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Plagwitzer Firma baut Luftgefährt für Einsätze an hohen Gebäuden

Plagwitzer Firma baut Luftgefährt für Einsätze an hohen Gebäuden

Die Idee für einen innovativen Arbeitsballon hat sich Henrik Modes schon patentieren lassen, jetzt nimmt sie bei seiner Firma Aerobotics in Plagwitz Gestalt an.

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Henrik Modes

Quelle: Christian Nitsche

Leipzig. Und in wenigen Wochen soll der Premierenstart des Luftarbeiters der neuen Art erfolgen, der in einer ersten Version mit Kameras zur Bauwerksdiagnostik bestückt ist.

Im Firmensitz in der Zollschuppenstraße 2a blickt Modes auf seine Konstruktionsunterlagen, die entstehende Ballonhülle und in die Zukunft. Der Mann hat rund 30 Jahre Berufserfahrung als Alpin-Techniker, ist damit einer der Dienstältesten jener Zunft, deren Vertreter mit Spezialausrüstung in großen Höhen werkeln. An Funk- und Kirchtürmen, Hochhäusern oder in riesigen Hallen kletterte der 50-Jährige bei seinem Job schon herum, und immer wieder grübelte er darüber nach, wie sich hoch oben effektiver zu Werke gehen lassen könnte. "Natürlich spielte auch der Sicherheitsaspekt eine Rolle, denn man kommt zuweilen an seine physischen und psychischen Grenzen, wenn über Stunden hinweg gehangelt, geprüft und montiert wird."

An die Situation, als ihm der Gedanke für eine schwebende Arbeitsplattform kam, erinnert er sich noch genau. "Das war bei einem komplizierten Einsatz im neuen Stadion 2008, das damals freilich noch nicht Red-Bull-Arena hieß." Sein Geistesblitz damals: ein Ballon mit oben aufgesetztem Korb, der einen AlpinTechniker aufnimmt und an die jeweilige Wand- oder Deckenposition bugsiert. Allerdings musste das Projekt erst noch weiter reifen. Von der Vorstellung, den Korb mittig zu installieren, verabschiedete sich Modes - stattdessen setzt er nun auf eine Lösung, bei der die Arbeitsbühne im oberen Sektor des Ballons andockt und mit einem ausgeklügelten Gestänge-Stabilisierungssystem an dem Luftgefährt gehalten wird. "Da stecken viel Knowhow und Entwicklungskosten drin."

Eine kräftige Finanzspritze bekam das Vorhaben, in das zwei Unternehmen in Markkleeberg und Halle als Kooperationspartner eingebunden sind, über das vom Bundeswirtschaftsministerium aufgelegte zentrale Innovationsprogramm für den Mittelstand. Nach Jahren des Tüftelns, Konstruierens und Probierens soll nun bis Ende nächsten Monats eine zunächst unbemannte Version des Ballons fertig sein, der mit zwei Kameras bestückt ist, die einerseits Live-Bilder vom Inspektionsort in luftiger Höhe ans Bodenpersonal senden und andererseits präzise Aufnahmen von möglichen Gebäudeschäden liefern. Vorgesehen ist die erste Mission des dann mit 44 Kubikmetern Helium gefüllten Aufsteigers im Tropical Island im Örtchen Brand in Brandenburg. Die einst als Zeppelinwerft gedachte 107 Meter aufragende Halle, die heute als Tropenbad-Paradies genutzt wird, soll dabei gründlich gecheckt werden. Danach will Modes bei dem bemannten Ballon mit acht Metern Durchmesser und 280 Kubikmeter Gasvolumen zur Fertigungstat schreiten.

Vor seiner Werkstatt parkt ein Fahrzeug, dessen Innenleben ebenfalls eine Neuentwicklung ist. Ein leistungsstarker Kompressor sitzt im Laderaum neben einer Batterie dickbäuchiger Stahlflaschen. "Hier haben wird die Helium-Rückführanlage", erklärt Modes die Gerätschaft, mit der das kostbare Edelgas nach den Aufstiegen wieder aus den Ballons in Lagergefäße gepumpt und dabei durch den hohen Druck verflüssigt wird. "Bis zu zehn Mal lässt sich das teure Helium so wiederverwenden."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 28.08.2013

Mario Beck

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