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Neustart für altes LVB-Haus an der Karli

Neustart für altes LVB-Haus an der Karli

Das ehemalige Hauptverwaltungsgebäude der Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) in der Karl-Liebknecht-Straße 8-14 hat einen neuen Eigentümer. Nach LVZ-Informationen erwarb eine Investorengemeinschaft aus der in München ansässigen Firma Baywobau und von zwei Privatinvestoren das imposante Ensemble im Zentrum Süd.

Das Gebäudeensemble in der Karl-Liebknecht-Straße 8-14 (linke Hälfte dieses Panoramas bis zum grünen Baugerüst) wurde im Ersten Weltkrieg errichtet und nach der Wende saniert.

Quelle: Jörg Dietrich panoramastreetline.de

Es zieht sich von der Sparkassen-Filiale an der Hohen Straße bis vor zur Thalia-Buchhandlung.

Im Mai 2013 hatten die Verkehrsbetriebe das Objekt nach rund 20 Jahren verlassen. Sie verlegten damals ihren Sitz an den Georgiring. Die 12000 Quadratmeter Nutzflächen umfassende Immobilie in der Karl-Liebknecht-Straße war gleich nach der Wende durch ein familiengeführtes Unternehmen aus Baden-Württemberg denkmalgerecht saniert worden. Erst in diesem Jahr nun wurde das ganze Ensemble verkauft.

Eindrucksvoll an dem Objekt, das von 1914 bis 1917 - also mitten im Ersten Weltkrieg - vom Verband Deutscher Handlungsgehilfen errichtet worden war, ist nicht nur die Größe. Allein an der Frontseite ordnete der bedeutende Architekt Georg Wünschmann 23 Fensterreihen an. Zu dem reichen Fassadenschmuck aus Naturstein gehören sechs kannelierte Säulen - über ihnen thronen Götterfiguren wie der für den Handel zuständige Merkur. Die Decke der Vorhalle (zwischen Apotheke und Fleischer) schmücken acht farbige Glasmosaiken, die ebenfalls aufwendig restauriert wurden. Die Krönung freilich stellt ein Kuppelsaal samt Galerie dar, der sich über den sechs Vollgeschossen befindet.

Laut Insidern tagten in dem Saal früher nicht nur verschiedene LVB-Gremien. Dort kamen auch öfter Stadträte oder Kommunalmanager zusammen, wenn der Inhalt der Beratungen als besonders geheimhaltungswürdig galt. Über dem Saal gibt es noch eine gewaltige Rotunde. Sie ist unter anderem mit Stierkopf-Plastiken verziert und bietet einen fantastischen Ausblick.

Da das Ensemble an einer der beliebtesten und belebtesten Magistralen Leipzigs steht, zudem über eine Tiefgarage mit 65 Stellplätzen und weiteren Parkmöglichkeiten im Hof verfügt, bieten sich für die nun vorgesehene Neubelebung verschiedene Nutzungen an. Zurzeit laufe eine mehrstufige Planungsphase, erklärt Enno Müller von der Baywobau. Klar sei bereits, dass das Ensemble in Zukunft nach seinem Schöpfer "Wünschmann Haus" heißen soll. Von ihm stammen in Leipzig übrigens auch das Geschäftshaus Dittrichring 18-20, etliche Villen, das Palmengartenwehr und die Klingerbrücke.

Für die vorhandenen Mieter inklusive der Geschäfte im Erdgeschoss ändere sich nichts, betont die CIMA Group, welche das Projekt für die neuen Eigentümer leitet. Noch dieses Jahr sollen die ersten Baumaßnahmen für die Schaffung von Wohnraum am Eingang Karl-Liebknecht-Straße 8 beginnen: Dort saß früher unter anderem der Mitteldeutsche Verkehrsverbund (MDV). Erste Vermietungen seien für Mitte 2016 geplant. Neben klassischen Drei- bis Vier-Raum-Quartieren für Familien würden auch Angebote für studentisches Wohnen in Betracht gezogen.

Im Anschluss soll im Nachbareingang die Sanierung jener Büroflächen folgen, die einst die LVB nutzten. Dort seien Flächen zwischen 150 und 5000 Quadratmetern für Freiberufler, Bürogemeinschaften und mittelständische Unternehmen denkbar. Derzeit wird aber auch noch geprüft, ob alternativ eine Hotelnutzung in Frage kommt, so Silvan Engelmeier, Partner der CIMA Group. Ein weiterer Saal im Hochparterre, der zuletzt als Tanzbar "Havana" bekannt war, könnte sicher auch als Empfangshalle und Lobby für ein Hotel funktionieren.

Apropos: Die Kuppelhalle ganz oben soll in Zukunft für Veranstaltungen verschiedener Art zur Verfügung stehen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 07.04.2015
Jens Rometsch

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