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Leipzigs Handwerkskammer schlägt nach Einbruchsserie Alarm

Leipzigs Handwerkskammer schlägt nach Einbruchsserie Alarm

Angesichts der massiven Einbruchsserie vor allem in Friseurgeschäfte und Bäckereien schlägt die Handwerkskammer Leipzig nun Alarm. Nach dem LVZ-Bericht am Wochenende berief die Interessenvertretung von 12 000 Mitgliedsunternehmen mit 90 000 Beschäftigten gestern eine Sicherheitskonferenz ein.

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Unser Interviewpartner: der Leipziger Handwerkskammer-Präsident Claus Gröhn (58).

Quelle: André Kempner

Kreishandwerksmeister und Innungsobermeister berieten mit Polizeipräsident Bernd Merbitz, was zu tun ist. Im Anschluss sprach die LVZ mit dem Präsidenten der Handwerkskammer, Claus Gröhn (58).

Wie dramatisch ist die Lage, dass die Handwerkskammer quasi von heute auf morgen eine Sicherheitskonferenz einberuft?

Das Ausmaß der Diebstähle ist tatsächlich erschreckend. Wir hatten von Juni 2014 bis Ende Februar 57 besonders schwere Fälle von Einbruchsdiebstahl in Friseurgeschäften und 64 in Bäckereibetrieben. Eine solche Häufung gab es in dieser massiven Form noch nicht. Auch der LVZ-Bericht war ein Anstoß, sofort zu reagieren.

Was will die Handwerkskammer gegen die Serie von Einbrüchen ausrichten?

Wir wollten im Rahmen unserer Sicherheitskonferenz unsere Handwerksbetriebe sensibilisieren, sofort Präventivmaßnahmen zu treffen, da es gerade im Januar und Februar schwerpunktmäßig in Bäckerei- und Friseurbetrieben zu einer Vielzahl von Einbrüchen kam. Die Handwerkskammer bietet Betroffenen Unterstützung an - von Fragestellungen zu Diebstahlversicherungen bis hin zu kostenlosen Überprüfungen der Sicherheitsvorkehrungen durch die Polizei und unsere Fachleute aus der Metallinnung. Die Experten können am besten etwaige Schwachstellen in den Betrieben ausmachen.

Wie hoch sind nach Ihrer Kenntnis die Verluste für betroffene Betriebe durch die Vielzahl von Diebstählen?

Wir müssen erst einmal die Situation genau analysieren, um konkrete Aussagen treffen zu können. Deshalb haben wir festgelegt, dass unsere Betriebsberater die Betroffenen aufsuchen und befragen. Fakt ist aber, dass die Täter alles mitnehmen, was nicht niet- und nagelfest ist, ihre Beute zu Spottpreisen verkaufen. In den Friseurgeschäften werden nach Auskunft des Leipziger Polizeipräsidenten Bernd Merbitz vorrangig Arbeitsgeräte gestohlen, bei Bäckern Bargeld.

Ist das existenzbedrohend?

Sie müssen davon ausgehen, dass beispielsweise eine hochwertige Friseurschere ab 700 Euro kostet. Außerdem handelt es sich überwiegend um kleine Familienbetriebe, die nicht das große Geld machen. Ein Verlust von tausend Euro trifft die sehr hart. Da sind in den letzten Wochen menschliche Tragödien geschehen und seelische Dramen. Dies war auch ein Grund für die Aktivitäten der Handwerkskammer.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 18.03.2015

Döring, Frank

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