Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -5 ° wolkig

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Sachsen profitieren vom Mindestlohn - Arbeitgeber wehren sich gegen Anhebung

Billiglohnland? Sachsen profitieren vom Mindestlohn - Arbeitgeber wehren sich gegen Anhebung

Ist Sachsen ein Billiglohnland? 54 Prozent der Unternehmen im Freistaat mussten mit Einführung des Mindestlohns Angestellte und Arbeiter besser bezahlen, zeigt eine Studie der IHK. Gegen eine Anhebung des Mindestlohns spricht sich ein großer Teil der Unternehmer aus.

Auf dem Bau gilt bereits seit längerem ein branchenweiter Mindestlohn von 11,05 Euro im Osten Deutschlands. In anderen Branchen müssen Arbeitnehmer mit 8,50 Euro auskommen.

Quelle: dpa

Dresden/Leipzig. Eine Anhebung des gesetzlichen Mindestlohnes lehnt mehr als die Hälfte der Unternehmen in Sachsen (58 Prozent) als wirtschaftlich nicht tragbar ab. Das geht aus einer am Montag von den sächsischen Industrie- und Handelskammern sowie dem Ifo-Institut Dresden vorgestellten Befragung von knapp 2700 Unternehmen hervor. «Für viele Betriebe ist schon jetzt ein Mindestlohn von 8,50 Euro ein Beschäftigungs- und Investitionshemmnis», sagte der Hauptgeschäftsführer der IHK Chemnitz, Hans-Joachim Wunderlich. Er mahnte deshalb eine «Anpassung mit Augenmaß» an.

Hintergrund ist eine geplante Anhebung zum 1. Januar 2017 - bis Ende Juni will eine staatliche Mindestlohnkommission dazu erstmals Vorschläge erarbeiten. Die Ergebnisse der sächsischen Befragung sollen nun der Kommission übermittelt werden.

Laut Befragung haben 54 Prozent der Unternehmen zumindest für einen Teil der Beschäftigten Löhne und Gehälter angehoben. «Sachsen gehört zu den Bundesländern, die am stärksten von der Einführung des Mindestlohnes betroffen sind», erklärte Michael Weber vom Ifo-Institut Dresden. Zu kämpfen haben demnach vor allem Betriebe an der Grenze - etwa im Kreis Görlitz sowie im Erzgebirgskreis. Bei den Branchen zeigt sich insbesondere das Gastgewerbe betroffen.

Mindestlohn hilft nicht gegen Altersarmut

Dass mehr als die Hälfte der Unternehmen die Löhne anpassen musste, zeige, wie schlecht der Zustand vorher war, erklärte der arbeitsmarktpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Henning Homann. Er warnte vor Panikmache im Zusammenhang mit der bevorstehenden Anpassung. Die Firmen hätten gezeigt, dass sie mit dem Mindestlohn umgehen könnten. Gerade in Sachsen seien aufgrund der niedrigen Löhne viele Beschäftigte auf eine Lohnuntergrenze angewiesen, so die Linke. Das derzeitige Niveau schütze dennoch nicht vor Altersarmut. Dazu sei mindestens ein Stundenlohn von 11,50 Euro notwendig, hieß es.

Die Studie weist unterschiedliche Reaktionen auf den Mindestlohn aus: 58 Prozent der Firmen zogen demnach die Preise an, jeweils 39 Prozent zögerten bei Investitionen und Neueinstellungen. Ein Drittel gab an, Arbeitszeiten und Sonderzahlungen gekürzt zu haben, bei 29 Prozent kam es zu Entlassungen.

«Wir gehen davon aus, dass ohne den Mindestlohn 10 000 Arbeitsplätze zusätzlich hätten geschaffen werden können», so Wunderlich. Zugleich räumte er ein, dass wegen der guten konjunkturellen Lage Unternehmen weniger Stellen abgebaut haben als zunächst befürchtet.

Die langfristigen Auswirkungen seien aber noch nicht abzusehen, erklärten Ifo-Institut und Kammern. Zudem gebe es bei der nächsten Erhöhung nicht mehr so viele Stellschrauben wie Investitionen, Arbeitszeit und Sonderzahlungen, an denen die Firmen drehen könnten.

Das Wirtschaftsministerium pries den Mindestlohn zuletzt als Erfolgsgeschichte, wonach in Sachsen rund 250 000 Frauen und Männer profitieren. Die gesetzliche Regelung war am 1. Januar 2015 eingeführt worden und sieht einen Lohn von mindestens 8,50 Euro pro Stunde vor. Allerdings gibt es zahlreiche Ausnahmen.

LVZ

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Wirtschaft
 
Treffpunkt für Unternehmen
05.12.2016, 09:00 Uhr - 10:30 Uhr
10. Sächsischen Umweltmanagement-Konferenz
05.12.2016, 10:00 Uhr - 16:00 Uhr
13. Mitteldeutscher Unternehmertag
05.12.2016, 12:00 Uhr - 18:30 Uhr
Branchentreff Handelsvertreter
12.12.2016, 10:00 Uhr - 13:00 Uhr
Gründerabend
14.12.2016, 16:30 Uhr - 18:30 Uhr
Gründerabend
11.01.2017, 16:30 Uhr - 18:30 Uhr

Weitere Veranstaltungen unter:
www.leipzig.ihk.de
  • Jetzt einschalten!

    Begeistern Sie Ihre Kunden mit Ihren eigenen Angeboten & Informationen auf großen Bildschirmen – spielend einfach mit der LVZ Mediabox. mehr

  • Unsere Empfehlung

    Kein Display? Kein Problem! Von 22 bis 55 Zoll - mit unseren Mediabox-Komplettsystemen bieten wir Ihnen immer die individuell passende Lösung an. mehr

  • Top Preis

    Sie besitzen bereits einen Display? Mit der LVZ Mediabox steuern Sie ihre individuelle Sendeschleife bequem über das Internet. mehr

  • Sie bestimmen das Programm

    Individuell und aktuell: Ihre Informationen, Angebote und Aktionen sowie News der LVZ und von N24 auf der LVZ Mediabox mehr