Volltextsuche über das Angebot:

8 ° / 3 ° stark bewölkt

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
"Sachen skandalisiert" - Unister-Chef Wagner weist Abzock-Vorwürfe zurück

"Sachen skandalisiert" - Unister-Chef Wagner weist Abzock-Vorwürfe zurück

Das Internet-Unternehmen Unister, zu dem Reiseportale wie ab-in-den-urlaub.

Voriger Artikel
Minimal mehr Passagiere an Flughäfen Leipzig und Dresden - Fracht boomt immer noch
Nächster Artikel
Leipziger Messedienstleister Fairnet verbucht bestes Halbjahresergebnis

Unister-Chef Thomas Wagner.

Quelle: dpa

Leipzig. de und fluege.de gehören, steht heftig in der Kritik. Einem Medienbericht zufolge arbeiten die Leipziger mit unsauberen Tricks und haben auf ihren Seiten sogenannte Klickfallen eingebaut, in die arglose Computernutzer tappen könnten. Im Interview weist Unister-Chef Thomas Wagner (34) die Vorwürfe zurück und verspricht zugleich Verbesserungen.

Herr Wagner, Unister ist zuletzt Gegenstand kritischer Berichterstattung in der „Computerbild“ gewesen. Werden Sie sich die nächste Ausgabe kaufen?

Wagner:

„Ich werde sicherlich ein Exemplar vorliegen haben, ja.“

Es wurden massive Vorwürfe gegen Unister erhoben. Vom „Abzock-Imperium“ war die Rede. Was sagen Sie grundsätzlich zu den Vorwürfen?

Wagner:

„Es ist natürlich so, dass wir den Artikel mit Bedauern zur Kenntnis genommen haben. Wir sind der Meinung, dass eine Reihe von Sachen da skandalisiert und teilweise vollkommen falsch dargestellt sind. Nichtsdestotrotz nehmen wir uns bestimmter Punkte durchaus an und probieren, die Webseiten zu verbessern und sie kundenfreundlicher beziehungsweise -verständlicher zu gestalten. Es ist unser Ansinnen, die Kunden dauerhaft zu festen Stammkunden zu machen.“

Konkret ist Ihnen ja vorgeworfen worden, dass Sie mit unsauberen Tricks arbeiten. Dass Sie auf Reiseportalen durchgestrichene Altpreise angeben, die gar keine Altpreise sind, dass Sie frei erfundene Sitzplatzrestmengen angeben. Was wollen Sie genau ändern?

Wagner:

„Ohne Einzelheiten zu nennen - wir sind dabei, eine ganze Reihe von Punkten zu testen, sowohl im Bezug auf Verständlichkeit als auch auf das Funktionieren des Geschäftsmodells. Die Frage der Restplätze - da ist der Vorwurf einfach falsch, weil die Restplätze, die wir in den Tarifen anzeigen, genau die Restplätze sind, die wir von den Airlines übermittelt bekommen. Aber nochmal: Wir nehmen uns eine Reihe von Punkten vor - etwa was die Verständlichkeit angeht bei Zubuchung der Zusatzleistungen wie Versicherungen oder was die Transparenz der Gebührendarstellung angeht. Diesbezüglich wird für uns immer das direkte Kundenfeedback maßgeblich sein. Der Kunde sagt sehr schnell, wenn ihm etwas nicht passt.“

Feedback gab es auch von der Verbraucherzentrale, die zum Beispiel von einer Flugbuchung bei fluege.de abgeraten hat. Es gibt offensichtlich Verbraucherkritik - kommt die auch bei Ihnen an oder nur bei der Verbraucherzentrale?

Wagner:

„Zum Einen: Wir bedauern, dass die Verbraucherzentrale, obwohl sie 300 Meter von uns entfernt sitzt, nicht einmal den direkten Draht zu uns gesucht hat. Zum Zweiten: Die Verbraucherzentrale stellt es immer so dar, als hätten sie von früh bis abends nichts anderes zu tun, als irgendwelche Verbraucherbeschwerden über uns zu bearbeiten. 2011 gab es dort 30 Beschwerden, in 2012 waren es 50 Beschwerden. Demgegenüber stehen Millionen von Buchungen und Tickets, die wir im Jahr ausstellen.“

Ein Kritikpunkt ist auch, dass man bei Ihren Service-Hotlines so gut wie gar nicht oder nur schwer durchkommt.

Wagner:

„Gar nicht durchkommen - das kann nicht sein. Ich gebe Ihnen aber Recht, dass das Servicelevel gerade in den letzten Monaten nicht immer auf dem Niveau war, wie wir uns das immer wünschen würden. Ein ganz entscheidender Grund ist: Wir sind massiv gewachsen. Das ist gar keine Entschuldigung, aber für das Verständnis doch wichtig, dass es eben eine Herausforderung ist, dieses Wachstum mit einem entsprechenden Service zu unterlegen. Das ist ein Punkt, wo wir mit Hochdruck dran sind, wo wir selber nicht zufrieden sind. Es wird sich verbessern.“

Wie viele Reisen respektive Flüge verkaufen sie pro Jahr?

