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Punkt für Göpel im Streit gegen Wagner

Unister Punkt für Göpel im Streit gegen Wagner

Im Landgericht Leipzig wurde gestern entschieden, dass die zum GRK-Konzern gehörende Firma Opus 30 künftig zu allen Gesellschafterversammlungen des Leipziger Reise-Riesen Unister-Holding eingeladen werden muss.

"Ab in den Urlaub" gehört zu Unister (Symbolfoto)

Quelle: André Kempner

Leipzig. Damit wurde ein Beschluss mehrerer Unister-Gesellschafter ausgehebelt, die das nicht mehr wollten. Hintergrund des Streites ist eine Auseinandersetzung zwischen dem Leipziger Immobilien-Unternehmer Steffen Göpel und dem Unister-Gründer Thomas Wagner. Göpel hatte Unister Ende vergangenen Jahres vier Millionen Euro vorgestreckt und dafür eine Beteiligung von fünf Prozent an Unister erhalten, die von der Göpel-Firma Opus 30 gemanagt wird. Hinzu kamen inzwischen noch weitere 17 Prozent, die Göpel vom Unister-Gesellschafter Daniel Kirchhof erworben hatte. Der Immobilien-Mogul ist seitdem offenbar anderen Unister-Gesellschaftern ein Dorn im Auge. Sie machen ein Vorkaufsrecht für den 17-Prozent-Anteil geltend und werfen Opus geschäftsschädigendes Verhalten vor. Es wurde auch ein Gesellschafter-Beschluss gefasst, nachdem Opus den 17-Prozent-Anteil wieder abgeben soll. In diesem Beschluss heißt es auch, Opus dürfe bis dahin nicht mehr an allen Gesellschafterversammlungen teilnehmen. Deshalb hatte die Göpel-Firma per einstweiliger Verfügung beantragt, doch zu den Versammlungen eingeladen zu werden - und damit gestern vor der Kammer für Handelssachen Recht bekommen.

Voraus ging dieser Entscheidung ein mehrstündiges Tauziehen in Saal 106. Der Vorsitzende Richter André Jolas machte dabei deutlich, dass der Ausschluss von Opus für Unister erhebliche Gefahren birgt. Weil in der Hauptsache-Verhandlung noch mehrere Monate lang darüber gestritten wird, ob die GRK-Firma Gesellschafter der Unister-Holding ist, wären alle bis dahin gefassten Gesellschafterbeschlüsse anfechtbar oder nichtig, so Jolas. Alle Entscheidungen der Unister-Gesellschafter würden "mit Ungewissheit belastet" - selbst Entscheidungen für die strategische Ausrichtung des Onlinereisevermittlers.

Gleichzeitig räumte Jolas aber auch ein, dass Opus aus seiner Sicht nur wegen des Vier-Millionen-Euro-Kredites Anspruch auf eine Anerkennung als Gesellschafter der Unister-Holding hat. Denn es sei noch strittig, ob der anschließende Erwerb des 17-Prozent-Anteils rechtmäßig abgelaufen ist.

Die Botschaft des Vorsitzenden Richters: Opus könne nur solange an den Gesellschafterversammlungen teilnehmen, bis der Millionenkredit zurückgezahlt ist. Je schneller dies Unister gelinge, desto schneller könne die damit verbundene Fünf-Prozent-Beteiligung zurückgegeben und so die Teilnahme von Opus abgelehnt werden. Planmäßig müsste die Summe am 31. Juli 2015 zurückgezahlt werden - plus einer "Risikoprämie" von einer Million Euro.

Beobachter nannten die Verhandlung gestern ein Trauerspiel. Unister-Gründer Thomas Wagner halte genügend eigene Anteile und könne mit der Unterstützung nur eines einzigen Gesellschafters in den Gesellschafterversammlungen alle Beschlüsse mehrheitlich fassen, hieß es. Es sei also gar kein Kräftemessen mit Opus und dem dahinterstehenden Immobilien-Mogul Steffen Göpel erforderlich. Dass dies trotzdem stattfinde, liege vor allem an den inzwischen enorm verhärteten Fronten.

Gegen die einstweilige Verfügung kann noch Berufung im Oberlandesgericht Dresden eingelegt werden.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 03.07.2015
Andreas Tappert

 
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