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Sachsens Bauern fordern Mindestpreise statt weniger zu produzieren

Milchseen und Butterberge Sachsens Bauern fordern Mindestpreise statt weniger zu produzieren

Der sächsische Landesbauernverband sieht in der Genehmigung von Absprachen zur Milchmengenbegrenzung keine Entlastung für die vom Preisverfall bedrohten Milchbauern. Stattdessen fordert die Lobbyorganisation staatliche Preisgrenzen.

Milchkühe in einem Melkstand: Milchviehhaltung hat nichts mehr mit Landidylle zu tun und ist mittlerweile Agrarindustrie. Da die Milchbauern in Europa zu viel produzieren und die Exporte zurückgehen, sinken die Preise. Die Bauern können ihre Milch nicht mehr kostendeckend verkaufen.

Quelle: dpa

Leipzig. Der sächsische Landesbauernverband sieht in der Genehmigung von Absprachen zur Milchmengenbegrenzung keine Entlastung für die vom Preisverfall bedrohten Milchbauern. Die Entscheidung der EU-Kommission, ab diesem Mittwoch auf sechs Monate befristet Verabredungen unter Landwirtschaftsbetrieben zur erzeugten Milchmenge zuzulassen, sei «Schnee von gestern», sagte Hauptgeschäftsführer Manfred Uhlemann der Deutschen Presse-Agentur. «Ich glaube nicht daran, dass das hilft.» Jeder schaue doch nur, ob der andere weniger produziert, um dann selbst mehr produzieren zu können. Steigende Milchpreise erwarte er deshalb nicht.

Schuld an der Misere der Bauern seien die vom Einzelhandel ausgehenden Preise, von denen auch die Molkereien noch ihren Anteil abzögen. «Was übrig bleibt, davon kann der Landwirt schon lange nicht mehr leben», sagte er und forderte «für Grundnahrungsmittel, die der Daseinsvorsorge dienen, eine staatlich fixierte Vorgabe als einen für den Landwirt kostendeckenden Mindestpreis». Ansonsten sehe er die Versorgungssicherheit der Bevölkerung mit Grundnahrungsmitteln aus heimischer Produktion etwa in Krisenzeiten gefährdet, da immer mehr Bauern aufgrund des Kostendrucks zum Aufgeben gezwungen würden.

Auch das sächsische Landwirtschaftsministerium sieht in der Mengenbegrenzung kein wirkungsvolles Mittel. Schon 2008 habe eine staatlich verordnete Milchquote nicht den gewünschten Effekt gebracht, sagte der Sprecher von Agrarminister Thomas Schmidt (CDU). Erfolgversprechender wären direkte Zuschüsse an die Bauern, um in der akuten Krise zu helfen.

Auslöser des Preisverfalls ist ein russischer Importstopp für EU-Agrarprodukte. Moskau hatte damit auf EU-Sanktionen wegen der Ukrainekrise reagiert. In Sachsen produzieren rund 900 Betriebe etwa 1,6 Millionen Tonnen Milch pro Jahr. Aktuell bekämen sie 23,25 Cent pro Liter, sagte Uhlemann. Die Kosten für die Produktion lägen aber bei 35 Cent.

LVZ

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