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Neuer Betreiber will Braunkohleabbau in der Lausitz kaum erweitern

Pläne eingedampft Neuer Betreiber will Braunkohleabbau in der Lausitz kaum erweitern

Nachdem Vattenfall seine Baunkohlegeschäft in der Lausitz verkauft hat, will der neue Betreiber LEAG die Tagebaue deutlich weniger erweitern, als zuvor geplant. Damit nähert sich das Geschäft mit der Kohle dem Ende. Die Regierungen von Sachen und Brandenburg reagierten verhalten auf die Entscheidung.

Braunkohletagebau in der Lausitz (Archivbild)

Quelle: dpa

Cottbus. Der neue Lausitzer Tagebau-Betreiber Leag dampft frühere Grubenausbau-Pläne des Ex-Eigentümers Vattenfall deutlich ein. Das teilte das Unternehmen am Donnerstag in Cottbus mit. Geplant sei, die Grube Nochten in Sachsen um ein Sonderfeld zu erweitern - etwa 200 Einwohner wären von einer Umsiedlung betroffen. Vom Aufschluss eines neuen Tagebaus im Gebiet Jänschwalde in Südbrandenburg sieht das Unternehmen komplett ab.

Leag will sich darüber hinaus eine Investitionsentscheidung über den Ausbau des brandenburgischen Tagebaus Welzow-Süd noch offen halten und diese bis spätestens 2020 treffen, wie es weiter hieß. Das Unternehmen rückt damit deutlich von einstigen Plänen des Ex-Eigentümers Vattenfall zum Ausbau des Reviers ab. Diese hätten stärkere landschaftliche Einschnitte gebracht und mehr Umsiedlungen bedeutet - insgesamt rund 3400 Einwohner wären betroffen gewesen.

Die Ministerpräsidenten von Brandenburg und Sachsen, Dietmar Woidke (SPD) und Stanislaw Tillich (CDU) reagierten verhalten auf die Entscheidung. „Für die betroffenen Regionen gibt es jetzt mindestens für die nächsten zwei Jahrzehnte weitgehende Planungssicherheit“, hieß es am Donnerstag in einer gemeinsamen Mitteilung. "Die Entscheidungen obliegen ausschließlich dem Unternehmen. Die Landesregierungen können darauf keinen Einfluss nehmen“, so die Regierungschefs. Sie forderten vom Bund verlässliche Rahmenbedingungen für den sicheren einheimischen Energieträger Braunkohle. Das sei die wichtigste Voraussetzung, „um die Lausitz stabil zu halten“. Woidke und Tillich wollen die verbleibende Zeit für eine wirtschaftliche, infrastrukturelle, soziale und kulturelle Weiterentwicklung der Lausitz nutzen.

Leag ist seit Herbst 2016 der Betreiber des zweitgrößten Braunkohlereviers in Deutschland. Insgesamt vier Gruben liegen in Brandenburg und Sachsen, hinzu kommen mehrere Braunkohlekraftwerke. Der schwedische Staatskonzern Vattenfall wollte die Sparte abstoßen, auch um sich stärker auf erneuerbare Energien zu konzentrieren. Leag ist Teil des tschechischen EPH-Konzerns. Dieser ist auch Besitzer des Bergbauunternehmens Mibrag mit Sitz in Zeitz (Sachsen-Anhalt). Bei Leag arbeiten rund 8000 Menschen.

Die Lausitzer Braunkohlegruben und ihre Laufzeiten

Derzeit wird in der Lausitz in vier Gruben Braunkohle gefördert:

WELZOW-SÜD, BRANDENBURG:

  • Abbauende: Feld Welzow-Süd I wird voraussichtlich Mitte der 2020er Jahre ausgekohlt sein
  • Fördermenge 2015: 18,2 Millionen Tonnen Braunkohle
  • Was Vattenfall mit dem Gebiet vorhatte: Neues Feld Welzow-Süd II ab Mitte der 2020er Jahre mit rund 200 Millionen Tonnen Braunkohle, Teile der Stadt Welzow müssten abgebaggert werden, darunter das Dorf Proschim. Etwa 800 Einwohner wären betroffen.

 JÄNSCHWALDE, BRANDENBURG:

  • Abbauende: Feld Jänschwalde wird voraussichtlich Mitte der 2020er Jahre ausgekohlt sein
  • Fördermenge 2015: 11,9 Millionen Tonnen Braunkohle
  • Was Vattenfall mit dem Gebiet vorhatte: Neuer Tagebau Jänschwalde-Nord ab Mitte der 2020er Jahre mit rund 250 Millionen Tonnen Braunkohle. Die Orte Grabko, Atterwasch und Kerkwitz müssten abgebaggert werden. Von einer Umsiedlung wären rund 900 Einwohner betroffen.

 NOCHTEN, SACHSEN:

  • Abbauende: Feld Nochten I wird Mitte der 2020er Jahre ausgekohlt sein
  • Fördermenge 2015: 17,8 Millionen Tonnen Braunkohle
  • Was Vattenfall mit dem Gebiet vorhatte: Neues Feld Nochten II ab Mitte der 2020er Jahre mit rund 300 Millionen Tonnen Braunkohle. Rund 1700 Einwohner in den Gemeinden Schleife und Trebendorf wären von einer Umsiedlung betroffen.

 REICHWALDE, SACHSEN:

  • Abbauende: Feld Reichwalde wird voraussichtlich 2045 ausgekohlt sein
  • Fördermenge 2015: 12,2 Millionen Tonnen Braunkohle
  • Was Vattenfall mit dem Gebiet vorhatte: keine Pläne für eine Erweiterung.

LVZ

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