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Neuer Halloren-Eigner tauscht fast kompletten Vorstand aus

Nach Rückzug von Großaktionär Morzynski Neuer Halloren-Eigner tauscht fast kompletten Vorstand aus

Nach dem Rückzug von Halloren-Großaktionär Paul Morzynski wird in Halle die komplette Führung neu durchgewürfelt. Nur Vorstandschef Klaus Lellé darf bleiben. Im dreiköpfigen Führungsgremium sitzt er nun aber zwei Vertrauten des neuen Mehrheitseigners Darren Ehlert gegenüber.

Halloren-Chef Klaus Lellé bleibt als einziger der alten Führungsriege an Bord.

Quelle: dpa

Halle. Zeitenwende in Deutschlands ältester Schokoladenfabrik: Halloren- Großaktionär und Aufsichtsratschef Paul Morzynski zieht sich nach 25 Jahren aus dem Unternehmen zurück – und verkauft seinen Anteil an den zweiten Großaktionär Darren Ehlert (43). Der kommt künftig auf knapp 75 Prozent. „Wir bedanken uns für sein unermüdliches Engagement“, würdigte Vorstandschef Klaus Lellé (57), den Morzynski 1997 von den Riesaer Teigwaren abgeworben hatte, seinen scheidenden Großaktionär. „Ohne ihn würde dieses Unternehmen heute nicht existieren.“

An der Halloren-Spitze ist Lellé künftig der einzige der alten Führungsriege, der an Bord bleibt. Produktionsvorstand Michael Josefus war im März kurz vor seinem 61. Geburtstag verstorben – nach schwerer Krankheit, wie Morzynski auf Anfrage bestätigte. „Das war für uns alle ein schwerer Schlag und für das Unternehmen ein großer Verlust.“ Wenig später erklärte dann Finanzvorstand Andreas Stuhl (54) seinen Rückzug – auf eigenen Wunsch und aus persönlichen Gründen, erklärte Morzynski. Er sei aber noch bis Jahresende im Unternehmen, arbeite nun seinen Nachfolger ein.

Ehlert-Vertraute übernehmen Führungsposten

Stuhl war im November 2006 zu Halloren gekommen, Josefus Anfang 2009. Nachfolger der beiden sind zwei Vertraute des Großaktionärs Darren Ehlert: Jay Binler (49) ist neuer Finanzvorstand, Brandon Frehner (34) übernimmt das Produktionsressort. Beiden arbeiteten zuvor bei Ehlerts Investmentfirma In-West. „Der größte Aktionär bestimmt halt die Musik“, sagte Morzynski. „Das ist doch völlig normal und auch legitim, dass er Mitarbeiter seines Vertrauens im Unternehmen installiert.“

Bereits im Oktober 2016 war angekündigt worden, dass die beiden in den Halloren-Vorstand einziehen. Damals waren extra dafür zwei neue Ressorts geschaffen worden. Insgesamt sollte das Gremium sogar auf sechs Personen anwachsen. „Das war eine Idee, die wir dann schnell wieder verworfen haben“, sagte Morzynski. „Jetzt haben wir wieder einen Dreier-Vorstand, wie wir ihn auch vorher immer hatten. Ich denke, das ist für ein Unternehmen dieser Größe auch völlig angemessen.“

Die Idee, für den Sechser-Vorstand Udo Hungerland (57) zum Einkaufsvorstand zu befördern, wurde daher wieder verworfen. Stattdessen musste er auch seinen Posten als Leiter des Zentraleinkaufs räumen. Spekulationen, auch Lellé könnte nun vor der Ablösung stehen, wies Morzynski zurück: „Klaus Lellé ist nach wie vor das Gesicht von Halloren. Ich gehe davon aus, dass er das auch noch lange ist. Ich glaube, dass er noch spannende Zeiten bei Halloren haben wird.“

Morzynski bietet Aufsichtsratsvorsitz an

Morzynski, der im November 67 Jahre alt wird, hatte die Schokoladenfabrik 1992 von der Treuhand gekauft und danach erfolgreich saniert. Seit 2006 ist er Aufsichtsratschef. Den Posten wird er nun wohl an den neuen Hauptaktionär Ehlert abgeben. „Ihm gebührt eigentlich der Aufsichtsratsvorsitz – schon aufgrund seiner mehrheitlichen Aktienpräsenz“, sagte Morzynski.

Ehlert, der in Nordrhein-Westfalen lebt, war Ende 2014 bei Halloren eingestiegen – über die Firma Charlie Investors. Die hatte er extra dafür zusammen mit seinem Bruder Kenneth gegründet. Seither haben die beiden Brüder, die sowohl US- als auch kanadische Staatsbürger sind, ihren Anteil immer weiter erhöht.

Zuletzt wurde beim Kurssturz vor dem Börsenrückzug Ende 2016 preiswert aufgestockt – um 100 000 Aktien. Zugleich kaufte Halloren 450 000 eigene Papiere zurück, was die Anteile der Alt-Aktionäre erhöhte. Nach LVZ-Berechnungen kam Charlie Investors zuletzt auf rund 45 Prozent. Zusammen mit den fast 29 Prozent von Morzynski sind es nun annähernd 75 Prozent.

Morzynski: Es wurde Zeit für einen Generationswechsel

Im Interview mit der Leipziger Volkszeitung (Dienstagausgabe) sprach Morzinsky von einem notwendigen Generationswechsel. „Es wurde einfach Zeit, den Generationswechsel einzuleiten. Der ursprüngliche Plan war, mein Aktienpaket Ende 2019 zu verkaufen. Das wurde jetzt einvernehmlich mit Herrn Ehlert vorgezogen.“

Die Entscheidung sei ihm nicht leicht gefallen. „Halloren ist in diesem Jahr immerhin 25 Jahre unter meiner Federführung gelaufen. Diese Zeit war die spannendste in meinem unternehmerischen Dasein“, sagte der 66-Jährige. „Mein Herz hängt weiterhin an Halloren und deren Mitarbeitern, mit denen ich durch dick und dünn gegangen bin.“

Zugleich zeigte er sich zuversichtlich, dass die Firma unter dem neuen Eigner eine gute Zukunft haben werde. „Ich glaube an eine gute und positive Zukunft unter der Führung von Darren Ehlert. Er ist mit der gleichen Begeisterung und den Emotionen im Unternehmen tätig, wie man es von einem Unternehmer erwartet.“

Von Frank Johannsen

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