Volltextsuche über das Angebot:

17 ° / 9 ° Regenschauer

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
PC-Ware-Aufsichtsratschef Pruschak im LVZ-Interview: "Wir wollen wieder wachsen"

PC-Ware-Aufsichtsratschef Pruschak im LVZ-Interview: "Wir wollen wieder wachsen"

Der Konzernumbau beim Leipziger IT-Unternehmen PC-Ware ist größtenteils abgeschlossen. Er glaube nicht, dass es weitere größere Veränderungen geben wird, sagte Wilfried Pruschak, Geschäftsführer der Wiener Raiffeisen Informatik GmbH und Aufsichtsratschef der PC-Ware AG.

Voriger Artikel
Leipziger Telefonwerk SECM peilt neues Geschäftsfeld an
Nächster Artikel
Rostocker Stadtwerke-Chef im VNG-Aufsichtsrat

Der Standort der Firma PC-Ware im Gewerbegebiet Heiterblick in Leipzig.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Frage: PC-Ware macht in diesem Geschäftsjahr weniger Gewinn und Umsatz. Bereuen Sie den Einstieg bei PC-Ware?

Wilfried Pruschak: Nein, wir bereuen das nicht. Natürlich würde ich mich freuen, wenn wir bessere Ergebnisse hätten. Aber man muss die allgemeine Wirtschaftslage berücksichtigen. Im Gegensatz zu Wettbewerbern sind unsere Zahlen stabil. Im Softwaregeschäft konnten wir sogar Marktanteile gewinnen. Dagegen war das Hardwaregeschäft stark betroffen. Das ist auch der Grund gewesen, warum wir uns davon getrennt haben. Es war für uns unmöglich, die Sparte profitabel zu machen.

Mitten in der Wirtschaftskrise wurde im Sommer der Vorstand ausgewechselt. War das ein Fehler?

Nein, es war die richtige Entscheidung. Der alte Vorstand hat wirklich gute Aufbauarbeit geleistet, und sich sehr stark auf Expansion und Umsatzsteigerung konzentriert, darunter litt die Ertragskraft. Mittlerweile haben sich die Rahmenbedingungen massiv geändert. Es gibt Zeiten des Wachstums und Zeiten einer gedämpften Konjunktur wie jetzt, in denen man schauen muss, dass die Kostenstrukturen schlank bleiben. Das erforderte einen anderen Managementzugang. Und es ist wichtig, dass der Vorstand darauf reagiert.

Seit dem Vorstandswechsel kommt das Unternehmen allerdings nicht zur Ruhe. Mitarbeiter fürchten um ihren Job und behaupten, dass jeder, der den Vorstand kritisiert, seinen Arbeitsplatz verliert. Was ist an der Kritik dran?

Das ist eine Angelegenheit des Vorstands.

Die Mitarbeiter befürchten auch, dass die Raiffeisen Informatik als Hauptgesellschafter PC-Ware nach Wien holen will. Wie sicher ist Leipzig als Firmensitz?

Es gibt keinen Plan, den Firmensitz zu ändern.

Daran ändert sich auch nichts, wenn Sie 100 statt 91 Prozent der Aktien besitzen?

Es ist nicht unsere Philosophie, einen straffen Konzern zu bauen. Wir sehen die Raiffeisen Informatik als ein sehr föderales System mit vielen gesunden, ertragsstarken Unternehmen, die eine sehr hohe Eigenverantwortung und Autonomie haben. Diesem Prinzip wollen wir treu bleiben. Um die PC-Ware in die Raiffeisen Informatik zu integrieren, müssten wir außerdem große Managementkapazitäten binden. Dieser Aufwand lohnt sich nicht für uns.

Vorstand und Aufsichtsrat haben im Herbst einen Umbau des Konzerns angekündigt. Das Hardware-Geschäft wurde verkauft, 170 Mitarbeiter mussten gehen. Ist der Konzernumbau damit abgeschlossen?

Der Konzernumbau ist größtenteils abgeschlossen. Ich kann nicht ausschließen, dass es hier und da noch Justierungen gibt. Ich glaube aber nicht, dass es größere Veränderungen geben wird. Parallel zur Restrukturierung haben wir aber auch massiv Arbeitsplätze geschaffen. Wir haben in Deutschland eine PC-Ware-Comparex Deutschland gegründet, die mittlerweile 76 Mitarbeiter beschäftigt.

Die Geschäftsergebnisse von PC-Ware werden in diesem Jahr wahrscheinlich unter denen des Vorjahres liegen. Stößt der Konzern an seine Wachstumsgrenzen?

Es ist wie in einem Garten: Man muss die Pflanzen im Frühjahr stutzen, damit sie wieder stark austreiben können. Bei PC-Ware war der Personalaufwand in keiner günstigen Relation zu den Ergebnissen. Aber die Restrukturierung ist in diesem Jahr größtenteils geschafft. Im vergangenen Quartal sind die Zahlen nach oben gegangen. Wir wollen wieder wachsen. Uns ist nicht bange um die Entwicklung des Unternehmens.

Wie gut es einer Unternehmenstochter geht, hängt auch davon ab, wie es der Konzernmutter geht. Dank der PC-Ware erzielte die Raiffeisen Informatik 2009 erstmals mehr als eine Milliarde Euro Umsatz. Wie gut steht die Konzernmutter da? Wie hoch ist der Gewinn?

Es schadet nicht, wenn es der Mutter gut geht, das ist richtig. Die Raiffeisen Informatik hatte 2009 das beste Geschäftsjahr ihrer Geschichte. Angaben zum Gewinn veröffentlichen wir nicht über Medien.

Interview: Markus Werning

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Wirtschaft
  • Jetzt einschalten!

    Begeistern Sie Ihre Kunden mit Ihren eigenen Angeboten & Informationen auf großen Bildschirmen – spielend einfach mit der LVZ Mediabox. mehr

  • Unsere Empfehlung

    Kein Display? Kein Problem! Von 22 bis 55 Zoll - mit unseren Mediabox-Komplettsystemen bieten wir Ihnen immer die individuell passende Lösung an. mehr

  • Top Preis

    Sie besitzen bereits einen Display? Mit der LVZ Mediabox steuern Sie ihre individuelle Sendeschleife bequem über das Internet. mehr

  • Sie bestimmen das Programm

    Individuell und aktuell: Ihre Informationen, Angebote und Aktionen sowie News der LVZ und von N24 auf der LVZ Mediabox mehr