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Nextbike aus Leipzig und die Deutsche Bahn liefern sich Fahrrad-Krieg in Berlin

Umkämpfte Hauptstadt Nextbike aus Leipzig und die Deutsche Bahn liefern sich Fahrrad-Krieg in Berlin

Der Leipziger Fahrradverleiher Nextbike setzt zum Sprung nach Berlin an – und muss sich dort mit dem bisherigen Platzhirsch Deutsche Bahn herumschlagen. Deren Tochter „Call a Bike“ hatte die Ausschreibung des Senats zwar im Frühjahr an die Leipziger verloren. Doch weichen will die Bahn nicht.

In Berlin laufen die neuesten Nextbike-Räder jetzt im Testbetrieb.

Quelle: dpa

Berlin/Leipzig. Zusammen mit dem Discounter Lidl baut die Bahn-Tochter „Call a Bike“ in der Hauptstadt jetzt ein Konkurrenznetz zu Nextbike auf. Die Leipziger sind entsetzt und fürchten verdeckte Subventionen des Staatskonzerns an die defizitäre Fahrradsparte.

Die ersten silber-blauen Räder aus Leipzig sind seit 1. November in Berlin unterwegs – und bringen frische Farbe in das bisher vom Rot der Bahn-Tochter „Call a Bike“ dominierte Angebot. Noch ist es nur ein Testbetrieb. Im Ost-Stadtteil Lichtenberg sind die ersten 50 Räder an sechs Stationen verfügbar. Nutzen können Sie bisher nur registrierte Testnutzer.

„Da wird jetzt alles auf Herz und Nieren geprüft, damit wir im Frühjahr richtig starten können“, erzählt Nextbike-Sprecherin Mareike Rauchhaus. Mit mindestens 2000 Rädern an 200 Stationen wird es losgehen. Die Bahn hatte bisher nur 1450 Räder an 150 Stationen stehen. Bis 2018 will Nextbike sogar auf 700 Stationen erhöhen und 5000 Fahrräder im Einsatz haben.

Bahn gibt sich nicht geschlagen

Die Bahn hält dagegen – und stockt sogar deutlich auf. „Wir wollen in Berlin bleiben“, sagt trotzig DB-Rent-Chefin Sylvia Lier, zu deren Sparte auch „Call a Bike“ gehört. Statt ihre Leihräder nach der verlorenen Ausschreibung abzuziehen, soll sich die Zahl sogar auf 3500 mehr als verdoppelt.

Zwar werden die Leih-Stationen wie vom Senat gefordert bis Jahresende geräumt, damit Nextbike sie übernehmen kann. Die Räder aber bleiben in Berlin – und können künftig ohne feste Standorte an jeder Ecke abgestellte werden. Dafür wurde der Discounter Lidl als Partner an Bord geholt. Unter dem Namen „Lidl-Bike“ gehen die von silber-rot in silber-grün umlackierten Leihräder an den Start – ebenfalls im Frühjahr.

„Nur über die Verleihgebühren lassen sich Mietfahrradsysteme in Deutschland bislang nicht kostendeckend betreiben“, sagt Lier. Und weil der bisherige Zuschuss des Senats künftig an Nextbike geht, sprang bei der Bahn-Tochter nun Lidl ein. Wie hoch der Zuschuss ausfällt, will sie nicht verraten.

Einspruch der Bahn verzögert Start

„Call a Bike“ zeige sich von seiner schlechtesten Verliererseite, schimpft Nextbike-Frau Rauchhaus. Die Bahn-Tochter war im Mai bei der Neuausschreibung des Leihradnetzes unterlegen. Von fünf Bewerbern gab der Senat am Ende Nextbike den Zuschlag. Die unterlegene Bahn-Tochter zog gegen diese Entscheidung vor Gericht – wo sie erneut unterlag. „Das hat den Start in Berlin aber um ein halbes Jahr verzögert“, kritisiert Rauchhaus.

7,5 Millionen Euro bekommt Nextbike nur vom Berliner Senat, verteilt auf die fünf Jahre Laufzeit des Vertrags. Das deckt nach Angaben des Unternehmens längst nicht alle Kosten, ermögliche aber bezahlbare Preise für die Nutzer. Dass sich Lidl-Bike nun allein Dank des Sponsors auch ohne Zuschuss rechnet, kann Nextbike-Chef Ralf Kalupner daher nicht glauben. „Wer annimmt, das funktioniere ohne Steuergelder, liegt falsch.“

Nextbike steigt zum Marktführer auf

Dank des Zuschlags in Berlin zieht Nextbike am bisherigen Marktführer „Call a Bike“ vorbei und wird zur neuen Nummer 1 in Deutschland. „Berlin ist unser bisher größtes Projekt weltweit“, sagt Kalupner. Bisher größter Nextbike-Standort war Warschau in Polen mit 2000 Rädern. Auch dort wird gerade aufgestockt – auf ebenfalls 5000. Am Stammsitz in Leipzig sind es 400.

In Deutschland ist Nextbike in 46 Städten vertreten, weltweit sind es über 100. 30 000 Nextbike-Räder sind rund um den Globus bereits im Einsatz. Und jedes davon wurde in Leipzig montiert, wo mehr als 100 der 200 Nextbike-Mitarbeiter tätig sind. Zwei Hallen in Lindenau dienen als Montagewerk. „Da werden jetzt auch die Räder für Berlin montiert“, berichtet Rauchhaus. Zum Einsatz komme dort die neueste Generation mit GPS-Satellitenortung und elektronischem Kabelschloss. „Im Frühjahr kommen die dann auch nach Leipzig.“

Von Frank Johannsen

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