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Leipzigs VW- und Audi-Händler zahlen mehr: Ab 2019 gilt Branchentarif

Leipzigs VW- und Audi-Händler zahlen mehr: Ab 2019 gilt Branchentarif

Durchbruch im Tarifstreit bei den Leipziger VW- und Audi-Händlern: Nach einem Verhandlungsmarathon einigten sich IG Metall und Arbeitgeber auf einen Abschluss für die sieben konzerneigenen Autohäuser beider Marken.

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Mitarbeiter des VW-Autohauses an der Alten Messe bei ihrem Protest in der Mittagspause.

Quelle: Wolfgang Zeyen

Leipzig. Bis 2019 springt die Bezahlung stufenweise auf das Niveau des Branchentarifs: Um bis zu 23 Prozent steigt der Lohn.

Die Einigung kam erst in letzter Minute: Fast zwei Tage hatten IG Metall und Arbeitgeber in Leipzig gerungen, am Dienstagabend um 19.10 Uhr setzten sie schließlich die Unterschriften unters Papier. Gerade noch rechtzeitig. Auf der Alten Messe warteten da bereits 200 Mitarbeiter aus den sieben betroffenen Autohäusern, um über das Ergebnis zu befinden. Das Wort "Warnstreik" lag schon in der Luft.

Ganz pünktlich schaffte es die Verhandlungsdelegation der IG Metall zwar nicht mehr zum Versammlungsbeginn um 19.30 Uhr. Dafür kam sie nicht mit leere Händen: Sowohl Volkswagen Automobile Leipzig mit vier Standorten in Leipzig und einem in Grimma als auch die beiden Audi-Zentren der Messestadt sicherten eine komplette Angleichung an den Branchentarif zu - bei VW bis September 2019, bei Audi sogar zwei Jahre früher. "Wir haben jetzt einen verbindlichen Stufenplan", verkündete Leipzigs IG-Metall-Chef Bernd Kruppa. "Das ist ein Riesenerfolg. Und das ganz ohne Streik."

Bewegung in den Konflikt hatte aber erst eine Aktion am Montag vergangener Woche gebracht: 340 der 600 Mitarbeiter der sieben betroffenen Standorte waren in der Mittagspause auf die Straße gegangen und hatten ihrem Ärger Luft gemacht (die LVZ berichtete). In der ersten Verhandlungsrunde Anfang Februar hatten VW und Audi eine komplette Angleichung an den Branchentarif noch abgelehnt. Erst nach dem Aktionstag wurde dann nachgebessert.

Der nun erzielte Abschluss bedeutet vor allem bei VW eine kräftige Lohnerhöhung: "Insgesamt sind es 23 Prozent", sagte Kruppa. Bei Audi fällt das Plus geringer aus. Die VW-Tochter bezahlt ihre Mitarbeiter in den konzerneigenen Autohäusern bisher schon besser als die Mutter. Der Abstand zum Branchentarif ist damit kleiner. Nach IG-Metall-Berechnungen beträgt er in der wichtigen Lohngruppe IV bei VW 315 Euro pro Monat, bei Audi 141 Euro. Und dafür mussten die Mitarbeiter bislang drei Stunden länger arbeiten. Auch das ändert sich nun: Die Arbeitszeit wird schrittweise auf 37 Stunden pro Woche verkürzt.

Den größten Sprung beim Lohn machen die Mitarbeiter schon in diesem Jahr: Bei den VW-Händlern gibt es ab April zehnt Prozent mehr, bei Audi sind es 5,4 Prozent, dafür aber rückwirkend zum 1. Januar.

Bisher zahlen im Raum Leipzig nur die Niederlassungen von Mercedes-Benz, BMW und MAN nach dem Tarifvertrag für Sachsens KFZ-Handwerk. Im Porsche-Zentrum gilt ein Haustarifvertrag - "und zwar ein sehr guter", wie Kruppa sagte. Davon sei man bei VW und Audi bisher weit entfernt gewesen. Erst 2011 hatte es einen ersten Abschluss geben - der aber deutlich unter dem Branchenniveau lag. Das wurde nun mit dem Stufenplan geändert.

"Damit ist uns ein wichtiger strategischer Erfolg gelungen - mit Signalwirkung für andere Beschäftigte im KFZ-Handwerk", sagte Kruppa. Denn der Tarif gilt auch künftig nur für die Autohäuser, die den sechs Herstellern selbst gehören. Andere Marken und die vielen selbstständigen Vertragshändler bleiben außen vor. "Es gibt hier in der Region noch 3000 Mitarbeiter in anderen Autohäusern. Von denen wird niemand nach Tarif bezahlt. Da wollen wir jetzt ran."

Noch größeren Bedarf sieht Kruppa abseits der Autohäuser. "Außer im KFZ-Gewerbe gibt es im Handwerk ja kaum Tarifregeln. Das muss sich ändern." Auch dieses Thema möchte er nun angehen - am liebsten zusammen mit der Handwerkskammer. "Es ist ja völlig richtig, dass Qualität seinen Preis hat. Dazu sollte auch ein Tarifvertrag als Qualitätssiegel gehören."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 06.03.2014
Frank Johannsen

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