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Rund 80 Unister-Mitarbeiter im Visier der Staatsanwaltschaft

Ermittlungen Rund 80 Unister-Mitarbeiter im Visier der Staatsanwaltschaft

Beim Internetunternehmen Unister in Leipzig kehrt keine Ruhe ein. Insgesamt wird gegen rund 80 Mitarbeiter ermittelt. Die Generalstaatsanwaltschaft hat auch den neuen Geschäftsführer Matthias Steinberg im Visier. Das Verfahren wurde inzwischen (Stand Juli 2016) eingestellt.

Die Generalstaatsanwaltschaft Dresden emittelt inzwischen gegen rund 80 aktuelle und ehemalige Mitarbeiter von Unister. Auch der neue Chef Matthias Steinberg ist ins Visier der Ermittler gerückt.

Quelle: Modla/Kempner

Leipzig. Die Generalstaatsanwaltschaft in Dresden hat ihre Ermittlungen gegen das Leipziger Internetunternehmen Unister ausgeweitet. Wie Behördensprecher Wolfgang Klein am Donnerstag auf Anfrage von LVZ.de sagte, werde inzwischen gegen insgesamt rund 80 Beschuldigte ermittelt. Dazu gehört seit Ende vergangener Woche auch der neue Chef der Holding, Matthias Steinberg. „Es wurde ein Verfahren wegen des Anfangsverdachts der Steuerhinterziehung eröffnet“, bestätigte Oberstaatsanwalt Klein. Konkret gehe dabei es dabei um nicht gezahlte Umsatzsteuern. (UPDATE Juli 2016: Das Verfahren gegen Matthias Steinberg wurde eingestellt)

Die Ermittlungen gegen Steinberg beziehen sich laut Generalstaatsanwaltschaft auf dessen Ende 2013 aufgenommene Tätigkeit als Finanzvorstand von Unister Travel. Die Reisesparte der Holding betreibt Portale wie ab-in-den-urlaub.de, fluege.de und reisen.de. Der Tatverdacht gegen den 39-Jährigen habe sich im Zuge der bereits seit 2012 laufenden Ermittlungen gegen Unister ergeben, erklärte Klein. Zur Höhe der mutmaßlich hinterzogenen Steuern machte er mit Verweis auf das Steuergeheimnis keine Angaben, auch nicht zu betroffenen Produkten oder Dienstleistungen. Steinberg bestreitet den Vorwurf. Er hält ihn für haltlos und rechnet mit einer baldigen Verfahrenseinstellung.

Mitarbeiter „vom Vorstand bis zum Service-Center“ im Visier

Unister-Sprecher Dirk Rogl bezeichnete die Ermittlungen gegen Steinberg als „erwartungsgemäß“. Man sehe diesen „konstruktiv und gelassen“ entgegen, teilte er der Belegschaft am Donnerstag in einem LVZ.de vorliegenden Schreiben im Firmen-Intranet mit. Daraus geht auch hervor, dass gegen ehemalige und aktuelle Beschäftigte „vom Vorstand bis zum Service-Center-Mitarbeiter“ ermittelt werde. „Unister kooperiert eng mit der Ermittlungsbehörde, die in dieser Sache seit nunmehr drei Jahren tätig ist und an einer kontinuierlich erweiterten Mitarbeitergruppe ihr Glück versucht“, so Rogl.

Unister plant Stellenabbau

Unister kündigte am Donnerstag einen Stellenabbau an. Von bis zu 150 Mitarbeiter will sich das Unternehmen bis Ende Juli trennen. Im Zuge des "Effizienzsteigerungsprogramms" Unister 3.0 werde sich die Mitarbeiterzahl perspektivisch auf 1250 bis 1300 reduzieren, sagte Sprecher Dirk Rogl gegenüber LVZ.de. Unister verspricht sich davon Einsparungen von rund 30 Millionen Euro im Jahr. Den Mitarbeitern würden Aufhebungsverträge angeboten, so Rogl. Derzeit sind bei Unister 1522 Mitarbeiter beschäftigt, davon 1340 in Leipzig. Betroffen von den Streichungen seien vor allem die Sparten außerhalb des Reisebereichs mit Seiten wie preisvergleich.de, geld.de oder partnersuche.de. "Es werden aber keine Portale geschlossen", betonte Rogl. Zuerst hatte der MDR am Donnerstag über die Kürzungspläne berichtet.

Steinberg leitet die Unister-Holding seit dem Abgang von Peter Zimmermann im April 2015 als Vorsitzender der Geschäftsführung. Ende 2013 war er als Finanzchef der ausgegliederten Travel-Sparte vorgestellt worden. Kurze Zeit später, im Dezember 2013, hatte die Generalstaatsanwaltschaft eine Razzia wegen Steuerhinterziehung sowie Computerbetrugs in der Zentrale des Unternehmens im Barfußgässchen durchgeführt.

Entscheidung über Anklage am Landgericht steht noch aus

Bereits ein Jahr zuvor waren die Räume erstmals durchsucht worden. Damals ging es neben Steuerhinterziehung unter anderem um den unerlaubten Vertrieb von Versicherungsprodukten und strafbare Werbung. Eine Anklage gegen Gründer Thomas Wagner und vier weitere Manager wurde im Januar 2014 erhoben. Eine Zulassung am Leipziger Landgericht steht bislang jedoch noch aus. Vor 2016 wird nicht mit einer Entscheidung gerechnet.

Wann es zu einer weiteren Anklage kommt, ist laut Klein derzeit nicht absehbar. „Die Ermittlungen sind fortgeschritten, aber noch nicht abgeschlossen“, so der Oberstaatsanwalt.

 

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