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Sächsischer Biosprit-Produzent Verbio schreibt tiefrote Zahlen

Sächsischer Biosprit-Produzent Verbio schreibt tiefrote Zahlen

Krisenstimmung beim Biokraftstoffproduzenten Verbio AG: Das Unternehmen mit Sitz in Zörbig und Hauptverwaltung in Leipzig hat in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2012/13 tiefrote Zahlen geschrieben.

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Der Leipziger Biosprithersteller Verbio schreibt tiefrote Zahlen.

Quelle: dpa

Leipzig. Nach vorläufigen Berechnungen wird das Unternehmen zum 31. März einen Verlust von 143,3 Millionen Euro ausweisen. Im gleichen Zeitraum des vorherigen Geschäftsjahres gab es noch einen Gewinn von 6,6 Millionen Euro.

Vorstandschef Claus Sauter machte für diese negative Entwicklung die Rahmen- und Marktbedingungen in der Europäischen Union (EU) verantwortlich. Nach wie vor hätten mehrere EU-Mitgliedsstaaten die von der Kommission vorgegebenen Nachhaltigkeitsstandards für Biokraftstoffe nicht umgesetzt, klagte Sauter. Mit der Folge, dass große Mengen billiges, nicht nachhaltiges Pflanzenöl aus Südamerika und Asien als Rohstoff in die europäischen Biodieselanlagen ströme und Rapsöl als Rohstoff zunehmend verdrängt werde. Obendrauf komme, dass die EU große Mengen von aus Südostasien importierten Palmöls anerkannt habe. Palmöl ist deutlich günstiger als Rapsöl, das somit zusätzlich unter Druck gerät.

Verbio müsse daher den Einsatz von lokal erzeugten Rohstoffen für die Biokraftstoffherstellung weitestgehend reduzieren. Daher hat der Vorstand beschlossen, die Tochterfirma Märka GmbH zu verkaufen. Märka ist mit über 50 Standorten im Osten Deutschlands und in Polen einer der führenden Erfassungshändler für Getreide, Ölsaaten, Hülsenfrüchte, Stroh und andere agrarische Reststoffe. Mit Märka verfügt Verbio über einen direkten Zugang zu den europäischen Landwirten. Damit sollte die Rohstoffbeschaffung langfristig gesichert werden. Im Zuge des Verkaufs will Verbio den Angaben zufolge die Konzernstruktur anpassen, um künftig flexibler und schneller auf Marktveränderungen reagieren zu können.

Das negative Ergebnis resultiert zum großen Teil aus nicht liquiditätswirksamen Abschreibungen auf Firmenwerte, Kundenbeziehungen und Anlagen (102,3 Millionen Euro), auf Wertberichtigungen des Vorratsvermögens (14,2 Millionen Euro) sowie auf Buchverluste durch den Verkauf von Biokraftstoffquoten (10,8 Millionen Euro).

Die geplanten Maßnahmen werden nach Sauters Einschätzung zu einer Reduzierung der Unternehmensverschuldung um mehr als 100 Millionen Euro und einer verbesserten Profitabilität führen. Für das vierte Quartal des laufenden Geschäftsjahres rechnet der Konzernchef daher mit einem positiven operativen Ergebnis.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 02.05.2013

Ulrich Milde

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