben diese Fußstapfen zu treten." Er sei ja schließlich da, um zu helfen, wenn nötig.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 13.07.2015

 
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