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Porsche holt Aktionäre nach Leipzig

Porsche holt Aktionäre nach Leipzig

Leipzigs Messegelände erwartet heute einen Ansturm der Porsche-Aktionäre. 3000 Anteilseigner haben sich zur Hauptversammlung der Porsche Automobil Holding SE angekündigt.

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Bei der bisher einzigen Porsche-Hauptversammlung in Leipzig im Januar 2004 hatte Wendelin Wiedeking das Ruder noch fest in der Hand.

Quelle: Uwe Pullwitt

Leipzig. Zum zweiten Mal überhaupt lädt das Unternehmen seine Anteilseigner nach Leipzig.

Der Flughafen Leipzig/Halle erlebte gestern ein Riesenaufgebot von Geschäftsfliegern. Selbst aus Katar setzte ein Airbus auf. Was kein Wunder ist: Heute findet auf der Leipziger Messe die Hauptversammlung statt. Und das Emirat Katar gehört seit 2009 zu den Porsche-Aktionären. In den Hotels der Stadt sorgt das Aktionärstreffen für volle Häuser. Allein 850 Zimmer hat das Unternehmen selbst gebucht. Und da sind die 3000 Kleinaktionäre, die sich angemeldet haben, noch gar nicht dabei. Denn die müssen sich um Anreise und Unterkunft selbst kümmern.

Schon seit Ende vorletzter Woche sind die Porsche-Leute auf dem Messegelände vor Ort. In Halle 1 werden heute die Aktionäre zusammenkommen, nebenan in Halle 3 gibt es eine kleine Auto-Ausstellung. Wer möchte, kann während der Hauptversammlung auch das Leipziger Porsche-Werk besichtigen. Shuttle-Busse pendeln zwischen beiden Orten.

Denn viel abzustimmen gibt es für die meisten der Aktionäre nicht. An der Börse gehandelt werden nur Vorzugsaktien. Abstimmen dürfen nur die Inhaber der Stammaktien. Und die liegen fast vollständig bei den Familien Porsche und Piëch. Nur das Emirat Katar erhielt 2009 Zugang zum Kreis der Stimmberechtigten. Als Porsche wegen der gescheiterten VW-Übernahme am Rand der Pleite stand, wurde das Emirat an Bord geholt - und erhielt einen Sitz im Aufsichtsrat.

Heute stellt sich das Gremium zur Wiederwahl. Ein Leipziger Kleinaktionär sorgt dabei für ein Novum: Der Vermögensverwalter Jens Klingenberg hat sich selbst als Kandidat vorgeschlagen - und tritt damit gegen VW-Patriarch Ferdinand Piëch, dessen Cousin Wolfgang Porsche sowie Scheich Jassim Al-Thani als Vertreter Katars um einen der sechs Sitze in dem Gremium an. So etwas hat bei Porsche seit Jahren niemand gewagt. Klingenbergs Wahlchancen gehen allerdings gegen Null. Die Stimmen liegen ja komplett bei den Porsches, Piëchs und Katar.

2004 hatte Porsche schon einmal nach Leipzig zur Hauptversammlung eingeladen. Damals kamen 1500 - deutlich weniger als die 3000, die sich dieses Mal angemeldet haben. Porsche-SE-Sprecher Albrecht Bamler: "Wir hatten schon Anfang 2012 die Idee, mal wieder nach Leipzig zu kommen." Und daran habe man dann auch festgehalten, obwohl das eigene Sportwagengeschäft inklusive des Leipziger Werks inzwischen an VW verkauft wurde.

Denn Autos baut die börsennotierte Porsche SE inzwischen überhaupt keine mehr. Ganz gekappt sind die Bande zur eigene Geschichte aber nicht: Nach wie vor hält die Holding mit 50,7 Prozent die Mehrheit an VW - und ist damit quasi der Mutterkonzern der Wolfsburger, zu dessen Töchtern wiederum die Sportwagenmarke Porsche gehört.

Das absurde Konstrukt ist Ergebnis der Übernahmeschlacht um VW: Als Porsche 2009 mit 50,7 Prozent sogar die Mehrheit an VW zusammen hatte, drohte der Sportwagenbauer unter den angehäuften Schulden zusammenzubrechen - und musste sich von Katar und VW retten lassen. Der Plan einer Fusion beider Unternehmen wurde dann aber wegen milliardenschwerer Schadenersatzklagen gegen Porsche auf Eis gelegt. Stattdessen kaufte VW das Porsche-Sportwagengeschäft inklusive des Leipziger Werks aus der Holding heraus. Mit den 4,5 Milliarden Euro, die VW dafür zahlte, konnte die Porsche SE ihre Schulden begleichen - und hat noch 2,6 Milliarden Euro in der Kasse. Investiert wurde davon bisher nichts. Außer der VW-Beteiligung hat die Porsche SE keinerlei Geschäftstätigkeit.

Für die Wolfsburger hat sich das Porsche-Engagement dagegen bereits ausgezahlt: Wie der Konzern gestern mitteilte, machte die neue VW-Tochter mit 573 Millionen Euro im ersten Quartal fast genauso viel Gewinn, wie die Kernmarke Volkswagen selbst (590 Millionen). Allerdings musste VW dafür gut 30 Mal so viele Autos verkaufen. Damit konnte die neue Tochter die schwachen Zahlen der Mutter zumindest etwas mildern: Bei der Marke VW hatte sich der Gewinn fast halbiert.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 30.04.2013

Frank Johannsen

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