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Offizin Andersen Nexö macht weiter - Gläubiger geben grünes Licht

Offizin Andersen Nexö macht weiter - Gläubiger geben grünes Licht

Die insolvente Traditionsdruckerei Offizin Andersen Nexö (OAN) kann sich wie geplant in Eigenregie sanieren. Nach dem grünen Licht der Gläubigerversammlung am Montag will das Unternehmen nun zügig einen Restrukturierungsplan vorlegen.

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Buchbinderin Melanie Bogdan bei Offizin Andersen Nexö in Zwenkau.

Quelle: Andreas Döring

Leipzig/Zwenkau. Eine Schließung des Betriebs in Zwenkau ist aber vom Tisch: Einstimmig votierten die Gläubiger dafür, den Betrieb ohne Befristung fortzuführen.

OAN-Chef Stephan Treuleben sah sich durch das klare Votum gestärkt: "Der einstimmige Beschluss der Gläubiger ist eine eindrucksvolle Bestätigung unseres bisherigen Sanierungskurses", sagte er gestern. "Wir freuen uns, dass hier bei OAN alle Beteiligten an einem Strang ziehen, um eine nachhaltige Gesundung des Unternehmens zu gewährleisten." Denn erstmals nach dem Insolvenzantrag Ende Dezember hatte Treuleben den Gläubigern Rede und Antwort stehen müssen. Die von ihm angestrebte Sanierung in Eigenregie wurde am Ende ebenso abgesegnet wie der von Treuleben Ende Dezember ausgewählte Sachwalter Rüdiger Wienberg. Der klare Auftrag an beide: Sie sollen nun zügig einen Insolvenzplan vorlegen, der die Eckpunkte der finanziellen Neuaufstellung des Unternehmens regelt - und definiert, auf wie viel Geld die Gläubiger verzichten müssen.

Rund 20 Gläubiger des Unternehmens waren am Montag im großen Saal des Leipziger Amtsgerichts zusammengekommen. Trotz der überschaubaren Personenzahl: 70 Prozent aller angemeldeten Forderungen seien durch sie vertreten gewesen, rechnete das Unternehmen. Denn Stichtag für die Anmeldung von Forderungen war nach Angaben des Gerichts bereits der 25. März. Anderthalb Stunden standen Treuleben und Wienberg Rede und Antwort. Die Beschlüsse seien dann alle einstimmig gefallen. Bis zur nächsten Gläubigerversammlung sollen beide nun einen detaillierten Insolvenzplan vorlegen. Ein Termin dafür wurde aber noch nicht genannt.

Treulebens Plan, das Unternehmen in Eigenregie zu sanieren, wurde damit erstmals von den Gläubigern abgesegnet. Und stolz berichtete er auf der Versammlung, dass auch wieder mehr Geld in der Kasse sei als Anfang des Jahres. Da hatte Treuleben die Reißleine gezogen: Einen Tag nach Weihnachten war er zum Insolvenzgericht gegangen. Grund für die Misere: Wegen der Krise in der Druckbranche würden immer mehr Papierlieferanten nur noch gegen Vorkasse liefern. Weil OAN von seinen Kunden aber erst Wochen später bezahlt wird, klaffte ein immer größeres Loch in der Kasse.

Seit November konnte das Unternehmen sogar seine Löhne nicht mehr pünktlich bezahlen. Nach dem Insolvenzantrag war dann zunächst für drei Monate die Arbeitsagentur eingesprungen, was OAN etwas Luft verschaffte. Inzwischen zahle das Unternehmen die Löhne wieder selbst, sagte ein Sprecher. Die Produktion in Zwenkau laufe weiter wie geplant, Personal sei hier nicht abgebaut worden.

Bei den OAN-Töchtern gingen dagegen bereits 100 Jobs verloren: Von den insgesamt 600 Mitarbeitern der OAN-Gruppe Ende 2012 seien noch 500 an Bord, so der Sprecher. Mehr als die Hälfte davon entfalle auf OAN selbst, wo bisher keine Jobs gestrichen wurden. Bereits besiegelt ist dagegen das Aus der beiden OAN-Töchter in Leipzig-Baalsdorf: Messedruck Leipzig mit einst 65 Mitarbeitern wurde Ende Februar geschlossen, die Leipziger Kunst- und Verlagsbuchbinderei (KuVe) gleich nebenan soll Ende Mai folgen. 21 der einst 55 KuVe-Mitarbeiter hat OAN aber bereits einen Wechsel nach Zwenkau angeboten. Von dort aus soll das Geschäft der einstigen Tochter künftig fortgeführt werden. Bei Messedruck holte OAN dagegen nur eine Handvoll Mitarbeiter nach Zwenkau. Sie sollen noch einige Zeit lang bei der Abwicklung der einstigen OAN-Tochter helfen.

Zur Gruppe gehört daneben Sachsendruck in Plauen mit zuletzt 180 Mitarbeitern sowie eine Tochter in Tunesien mit rund 20 Beschäftigten. Von der Insolvenz waren beide aber nicht betroffen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 10.04.2013

Frank Johannsen

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