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Millionenbetrug: Anklage gegen Ex-Vorstand der Leipzig-West AG Klusmeyer neu aufgerollt

Millionenbetrug: Anklage gegen Ex-Vorstand der Leipzig-West AG Klusmeyer neu aufgerollt

Mehr als sechs Jahre lag das Verfahren auf Eis - am Dienstag wurde es am Landgericht neu aufgerollt: Im Prozess um den Millionenskandal bei der Wohnungsbaugesellschaft Leipzig-West AG (WBG) ist gegen Ex-Vorstand Pierre Klusmeyer (57) nun auch Anklage wegen Betrugs im besonders schweren Fall erhoben worden.

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Pierre Klusmeyer, Wohnungsbaugesellschaft Ex-Vorstand der Leipzig-West AG

Quelle: André Kempner

Leipzig. Es geht um 4858 Fälle mit einem Schaden von mehr als 26,6 Millionen Euro.

Trotz dieser erheblichen Summe: Es ist nur die Spitze des Eisbergs. Ermittler fanden heraus, dass Anleger seit 1999 zirka 296 Millionen Euro bei der WBG versenkten. Gegenstand der Anklageschrift sind aber nur die Fälle aus dem Jahr 2006. Demnach soll die WBG im Januar und April jenes Jahres noch einmal Inhaber-Teilschuldverschreibungen zur Zeichnung herausgegeben haben, obwohl spätestens 2004 klar gewesen sei, dass kein Geld für Rückzahlungen und Zinsen mehr da ist. Ab einer Einlagenhöhe von 500 Euro konnte man dabei sein, versprochen waren Zinsen zwischen fünf und sieben Prozent. Doch am Ende verloren die Anleger viel Geld - nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft häufig in Höhe ihrer kompletten Einlagen.

Die Anklage wegen Betrugs ist alles andere als neu: Bereits im Mai 2007 hatte wegen dieser Tatvorwürfe ein Prozess gegen Klusmeyer und den WBG-Mehrheitsaktionär Jürgen Schlögel (50) begonnen. Er war jedoch im Dezember 2007 geplatzt und Schlögel nach 17 Monaten in Untersuchungshaft auf freien Fuß gekommen.

Nun also die Neuauflage - allerdings vorerst nur gegen Klusmeyer, gegen den seit November vorigen Jahres an der Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts schon wegen Untreue verhandelt wird. Der mutmaßliche Planer des großangelegten Betrugs mit Anlegergeldern hat sich, wie berichtet, indes krank gemeldet: Schlögel, seit Jahren alkoholabhängig, ließ zum Auftakt des laufenden Untreue-Prozesses ein neurologisches Gutachten vorlegen. Demnach bestehen an seiner Verhandlungsfähigkeit erhebliche Zweifel, befand der Vorsitzende Richter Karsten Nickel.

Aus diesem Grund hatte die Wirtschaftsstrafkammer angeregt, das Betrugsverfahren im Fall Klusmeyer vorzuziehen und mit der laufenden Hauptverhandlung wegen Untreue zu verbinden. Ursprünglich war ein weiterer Prozess gegen Klusmeyer und Schlögel erst für November dieses Jahres avisiert.

Der frühere WBG-Vorstand zeigte sich mit der vom Gericht beschlossenen Verfahrensweise einverstanden. "Ich habe großes Interesse an einer kurzfristigen Beendigung des Verfahrens", so Klusmeyer. Denn ob sich der mitangeklagte Schlögel, an den ein Großteil der von der WBG eingenommenen Millionen geflossen sein soll, überhaupt noch einmal vor Gericht verantworten muss, gilt inzwischen als ziemlich unwahrscheinlich.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 22.01.2014

Döring, Frank

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