Wagner:

„Die genaue Zahl werde ich Ihnen nicht nennen. Ich kann Ihnen nur sagen, dass es viele Tausend pro Tag sind, die wir sowohl im Flug- als auch im Pauschalbereich verkaufen, und daraus resultierend mehrere Millionen im Jahr. Wenn ich die Touristik segmentiere in Flug-, Pauschal- und Hotelreisen, dann sind wir beim Flug- und Pauschalreisebereich ganz klar Marktführer, beim Hotelbereich sind wir stark motiviert noch aufzuholen auf diverse Mitbewerber.“

Wie viele Mitarbeiter hat Unister?

Wagner:

„1670. Davon sind 450 in der IT und Grafik, dann ein großer Servicebereich, und darüber hinaus Buchhaltung, Marketing, Portalmanagement.“ Zu Unister gehören zahlreiche Portale wie geld.de, auto.de, news.de.

Womit verdienen Sie Geld?

Wagner:

„Umsatz- und ertragsseitig ist der touristische Part der größte, da internationalisieren wir auch sehr stark. Wobei die anderen Bereiche alle auch Geld verdienen. Es ist nahezu jeder Bereich profitabel.“

Von außen betrachtet, gibt es immer nur Unister und Thomas Wagner. Wer trifft die maßgeblichen Entscheidungen im Unternehmen? Sie allein?

Wagner:

„Es ist nicht so, dass ich für alles der Entscheidungsträger bin. Das geht auch gar nicht mehr bei so vielen Leuten. Ich bin sicherlich noch sehr tief drin in den meisten Portalen und habe zehn Jahre Erfahrung im E-Commerce. Aber es ist nicht so, als wäre es eine reine One-Man-Show. Selbst wenn ich es wollte, wäre es nicht machbar. Man kann nicht 1670 Leute führen wie zehn Leute in einem Start-Up.“

Es gab immer mal wieder Streitpunkte in Leipzig wie den Neubau ihrer Firmenzentrale. Bis heute ist kein Grundstein gelegt. Wie sieht es da aus?

Wagner:

„Wir sind in den absolut finalen Zügen, kurz vor der Baubeauftragung, so dass es nun wirklich zeitnah losgehen wird.“

Das heißt, dieses Jahr sieht man da noch was auf der Baustelle?

Wagner:

„Ja, dieses Jahr sieht man noch was. Und wenn ich mich selbst hinstelle und ein Loch aushebe.“

Angekündigt war auch, eine Budget-Hotel-Kette ins Leben zu rufen Werden Sie das noch in die Tat umsetzen?

Wagner:

„Definitiv. Sie können mir glauben, ich habe bei nahezu keinem anderen Projekt eine so große Motivation, das zu realisieren, wie bei diesem. Es ist das gleiche Segment wie Motel One. Unser Ansinnen ist es, noch ein bisschen schicker zu sein bei gleichen Entstehungskosten fürs Zimmer. Wir arbeiten seit zweieinhalb Jahren sehr intensiv daran. Es gibt auch inzwischen Musterzimmer. Wir suchen derzeit nach Grundstücken in großen deutschen Städten.“

Birgit Zimmermann, dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Wirtschaft
 
Branchentreff Handelsvertreter
12.12.2016, 10:00 Uhr - 13:00 Uhr
Gründerabend
14.12.2016, 16:30 Uhr - 18:30 Uhr
Gründerabend
11.01.2017, 16:30 Uhr - 18:30 Uhr
Neujahrsempfang - Gemeinsam für die Region
18.01.2017, 19:00 Uhr - 23:00 Uhr
Gründerabend
25.01.2017, 16:30 Uhr - 18:30 Uhr

Weitere Veranstaltungen unter:
www.leipzig.ihk.de
  • Jetzt einschalten!

    Begeistern Sie Ihre Kunden mit Ihren eigenen Angeboten & Informationen auf großen Bildschirmen – spielend einfach mit der LVZ Mediabox. mehr

  • Unsere Empfehlung

    Kein Display? Kein Problem! Von 22 bis 55 Zoll - mit unseren Mediabox-Komplettsystemen bieten wir Ihnen immer die individuell passende Lösung an. mehr

  • Top Preis

    Sie besitzen bereits einen Display? Mit der LVZ Mediabox steuern Sie ihre individuelle Sendeschleife bequem über das Internet. mehr

  • Sie bestimmen das Programm

    Individuell und aktuell: Ihre Informationen, Angebote und Aktionen sowie News der LVZ und von N24 auf der LVZ Mediabox mehr