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Ost-Textilindustrie erfolgreich auf neuen Absatzmärkten

Nach Absatzkrise in Russland Ost-Textilindustrie erfolgreich auf neuen Absatzmärkten

Lange galt sie als sterbende Branche in Ostdeutschland: Doch die Textilindustrie, die im Wettbewerb mit Billiglohnländern steht, hat sich neue Nischen gesucht.

Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee hat am Montag thüringische Textilunternehmen besucht. Dort sind rund 2.500 Beschäftigte in 50 mittelständischen Textilunternehmen und Forschungsinstituten beschäftigt.

Quelle: dpa

Mühlhausen . Die ostdeutsche Textilindustrie hat sich nach dem Absatzeinbruch in Russland wirtschaftlich gefangen. Nach einem schwachen Jahr 2014 sei der Umsatz in den ersten fünf Monaten dieses Jahres um 4,2 Prozent auf 574 Millionen Euro gestiegen. Umsatztreiber sei der Export mit einem Plus von neun Prozent, teilte der Hauptgeschäftsführer des Verbands der Nord-Ostdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie, Bertram Höfer, am Montag in Mühlhausen mit. Anlass war ein Besuch von Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) bei Textilunternehmen.

Die Umsatzzahlen in diesem Jahr deuteten darauf hin, dass viele Firmen den erheblichen Exportrückgang durch die Russland-Ukraine-Krise mit Lieferungen in andere Märkte kompensiert hätten, sagte Höfer. Nach Verbandsangaben beschäftigt die Textilindustrie in Ostdeutschland etwa 16.000 Menschen, darunter rund 12.000 in Sachsen und 2500 in Thüringen. Die Textilregion Sachsen-Thüringen gehöre neben Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Bayern zu den vier Branchenschwerpunkten in Deutschland.

Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee hat am Montag thüringische Textilunternehmen besucht. Dort sind rund 2.500 Beschäftigte in 50 mittelständischen Textilunternehmen und Forschungsinstituten beschäftigt.

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„Unsere Anfang der 1990er Jahre totgesagte ostdeutsche Branche hat sich mit Hightech-Ausstattungen sowie mit konkurrenzfähigen Produkten und Leistungen zukunftsfähig aufgestellt“, erklärte Höfer. Vor allem im Bereich technische Textilien sowie bei solchen mit Zusatzfunktionen wie beispielsweise geruchshemmenden Garnen für Sportbekleidung habe sie erfolgreich eine Nische besetzt. Nach Angaben des Verbandes gehören zu der Branche etwa 350 Firmen in den neuen Ländern. 2014 habe der Jahresumsatz rund 1,7 Milliarden Euro betragen. Nur noch 20 Prozent des Umsatzes würde mit Bekleidung gemacht.

Zu den 50 Firmen in Thüringen gehören Textilveredler wie die seit 170 Jahren bestehende Gebr. Hecht GmbH in Mühlhausen, die nach eigenen Angaben Garne färbt und für die Weiterverarbeitung auf Spulen bringt. Die Traditionsfirma mit 38 Beschäftigten leidet nach Angaben ihres Geschäftsführers Jochen Hecht unter dem Einbruch des Russlandgeschäfts. Vorübergehende Kurzarbeit sei die Folge. Derzeit würden neue Märkte erschlossen.

Als Zulieferer für die Automobilindustrie hat sich die Cotta Vlieswerk GmbH in Mühlhausen profiliert. Sie gehört zur Perick Management Gruppe in Anrode (Unstrut-Hainich-Kreis) mit nach eigenen Angaben 40 Millionen Euro Jahresumsatz 2014 und 225 Beschäftigten. (lvz)

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