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Ostdeutsche Chemie warnt vor Firmen ohne Mitarbeiter

Ostdeutsche Chemie warnt vor Firmen ohne Mitarbeiter

Im Tarifkonflikt in der ostdeutschen Chemieindustrie wollen die Arbeitgeber strikt an der 40-Stunden-Woche festhalten, haben aber ein Entgegenkommen in anderen Bereichen angedeutet.

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Der Biologics Reinraum der Wacker Chemie am Standort Jena: Dem Verband der Chemischen Industrie (VCI) zufolge hat es in der Branche dieses Jahr bereits viele neue Jobs gegeben.

Quelle: dpa

Berlin. „Von 2012 bis 2022 gehen zwei Drittel aller Beschäftigten der ostdeutschen Chemie in den Ruhestand", sagte der Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbandes Nordostchemie, Paul Kriegelsteiner, am Mittwoch. „Wenn wir auch noch die Arbeitszeit herunterfahren würden, bräuchten wir auf einen Schlag 6,7 Prozent mehr Arbeitskräfte. Die gibt es aber nicht."

Die IG Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) dringt dagegen auf eine Senkung der Wochenarbeitszeit von derzeit 40 auf 37,5 Stunden als Angleichung an die Bedingungen im Westen Deutschlands. Die nächste Verhandlungsrunde für die rund 30.000 Beschäftigten in Ost-Deutschland und im Osten Berlins ist an diesem Freitag; ein Durchbruch wird nicht erwartet.

Im Westen der Hauptstadt gilt schon länger die 37,5 Stunden-Woche. Bundesweit waren in der aktuellen Tarifrunde bereits 4,1 Prozent mehr Entgelt vereinbart worden; das gilt auch im Osten.

Kriegelsteiner betonte, eine Verringerung der Arbeitszeit würde die Leistungsfähigkeit der Branche schwächen. Weniger Erträge gingen letztlich auch zu Lasten der Beschäftigten. „Der Nachwuchs geht uns aus, und obwohl es hier genügend Arbeitsplätze gibt und die Bezahlung einheitlich ist, will kaum jemand vom Westen in den Osten ziehen. Auch aus Polen bekommen wir nur vereinzelt Kräfte. Die 40-Stunden-Woche ist für uns deshalb unverzichtbar."

Dafür seien die Arbeitgeber aber bereit, die Stellen attraktiver zu machen und zum Beispiel für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu sorgen. In diesem Zusammenhang denkt Kriegelsteiner zum Beispiel über eine zeitweise Verkürzung der Arbeitszeit für die Kinderbetreuung nach, über die Einführung eines Lebensarbeitszeitkontos, die Schaffung von Kindergarten-Plätzen für Beschäftigte und die Unterstützung von Schulen und Lehrerfortbildungen. „Das bringt den Beschäftigten viel mehr, davon können Arbeitnehmer anderer Branchen nur träumen", meinte Kriegelsteiner. „Außer bei der Arbeitszeit gibt es viele Möglichkeiten, wo man sich treffen kann."

Die Branche ist hervorragend ins Jahr 2011 gestartet. So haben die ostdeutschen Chemiebetriebe im Januar und Februar rund 3,3 Milliarden Euro Umsatz erzielt und damit fast 21 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Bundesweit hat die Chemie im ersten Quartal so gute Ergebnisse eingefahren wie noch nie, obwohl die Prognosen zum Jahresbeginn noch verhalten waren.

Kriegelsteiner verwies auf Entgelterhöhungen der Branche von fast 60 Prozent im Osten Deutschlands seit dem Jahr 2000. Nach seiner Einschätzung sind die Arbeitsbedingungen zwischen Baden-Württemberg und Bayern inzwischen unterschiedlicher als zwischen Ostdeutschland und Bayern.

dpa

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