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Leobus-Arbeitskampf spitzt sich zu: Leipziger Verkehrsbetriebe wehren sich gegen Tariflöhne

Leobus-Arbeitskampf spitzt sich zu: Leipziger Verkehrsbetriebe wehren sich gegen Tariflöhne

Der Arbeitskampf in der stadteigenen Firma Leobus eskaliert: Weil die Tarifauseinandersetzung den Umbau des 4800 Mitarbeiter starken stadteigenen Firmenreichs blockiert, wird jetzt nach einer schnellen Lösung gesucht.

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Streikende Leobus-Mitarbeiter in Lindenau - am Mittwochabend scheiterte erneut eine Verhandlungsrunde.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Auf die Leobus-Mitarbeiter wächst der Druck, von ihren Forderungen abzurücken. Bei einem Streik würden in Leipzig mehr als 50 Prozent aller Stadtbusse ausfallen.

Die Vereinbarung, mit der die Gewerkschaften grünes Licht für den Umbau der stadteigenen LVV-Holding geben sollen, ist schon seit Wochen unterschriftsreif. Denn sie soll den Weg dafür freimachen, dass die LVV ohne betriebsbedingte Beendigungskündigungen zehn Millionen Euro nachhaltig einsparen kann. Die Modalitäten sind in einem Beschäftigungssicherungstarifvertrag formuliert, der unter anderem eine "63er Regelung" enthält, die den Übergang in den Ruhestand erleichtern soll. Auch eine Tarifvertragsbindung der LVV-Unternehmen wollen die Manager der Stadtfirmen zusagen, um die Gewerkschaften für den Abbau der Arbeitsplätze zu gewinnen.

Nur die Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) blockieren noch das Vertragswerk - weil sie verhindern wollen, dass ihre 500 Mitarbeiter starke Tochterfirma Leobus Tariflöhne zahlen muss. Dabei ist selbst in der LVB-Spitze unumstritten, dass die Gehälter der Leobus-Mitarbeiter erhöht werden müssen. Denn die vor 21 Jahren als Billig-Tochter gegründete Firma zahlt Löhne, die rund 30 Prozent unter denen liegen, die LVB-Mitarbeiter für die gleiche Arbeit erhalten.

Wie berichtet, gehen Leobus-Fahrer nur mit 1100 Euro netto nach Hause - trotz Überstunden und Nachtschichten. "Die Mitarbeiter stehen mit dem Rücken an der Wand", beschreibt Gerd Doepelheuer von der Gewerkschaft Verdi die Situation. "Wegen ihrer Kinder würden einige als Hartz-IV-Bezieher mehr Geld bekommen als bei Leobus."

Verdi fordert eine Angleichung der Gehälter. Als Zugeständnis könne dies auch in Stufen bis 2017 geschehen, heißt es. Doch davon wollen die LVB nichts hören, weil dies vier Millionen Euro kosten würde. Sie bieten für die nächsten beiden Jahren Lohnerhöhungen von jeweils 4,5 Prozent sowie eine Einmalzahlung von 600 Euro im Dezember 2013 an. "Damit haben wir unseren Spielraum ausgeschöpft", sagt LVB-Arbeitsdirektorin Sabine Groner-Weber. "Es gibt nicht viele Firmen, die derzeit in Leipzig so hohe Gehaltssteigerungen möglich machen."

Verdi-Mann Doepelheuer berichtet, dass inzwischen bei den Verhandlung damit gedroht werde, Leobus insolvent gehen zu lassen und die Fahrleistungen an ein anderes Dumping-Unternehmen zu vergeben. "Diese Erpressungsversuche schrecken uns aber nicht", betont er. "Rings um Leipzig kann niemand auf die Schnelle 500 zusätzliche Mitarbeiter und die notwendigen Busse mobilisieren, um unsere Arbeit zu machen." Gebe es kein akzeptables Angebot, werde gestreikt. Im Oktober laufe auch eine Lohnvereinbarung bei der LVB-Tochter Leipziger Stadtverkehrsbetriebe aus, deren Straßenbahner ähnlich niedrige Löhne bekommen wie die Leobus-Mitarbeiter. Dann sei es auch denkbar, die messestädtischen Busse und Straßenbahnen gleichzeitig lahmzulegen.

Auch die Arbeitgeberseite rüstet sich für eine Entscheidung. In Kürze werde eine außerordentliche Sitzung des Leobus-Aufsichtsrates einberufen, kündigt Groner-Weber an. "Sie können davon ausgehen, dass wir das nicht aus Jux und Tollerei machen." Ob dann die Strecken-Vergabe an eine andere Dumping-Firma diskutiert wird, will sie nicht sagen. "Das wäre Spekulation", so die Managerin. Die Sitzung müsse aber bis zum 20. September stattfinden, weil an diesem Tag der Aufsichtsrat der Muttergesellschaft LVB berät. Auch dort sollen Nägel mit Köpfen gemacht werden - damit der Umbau der LVV-Holding endlich starten kann.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 29.08.2013

Andreas Tappert

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