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Matthias Machnig über Air Berlin: „Es wird kein Monopol der Lufthansa geben“

Interview Matthias Machnig über Air Berlin: „Es wird kein Monopol der Lufthansa geben“

Mehr als zehn Interessenten rangeln um das Erbe der Pleite gegangenen Fluglinie Air Berlin. Wirtschaftsstaatssekretär Matthias Machnig spricht im Interview über das Schicksal der Airline und die Rolle der Bundesregierung.

Matthias Machnig (SPD), Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie,spricht über die Air Berlin-Pleite. (Archivbild)

Quelle: dpa

Berlin. Mehr als zehn Interessenten rangeln um das Erbe der Pleite gegangenen Fluglinie Air Berlin. Von der heutigen Sitzung des fünfköpfigen Gläubigerausschusses könnte es erste Signale für die Zukunft geben. Wirtschaftsstaatssekretär Matthias Machnig (SPD) beteuert im RND-Interview: Niemand habe ein Interesse an einem Monopol der Lufthansa für den Flugverkehr in Deutschland. Wahrscheinlich können vier Fluglinien mit Slots und Anteilen rechnen: Lufthansa, Eurowings, Easyjet und Condor.

LVZ : Herr Machnig, weshalb hat die Bundesregierung ein Interesse daran, nach dem Ende von Air Berlin Lufthansa zum Monopol zu verhelfen?

Matthias Machnig : Das tun wir nicht. Wir verhandeln nicht, sondern Air Berlin. Es gibt mehr als zehn Interessenten für Teile von Air Berlin. Die Gespräche laufen. Es wird kein Monopol der Lufthansa geben, dafür sorgen auch die Kartellbehörden. Und die Bundesregierung hat auch kein Interesse daran, dass der Wettbewerb kleiner wird.

Woher wissen Sie, dass der Chef von Air Berlin, Winkelmann, am Ende nicht einfach ein Erfüllungsgehilfe eines lang angelegten Deals zwischen Lufthansa und Etihad ist?

Verschwörungstheorien sind Unsinn. Ich habe keinerlei Hinweise darauf. Im Gegenteil. Alle sind von der Entscheidung von Etihad, die vertraglich zugesicherten Zahlungen an Air Berlin abrupt einzustellen, völlig überrascht worden.

Easyjet könnte sich den lukrativen Düsseldorf-Dienst sichern. Wäre damit, im Interesse der Regierung, ein klagewilliger Konkurrent vom Markt?

Wir sprechen keine Empfehlungen aus, weder für noch gegen Interessenten. Wer welchen Zuschlag erhält, ist Sache des Air-Berlin-Managements. Aber es ist völlig klar: Kartellrechtliche Fragen sind entscheidend. Alle Beteiligten müssen eines im Blick behalten: Wenn sie die kartellrechtlichen Anforderungen nicht erfüllen, kann das ein sehr langwieriger Prozess werden. Daran kann niemand Interesse haben, am wenigsten die Beschäftigten.

Fest steht doch aber wohl, dass Lufthansa am Ende gestärkt wird?

Wenn Lufthansa einen Teil des Zuschlags bekommen sollte, wird sie eine starke Stellung auf dem deutschen Markt haben, wie sie auch jetzt bereits eine starke Stellung hat. Aber auch für Lufthansa gilt: Ohne grünes Licht in allen kartell- und wettbewerbsrechtlichen Fragen kann es keinen Deal geben.

Das Geld aus dem staatlichen Überbrückungskredit von 150 Millionen Euro reicht bis Ende November. Das heißt, bis dahin muss alles in trockenen Tüchern sein, auch die Kartell- und Wettbewerbsprüfung?

Der Überbrückungskredit gibt Air Berlin die Zeit, die Verhandlungen im Sinne einer guten Zukunftsperspektive für die Mitarbeiter zu vollenden. Dann schließt sich das kartellrechtliche Verfahren an. Dass der Kredit endlich ist, dessen sind sich alle bewusst. Deswegen sagt der Air Berlin-Chef ja, es geht jetzt um: Tempo, Tempo, Tempo.

Wie wahrscheinlich ist es, dass Lufthansa, Eurowings, Condor und Easyjet einen gemeinsamen Deal feiern?

Hinweise der Bundesregierung dazu würden nur stören.

Hat der Unternehmer Wöhrl recht, wenn er der Regierung vorwirft, sie verhalte sich nicht marktkonform?

Herr Wöhrl scheint mir eher PR, aber wenig Substanz zu liefern. Air Berlin sucht seit Langem öffentlich Partner und andere haben diese Chance sehr wohl für seriöse Verhandlungen und Angebote genutzt.

Erwarten Sie sich von der heutigen Sitzung des fünfköpfigen Gläubigerausschusses schon entscheidende Weichenstellungen?

Sag niemals nie. Es gibt Gespräche zwischen Lufthansa und zum Beispiel Nikki. Ich schließe nicht aus, dass es da schon erste Ergebnisse geben könnte.

Interview: Dieter Wonka

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