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Post-Chef Appel: DHL-Frachtdrehkreuz treibt Entwicklung der Region voran

Offizielle Inbetriebnahme Post-Chef Appel: DHL-Frachtdrehkreuz treibt Entwicklung der Region voran

Die Posttochter DHL treibt den Ausbau ihres Luftfrachtdrehkreuzes Leipzig voran und hat am Mittwoch zwei neue Terminals eröffnet. Kernstück ist eine Sortieranlage. Mit ihr wird die Kapazität um etwa 50 Prozent auf 150 000 Sendungen pro Stunde gesteigert.

Das Geschäft bei DHL am europäischen Frachtdrehkreuz läuft vor allem nachts.
 

Quelle: dpa

Schkeuditz.  Sachsen, ja ganz Ostdeutschland hat es Frank Appel angetan. „Es erfüllt mich mit Stolz, wie uns als Land die Wiedervereinigung gelungen ist“, sagte der Vorstandschef des Deutsche-Post-Konzerns am Mittwoch in Schkeuditz während der Feierstunde zur offiziellen Inbetriebnahme der 230 Millionen Euro teuren Erweiterung des europäischen Frachtdrehkreuzes der Konzerntochter DHL am Flughafen Leipzig/Halle. Die Entscheidung, nach Leipzig zu gehen, wo vor acht Jahren das Drehkreuz eröffnet wurde, „war goldrichtig“. Der Standort habe im Konzern ein hohes Ansehen.

Auch fremdenfeindliche Attacken und Äußerungen im Freistaat würden den Ruf Sachsens nicht schaden. „Das hat keine negativen Auswirkungen auf das Land und DHL“, sagte der 55-Jährige. „Da brauchen wir uns keine Sorgen zu machen.“ Kummer bereiten dem promovierten Neurobiologen dagegen Proteste gegen die geplanten Freihandelsabkommen der Europäischen Union mit den USA und mit Kanada. Kein Land habe so massiv von der Globalisierung und der Öffnung der Märkte in anderen Staaten profitiert wie die Bundesrepublik. „Es gibt kein Land, das mit Protektionismus irgendwie vorwärts gekommen ist.“ Deshalb sollten die Abkommen als „Riesenchance“ begriffen werden. Immerhin sei es durch freien Handel gelungen, die Armut in der Welt in den vergangenen 20 Jahren zu halbieren.

Jung spricht von sensationeller Entwicklung

Nach dem weltpolitischen Ausflug kehrte der gebürtige Hamburger zu Sachsen zurück. Er sei stolz darauf, als wichtiger Arbeitgeber von inzwischen 4900 Beschäftigten am Standort und Investor – bislang flossen 655 Millionen in das größte Frachtdrehkreuz von DHL – „die positive wirtschaftliche Entwicklung der Region weiter vorantreiben zu können“. Was Burkhard Jung (SPD), Oberbürgermeister von Leipzig, prompt aufgriff. Zwar liegen Airport und DHL komplett auf dem Gebiet der Stadt Schkeuditz, also im Landkreis Nordsachsen. Doch natürlich habe auch die „sensationelle Entwicklung“ des Frachtdrehkreuzes, das 2008 mit 2000 Mitarbeitern startete, dazu beigetragen, dass in Leipzig in den vergangenen zehn Jahren 60 000 neue Jobs entstanden seien und sich die Arbeitslosigkeit drastisch verringert habe. Ralph Wondrak, Chef von DHL am Flughafen, betonte, dass sein Unternehmen damit zu einem der größten Arbeitgeber in Mitteldeutschland aufgestiegen sei. 90 Prozent der Beschäftigten kämen aus Sachsen und Sachsen-Anhalt.

Möglich wurde die „Erfolgsgeschichte“ (Appel) am Airport durch die gerichtlich bestätigte Nachtflugerlaubnis. „Das ist für uns essenziell“, sagte Wondrak. Denn das Geschäft, das hier abgewickelt werde, sei nun mal nur nachts möglich.

Tillich steht hinter 24-Stunden-Betriebserlaubnis

Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) betonte, er stehe „klipp und klar“ zu dem 24-Stunden-Betrieb. Er wisse, dass es auch Belastungen gebe. Aber in der Abwägung sei er pro Arbeitsplätze, pro Wertschöpfung. Kritiker wie der Leipziger Lutz Weickert sprechen dagegen von einem „überdurchschnittlichen Anstieg der nächtlichen Lärm- und Gesundheitsbelastung hunderttausender Betroffener“. Mit Investitionen in den Lärmschutz von über 100 Millionen Euro hält Johannes Jähn, Sprecher der Geschäftsführung der Mitteldeutschen Flughafen AG, zu der neben Leipzig/Halle auch Dresden gehört, dagegen .

Von Ulrich Milde

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