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Porsche will Schummelsoftware bis Herbst beheben

Nach Dobrindts Verkaufsverbot Porsche will Schummelsoftware bis Herbst beheben

Einen Tag nach dem überraschenden Verkaufsverbot für den Cayenne Diesel V6 legt sich bei Porsche die Schockstarre: Bis Herbst will der Hersteller die Schummelsoftware beheben. Konsequenzen im Leipziger Werk gibt es bisher keine. Die Produktion läuft unverändert weiter.

Endmontage des Porsche Cayenne im Leipziger Werk.

Quelle: Porsche

Leipzig. Einen Tag nach dem überraschenden Verkaufsverbot für den Cayenne Diesel V6 legt sich bei Porsche die Schockstarre. „Auf die Fertigung am Standort hat das keine Auswirkungen“, sagte am Freitag die Leipziger Werkssprecherin Julia Pirlich der LVZ. „Das hat keine Auswirkungen auf die Auslastung unserer Werke“, fügte in Stuttgart Sprecher Christian Weiß hinzu.

Am Donnerstag hatte die Ankündigung von Alexander Dobrindt (CSU) den Hersteller noch kalt erwischt. Schließlich habe Porsche das Problem doch selbst an das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) gemeldet, hieß es. Mit einem Rückruf hatte man daher gerechnet – nicht aber mit dem zugleich ausgesprochen Verkaufsstopp. Denn zu diesem Mittel griff der Minister jetzt zum ersten Mal.

Update soll bis Herbst programmiert werden

Der offizielle Bescheid über den Rückruf kam dann am Freitagnachmittag. Betroffen sind 21 500 Fahrzeuge in Europa, davon 6000 in Deutschland. Weil in der Motorsteuerung eine unerlaubte Abschaltvorrichtung für die Abgasreinigung gefunden wurde, muss Porsche die Software erneuern. Das dafür nötige Update muss aber erst noch programmiert werden.

„Der Rückruf wird – nach Freigabe des Software-Updates durch das KBA voraussichtlich im Herbst 2017 starten und baldmöglichst abgeschlossen werden“, kündigte Weiß an „Sobald das genehmigt ist, können wir es auch relativ schnell in die Produktion einspielen.“ Dann könne auch die Auslieferung des V6-Diesels wieder anlaufen.

Im Grunde trifft Dobrindts Bann Porsche aber zu einem günstigen Zeitpunkt: Der Cayenne steht kurz vor dem Modellwechsel, im September wird der Nachfolger präsentiert, der dann nicht mehr in Leipzig gebaut wird, sondern in Bratislava. „Da sind die Stückzahlen derzeit nicht so hoch“, sagte der Sprecher. Genau Zahlen nannte er nicht. Nach LVZ-Schätzungen dürften aber von den 660 Autos, die das Werk pro Tag verlassen, weniger als 20 unter den Bann fallen.

Trittin und Özdemir springen Porsche bei

Unterstützung kam von ungewohnter Seite. Gleich mehrere Politiker der Grünen sprangen Porsche bei. Ex-Umweltminister Jürgen Trittin sagte, der Dobrindt handele „sehr ausgesucht“ wenn er ausgerechnet Porsche abstrafe, volumenstärkere Modelle aber ungeschoren lasse. „Das ist vorgetäuschtes Durchgreifen“, schimpfte auch Oliver Krischer, Ex-Obmann der Grünen im Abgas-Untersuchungsausschuss.

„Auf den Straßen fahren Millionen Diesel mit illegaler Abschalteinrichtung herum – und der Minister ruft 22 000 Porsche zurück.“ Parteichef Cem Özdemir forderte: „Dem Rückruf des Porsche Cayenne müssen jetzt umfassende Schritte für alle vom Abgas-Skandal betroffenen Fahrzeuge folgen.“

Motoren wurden von Audi geliefert

Porsche sieht sich in der Abgasaffäre eigentlich eher als Opfer denn als Täter. Denn die Diesel-Motoren baut Porsche nicht selbst. Sie kommen von der Konzernschwester Audi. Lange hatte sich Porsche dem Diesel verweigert. Erst 2008 gab sich der damals noch unabhängige Hersteller geschlagen. Kurz vor Weihnachten wurde in Leipzig der allererste Dieselmotor in einen Cayenne eingebaut. Damals wurde das noch groß gefeiert. Verbaut wurde schon damals ein 3-Liter-V6-Diesel von Audi – genau der Motor, der jetzt für Ärger sorgt.

Betroffen ist nur einer von zwei Diesel-Motoren, die Porsche im Cayenne anbietet. Und der größere 4,2-Liter-V8 – ebenfalls von Audi – sei deutlich gefragter, hieß es. Härter hätte das Leipziger Werk ein Stopp des kleineren Macan Diesel getroffen, in dem ebenfalls der 3-Liter-V6-Motor von Audi werkelt. Der Antrieb sei aber nicht komplett identisch, sagte der Sprecher „Das kann man nicht 1:1 übertragen.“ Und anders als beim Cayenne hatte Porsche beim Macan Diesel bereits Ende 2016 einen freiwilligen Rückruf gestartet. Und der, so hieß es, sei zu mehr als 80 Prozent abgearbeitet.

Von Frank Johannsen

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