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Neuer Eigner, neuer Name: Aus Unister-Travel wird Invia

Übernahme durch Rockaway Capital Neuer Eigner, neuer Name: Aus Unister-Travel wird Invia

Neuer Eigner, neuer Name: Unister-Travel heißt künftig Invia. Ende März übernimmt die tschechische Beteiligungsgesellschaft Rockaway Capital die Reisesparte des Leipziger Internetunternehmens – und legt den alten Firmennamen ab. Die Marken ab-in-den-urlaub.de und fluege.de bleiben aber erhalten.

Der Name wird bald Geschichte sein: Schild an der Unister-Zentrale in Leipzig.
 

Quelle: André Kempner

Leipzig.  Die Reisesparte des Leipziger Internetunternehmens Unister heißt künftig Invia. Das kündigte Jaroslaw Czernek vom Erwerber Rockaway Capital im Interview mit dem Tourismus-Fachblatt „fvw“ an. Ende März soll der Erwerb vollzogen werden. Der Name Unister werde dann im Reisebereich verschwinden, so Czernek. „Wir haben die Unister-Markenrechte nicht miterworben.“

Das gilt aber nur für den Firmennamen: „Die Marken der Reise-Portale ab-in-den-urlaub.de und fluege.de bleiben bestehen.“ Sie laufen künftig unter dem Dach von Invia.

Übernahme verzögert sich bis Ende März

Rockaway Capital hatte im Dezember den Zuschlag für Unister-Travel, wie die Reisesparte bisher heißt, erhalten. Mit dem Unister-Insolvenzverwalter Lucas Flöther war zwei Tage vor Weihnachten der Kaufvertrag unterzeichnet worden. Damals hieß es noch, der Betrieb soll Ende Januar übergeben werden. Jetzt wird es erst Ende März so weit sein.

Die Verzögerung sei aber „kein Grund zur Beunruhigung“, sagte Flöthers Sprecher der LVZ. „Das waren nur Formalitäten, die zu Verzögerungen geführt haben. Es dauert alles länger als gedacht.“ Zugleich lobte er die Zusammenarbeit mit dem Käufer als „gut und vertrauensvoll“.

520 Jobs in Leipzig bleiben erhalten

Alle 520 Arbeitsplätze und die bisherigen Standorte sollen erhalten bleiben, hieß es bei Vertragsabschluss. Ende März soll nun das sogenannte Closing des Vertrags vollzogen werden. „Damit wird der Kauf rechtlich offiziell“, sagte Czernek. „Wir sind dann der neue Eigentümer. Ab-in-den-urlaub, fluege.de und die weiteren Einheiten werden damit Teil der Invia-Gruppe.“

Unter dem Namen Invia hat Rockaway bereits seine Reiseaktivitäten in Tschechien, Polen, der Slowakei und Ungarn gebündelt. Czernek: „Mit der Gruppe wollen wir Synergien erzielen und gute Erfahrungen aus anderen Ländern übertragen.“ So könne man etwa in der Technik schnellere Fortschritte erzielen. Ziel sei, in Deutschland wieder größter Online-Reiseanbieter zu werden, erklärte der Tscheche, der auch Invia-Aufsichtsratschef ist.

Weil das Kartellamt nicht zustimmen müsse, habe er sich bereits ab Januar intensiv mit den Geschäften in Leipzig befassen können. „Ich selbst bin viel in Leipzig, um operativ mitreden und mitgestalten zu können.“

Starker Jahresauftakt bei den Buchungszahlen

Mit der jüngsten Entwicklung bei Unister-Travel zeigte er sich zufrieden. „Unser kurzfristiges Ziel, das Geschäft weiter zu stabilisieren, haben wir bereits erreicht: Die wichtigen Buchungsmonate Januar und Februar sind deutlich besser gelaufen als wir erwartet haben.“

Das gelte nicht nur für die reinen Geschäftszahlen. „Wichtig ist auch, dass wir auf der menschlichen Ebene mit den Teams hier in Leipzig schon ein Stück weit zusammengewachsen sind“, so der Tscheche weiter. „Wir haben hier nicht nur ein Unternehmen, sondern viele hoch qualifizierte und trotz aller schwierigen Umstände sehr motivierte Mitarbeiter übernommen.“

Weitere Zukäufe in Deutschland hält Czernek für wahrscheinlich: „Der Kauf in Leipzig ist unser erster, aber hoffentlich nicht unser letzter Schritt auf dem deutschen Markt. Wir wollen uns hier in Deutschland langfristig engagieren.“

Simon-Holding übernimmt Protal kredit.de

Derweil konnte Insolvenzverwalter Flöther ein weiteres Portal der Unister-Gruppe verkaufen: Die Domain kredit.de wurde von Simon-Holding aus Hameln in Niedersachsen übernommen, wie der Käufer mitteilte. Es sei aber nur die reine Internetadresse verkauft worden, hieß es beim Insolvenzverwalter. Mitarbeiter würden vom neuen Betreiber nicht übernommen.

Unister hatte im Sommer Insolvenz angemeldet, nachdem Firmengründer Thomas Wagner bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen war. Die Reisesparte war der mit Abstand größte Bereich des Konzerns. Die anderen Portale der Gruppe verkauft der Insolvenzverwalter nun einzeln.

Von Frank Johannsen

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