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Niki übernimmt Verbindung von Air Berlin in Leipzig und Dresden

Flughafen Leipzig/Halle Niki übernimmt Verbindung von Air Berlin in Leipzig und Dresden

Trotz des angekündigten drastischen Abbaus von Flugverbindungen bei Air Berlin wird der Flughafen Leipzig/Halle keine Linienflüge verlieren. Die österreichische Gesellschaft Niki will unter anderem die Leipziger Flüge von Air Berlin übernehmen.

Modellflugzeug der Airline Niki: Die Gesellschaft des Ex-Rennfahrers Niki Lauda übernimmt die Leipziger Strecken von Air Berlin.

Quelle: dpa

Schkeuditz/Dresden. Aufatmen an den Flughäfen Leipzig/Halle und Dresden: Der angekündigte Umbau bei Air Berlin scheint ohne große Einschnitte im sächsischen Flugplan über die Bühne zu gehen. In Leipzig/Halle sollen alle bisherigen Air-Berlin-Strecken 2017 von der österreichischen Partner-Airline Niki übernommen werden, in Dresden zumindest die wichtigen Mallorca-Flüge. Das bestätigte Air Berlin auf Anfrage.

„Alle im aktuellen Flugplan veröffentlichten Flüge sind buchbar“, erklärte eine Sprecherin. Und fügte hinzu: „Die touristischen Flüge werden planmäßig an Niki übergeben.“ Stichtag ist der Beginn des nächsten Sommerflugplans am 26. März 2017. Das betrifft in Leipzig/Halle sämtliche Flüge der Airline. Denn von hier aus steuert Air Berlin ausschließlich Ziele rund ums Mittelmeer an: Die spanische Sonneninsel Mallorca und die griechischen Inseln Kreta, Korfu und Kos sind derzeit für Sommer 2017 buchbar, im vergangen Sommer waren es insgesamt sogar 28 Flüge pro Woche zu zehn Zielen. Im derzeit laufenden Winterplan sind zudem Ägypten, Madeira, Gran Canaria, Teneriffa, Fuerteventura und Lanzarote im Programm – alles Ziele, die bei Air Berlin als touristisch gelten. Damit fallen sie unter den Deal mit Niki.

In Dresden gilt das zudem für die tägliche Sommer-Verbindung nach Mallorca. Die zweite dortige Verbindung nach Düsseldorf dürfte Air Berlin dagegen wohl selbst behalten. Die Sprecherin wollte sich hier noch nicht festlegen: „Wir planen die Bekanntgabe des neuen Flugnetzes noch in diesem Monat“, erklärte sie. Bis dahin lasse sich zu einzelnen Strecken noch nichts abschließendes sagen. Grundsätzlich wolle Air Berlin Düsseldorf aber sogar stärken. „Als Netzwerk-Carrier setzt Air Berlin noch mehr als zuvor auf hervorragende Anbindungen an die Drehkreuze in Berlin und Düsseldorf, die von zahlreichen Flughäfen aus mit hoher Frequenz angeflogen werden.“ Das dürfte nach Einschätzung von Bebachtern kaum für Einschnitt bei der Anbindung von Dresden sprechen.

Derzeit wird die Strecke bis zu viermal am Tag bedient. Allerdings fliegt Air Berlin nicht selbst, sondern in ihrem Auftrag die Luftfahrtgesellschaft Walter. Zum Einsatz kommt dabei eine Propellermaschine des Typs Bombardier Dash 8 mit 86 Plätzen, die in Dresden stationiert ist. Die ist nach Information der LVZ meist brechend voll. „Das läuft sensationell gut“, sagte eine mit der Sache vertraute Person. So lag die Auslastung am 10. Dezember zum Beispiel bei 99 Prozent: Genau einer der 86 Plätze war in der Maschine noch frei, hieß es bei einer Partner-Airline.

Noch offen ist dagegen, was aus den beiden Maschinen des Typs Airbus A320 wird, die Air Berlin in Leipzig stationiert hat – samt 50 Crew-Mitgliedern. Klar ist, dass Air Berlin selbst künftig keine Flieger mehr in Schkeuditz vorhalten wird. Das hatte die Airline Ende September angekündigt. Als Basen mit dort stationierten Flugzeugen sollen künftig nur neben den beiden Drehkreuzen Düsseldorf und Berlin nur noch Stuttgart und München fungieren.

Was das konkret für die Maschinen in Leipzig und deren Crews bedeutet, ist offen. Denkbar wäre sowohl einer Übergabe an Niki, wo die Maschinen dann umlackiert dieselben Ziele wie bisher ansteuern könnten, als auch ein Abzug zu einem der Drehkreuze Düsseldorf oder Berlin. Die Sprecherin wollte sich hier nicht festlegen. „Wir können gegenwärtig keine Aussage zu den Stationierungen einzelner Fluggeräte treffen.“ Insgesamt will Air Berlin rund die Hälfte seiner bisherigen Flotte abgeben und am Ende noch 75 Flugzeuge im Dienst haben. In Dresden hatte Air Berlin seine Basis dagegen Ende 2014 geschlossen und seither keine eigene Flugzeuge mehr in der Landeshauptstadt stationiert.

Die Wiener Fluggesellschaft Niki, die nun große Teile des Ferienflugbetriebs übernehmen soll, ist bisher eine Tochter von Air Berlin. Vor zwei Wochen hatte Air-Berlin-Chef Stefan Pichler dann aber angekündigt, den Anteil an den eigenen Großaktionär Etihad aus Abu Dhabi abzutreten. Dabei solle auch das Touristik-Geschäft weitgehend an Niki abgegeben werden, konkret die Urlaubsziele rund ums Mittelmeer und im Atlantik. Einzige Ausnahme: Italien. Das will Air Berlin weiter selbst ansteuert, ebenso wie die innerdeutschen Ziele, Nord- und Osteuropa sowie alle Fernziele vor allem in den USA.

Niki war 2003 vom Rennfahrer Niki Lauda, der selbst Piloten ist, gegründet worden, nachdem er seine erste Airline Lauda Air die Lufthansa verkauft hatte. 2004 stieg Air Berlin bei Niki ein. Der künftige eigner Etihad will die Airline – samt der übernommen Air-Berlin-Strecken in Sachsen – in einen neuen Ferienflieger zusammen Tuifly einbringen. Mit mehr als 60 Maschinen soll der reine Ferienflieger dann fast ebenso groß werden wie die geschrumpfte Air Berlin.

Von Frank Johannsen

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