Volltextsuche über das Angebot:

19 ° / 8 ° wolkig

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Porträt: VW-Chef Winterkorn bekommt Wirtschaftspreis für Engagement in Mitteldeutschland

Porträt: VW-Chef Winterkorn bekommt Wirtschaftspreis für Engagement in Mitteldeutschland

Er ist der starke Mann bei Volkswagen: Vorstandschef Martin Winterkorn hat den Konzern auf Wachstum getrimmt - und damit auch in den sächsischen Werken von VW und Porsche für zusätzliche Arbeit gesorgt.

Voriger Artikel
Arbeitsmarkt in Sachsen weiter robust - Quote sinkt weiter
Nächster Artikel
VW-Chef in Leipzig ausgezeichnet - Winterkorn erhält Wirtschaftspreis „Heiße Kartoffel“

Martin Winterkorn wird in Leipzig mit dem Wirtschaftspreis "Heiße Kartoffel" ausgezeichnet.

Quelle: dpa

Leipzig. Am Freitag wird er in Leipzig für seine Verdienste um den Automobilstandort Mitteldeutschland ausgezeichnet.

Fast hätte Winterkorn Sachsen vergessen. Damals, an seinem ersten Tag an der Spitze der Porsche-Dachgesellschaft Automobil Holding SE im November 2009, nachdem Volkswagen nach einem dramatischen Wirtschaftskrimi die Macht bei dem Sportwagenbauer übernommen hatte. „Das Zusammengehen von Volkswagen und Porsche macht alle Beteiligten zu Gewinnern“, diktierte er den Journalisten in die Notizblöcke: Kunden, Mitarbeiter, Aktionäre, der Standort Deutschland und auch das Autoland Baden-Württemberg würden profitieren. Und Sachsen? „Natürlich gilt das auch für Sachsen“, fügte er am Ende seiner Rede auf Nachfrage hinzu. „Ich bitte, den Fauxpas zu entschuldigen.“ Schließlich ist VW mit seinen Werken in Zwickau, Chemnitz und Dresden im Freistaat gut vertreten. Und Porsche montiert in Leipzig längst mehr Autos als in Stuttgart-Zuffenhausen.

Es war einer der wenigen Fehler, die dem mächtigsten Automobilmanager Deutschlands, wenn nicht gar der Welt, unterlaufen sind, seit er den Chefsessel bei VW vor fast fünf Jahren eingenommen hat. Winterkorn ist Perfektionist. Als er an die VW-Spitze rückte, ließ er die fast fertige Neuentwicklung des Golf noch einmal kräftig überarbeiten. Legendär ist schon jetzt sein Auftritt auf der Internationalen Automobilausstellung in Frankfurt am Main in diesem Jahr, auf der er einen Hyundai inspiziert - mit Maßband. Und zum Leidwesen seiner Mitarbeiter mürrisch feststellt, dass die Lenkradverstellung bei dem Koreaner viel geschmeidiger funktioniert als bei den eigenen Fahrzeugen.

Der zweifache Familienvater, das wird in solchen Momenten deutlich, ist genauso wie VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch Vollblut-Techniker und Qualitätsfanatiker - und kann, so heißt es in Wolfsburg, schon einmal laut werden, wenn etwas schiefläuft. Showtalent und Glamour dagegen sucht man bei ihm vergebens. „Wenn die Mutter Hausfrau ist und der Vater Arbeiter, dann wirkt das nach“, hat er dazu einmal gesagt.

Region Mitteldeutschland als Autostandort befördert

Mittlerweile hantiert der einstige Junge aus einfachen Verhältnissen, der aus der Nähe von Stuttgart stammt und dort auch Metallkunde und Metallphysik studierte, mit Milliarden. Der 64-Jährige setzt alles daran, den eingeschlagenen Wachstumskurs von Volkswagen fortzusetzen. „Wir befinden uns auf einem guten Weg, bis 2018 an der Spitze der Automobilindustrie zu stehen“, sagt er. Auch in den sächsischen Werken läuft es glänzend. In der Gläsernen Manufaktur in Dresden werden in diesem Jahr aller Voraussicht nach über 10000 Einheiten des Oberklassemodells Phaeton gebaut - das wäre ein Rekord. Die Motorenproduktion in Chemnitz läuft ebenso wie die Golf- und Passat-Fertigung in Zwickau auf Hochtouren. Volkswagen steuert in Sachsen auf das beste Jahr in der Unternehmensgeschichte zu - und peilt weiteres Wachstum an. In Zwickau wird ab 2013 als drittes Modell der Golf Kombi vom Band rollen, ebenso wie der Porsche Cajun in Leipzig. Und die Gläserne Manufaktur kann sich Hoffnungen auf den prestigeträchtigen Bau des Ein-Liter-Autos XL 1 machen.

Winterkorn habe als Chef von Volkswagen und der Porsche-Holding „in herausragender Weise mit dafür gesorgt, dass die Region Mitteldeutschland als Autostandort erfolgreich bleibt“, sagt der Präsident des Mitteldeutschen Presseclubs, Wolfgang Kenntemich. Der Presseclub zeichnet den VW-Chef dafür am Freitag im Bundesverwaltungsgericht mit der Heißen Kartoffel aus, einem undotierten Medien- und Wirtschaftspreis, der jährlich an Persönlichkeiten vergeben wird, die sich in besonderem Maße für die Region engagieren und dabei auch Problemen nicht aus dem Weg gehen. Winterkorn wird auch dafür gewürdigt, dass er die Universitäten Dresden und Chemnitz unterstützt. Preisträgerin im vergangenen Jahr war die international renommierte Kunstexpertin und Direktorin der Kunstsammlungen Chemnitz, Ingrid Mössinger, im Jahr 2009 der Unternehmer und Mäzen Arend Oetker.

Nils Vor den Tharen

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Wirtschaft
  • Jetzt einschalten!

    Begeistern Sie Ihre Kunden mit Ihren eigenen Angeboten & Informationen auf großen Bildschirmen – spielend einfach mit der LVZ Mediabox. mehr

  • Unsere Empfehlung

    Kein Display? Kein Problem! Von 22 bis 55 Zoll - mit unseren Mediabox-Komplettsystemen bieten wir Ihnen immer die individuell passende Lösung an. mehr

  • Top Preis

    Sie besitzen bereits einen Display? Mit der LVZ Mediabox steuern Sie ihre individuelle Sendeschleife bequem über das Internet. mehr

  • Sie bestimmen das Programm

    Individuell und aktuell: Ihre Informationen, Angebote und Aktionen sowie News der LVZ und von N24 auf der LVZ Mediabox mehr