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Leipziger Verbundnetz Gas AG erhält Rückendeckung

Aufatmen in Leipzig Leipziger Verbundnetz Gas AG erhält Rückendeckung

Die Verbundnetz Gas AG (VNG) wird ihren Sitz auch künftig in Leipzig haben. Dass sagte ein Sprecher von EnBW, dem größten Anteilseigner, gegenüber der LVZ.

Die Zentrale der VNG in Leipzig.

Quelle: dpa

Leipzig. Aufatmen in Leipzig und bei der Verbundnetz Gas AG (VNG): Die Zukunft des Unternehmens am hiesigen Standort ist nicht gefährdet. „Alle unsere Aussagen zu Zusammenarbeit und Standort gelten unverändert fort“, sagte Hans-Jörg Groscurth, Sprecher der Energie Baden-Württemberg AG (EnBW), der Leipziger Volkszeitung. „Dies gilt auch und insbesondere für die Aussage, dass die VNG zu Leipzig gehört wie das Gewandhaus“, fügte er hinzu.

Er entkräftete damit aufgekommene Befürchtungen, wonach der Karlsruher Energieriese künftig beim sächsischen Erdgaskonzern durchregieren und womöglich sogar den Sitz nach Baden-Württemberg verlegen werde. Wie berichtet hatte der EnBW-Großaktionär Oberschwäbischer Elektrizitätsverband für 62 Millionen Euro den Stadtwerken Erfurt deren 4,21-Prozent-Anteil an VNG abgekauft. Zusammen mit dem eigenen 74,2-Prozent-Anteil am gemessen am Umsatz größten Leipziger Unternehmen kommen die Süddeutschen so auf 78,4 Prozent.

EnBW-Vorstandschef Frank Mastiaux hatte nach dem Erwerb der Mehrheitsanteile wiederholt Garantien für die VNG in Leipzig abgegeben. VNG habe hier die Wurzeln, „und da gehört das Unternehmen auch hin“, hatte er im LVZ-Interview betont. Standort, Unternehmen und Marke blieben hier voll erhalten. Generelles Ziel sei, die „hervorragenden Kompetenzen, das Wissen und die starke Marktposition der VNG“ zu verheiraten mit den energiewirtschaftlichen Kompetenzen und Erfahrungen, die von Karlsruher Seite kämen. „Wir werden zusammen das drittgrößte Gasunternehmen in der Bundesrepublik“, hatte Mastiaux betont.

"Auch unterhalb der 25-Prozent-Marke Minderheitenrechte"

Klar ist dennoch dass der Einfluss Ostdeutschlands an der VNG deutlich gesunken ist. Lange Zeit hielten neun Ost-Kommunen, darunter Leipzig und Dresden, beziehungsweise deren Stadtwerke zusammen 25,79 Prozent der Aktien und konnten so unliebsame Entscheidungen mit ihrer Sperrminorität blockieren. Die Städte haben ihre Aktien in der Verbundnetz Gas Verwaltungs- und Beteiligungsgesellschaft (VUB) gebündelt. Der VUB-Einfluss war nach dem Ausstieg der Stadtwerke Erfurt aus dieser Gruppe sowieso schon unter die Sperrminorität gesunken. Zuvor hatte sich die Leipziger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft (LVV) für den Anteil interessiert. Der damals von den Thüringern aufgeworfene Kaufpreis von 94 Millionen Euro war den Sachsen zu hoch. „Bei einer Annahme des Erfurter Erwerbsangebots vor zwei Jahren hätten wir über 30 Millionen Euro mehr bezahlt“, sagte LVV-Sprecher Frank Viereckl. Die Preisvorstellung sei überzogen gewesen. Erfurt hatte für seine Beteiligung dann per Bundesanzeiger einen Käufer gesucht. Leipzig hatte sich – im Gegensatz zum Oberschwäbischen Elektrizitätsverband – nicht um den Zuschlag beworben. Warum, dass ließ die LVV offen. Womöglich im Glauben, Erfurt halte weiter an den hohen Kaufpreisvorstellungen fest. Hätten die Leipziger das Paket gekauft, gäbe es weiterhin die kommunale Sperrminorität. Nach Einschätzung von Beobachtern ist das Aktienpaket der ostdeutschen Kommunen nun weniger wert, da kaum ein Käufer in Sicht sein dürfte. Einen Abwertungsbedarf sieht die LVV nach Viereckls Aussagen dennoch nicht.

Auch eine Auflösung der VUB steht nicht auf dem Programm. „Mit der Bündelung entstehen auch unterhalb der 25-Prozent-Marke Minderheitenrechte, die nicht jeder einzelne Gesellschafter als Aktionär in Anspruch nehmen könnte“, begründete Hans-Joachim Herrmann, Vorsitzender der VUB-Gesellschafterversammlung und zugleich Chef der Stadtwerke Lutherstadt Wittenberg.

Klar ist ebenso, dass VNG (1289 Beschäftigte, 7,2 Milliarden Euro Umsatz) und EnBW (20.000 Beschäftigte, 20 Milliarden Euro Umsatz, ) gegenwärtig Möglichkeiten der Kooperation ausloten. Offenkundig bei großer Eigenständigkeit von VNG. Denn ein Gewinnabführungs- und Beherrschungsvertrag „war und ist nicht Gegenstand unserer Überlegungen“, beschwichtigt EnBW-Sprecher Groscurth.

Ulrich Milde

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