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Sächsischer Verfassungsschutz warnt: Wirtschaft im Freistaat im Fokus von Spionen

Wirtschaftsschutztag Sächsischer Verfassungsschutz warnt: Wirtschaft im Freistaat im Fokus von Spionen

Sachsens Verfassungsschutzchef Gordian Meyer-Plath warnt die Unternehmen im Freistaat vor Wirtschaftsspionage. „Wir beobachten diese gefährliche Entwicklung genau“, erklärt der Sachsens oberster Geheimdienstler.

Wirtschaftsspionage (Symbolbild)

Quelle: dpa

Leipzig. Sachsens Wirtschaft sei so erfolgreich wie seit der Wiedervereinigung nicht und habe im vergangenen Jahr einen Rekord-Export hingelegt – kein Wunder, dass gerade im Ausland etliche Begehrlichkeiten geweckt werden, sagt Gordian Meyer-Plath, der Präsident des Landesamtes für Verfassungsschutz (LfV). „Damit steigt auch das Risiko, dass Unternehmen ausspioniert werden“, macht er beim gemeinsamen Wirtschaftsschutztag von Geheimdienst und der Landesarbeitsgemeinschaft der Industrie- und Handelskammern (IHK) im Freistaat klar, der am Mittwoch in Dresden stattfand. „Wir beobachten diese gefährliche Entwicklung genau“, erklärt der LfV-Chef, „so konnten wir elektronische Angriffe registrieren und deren Fortsetzung oder Ausweitung verhindern.“

Der Hauptgeschäftsführer der IHK Dresden, Detlef Hamann, spricht von „riesigen Stückzahlen“ bei Spähangriffen. „Wir werden uns erst nach und nach darüber klar, dass die Annehmlichkeiten der Digitalisierung auch damit verbunden sind, verletzlicher zu werden“, stellt er vor den mehr als 100 Teilnehmern fest, „und wir sind uns viel zu wenig bewusst, welcher Schaden entstehen kann und wie viele Unternehmen möglicherweise in ihrer Existenz bedroht sind.“

Nach Angaben des Koordinators der bundesdeutschen Nachrichtendienste im Kanzleramt, Günter Heiß, werden täglich 1000 bis 2000 Angriffe allein auf das Netzwerk des Bundes festgestellt, wovon etwa fünf zu einer echten Bedrohung werden könnten – wenn sie nicht abgefangen würden. Fälle von Cyber-Spionage gibt es immer wieder, sagt Heiß in Dresden: So wurde zuletzt, im bundesweiten Rahmen, das interne Netz des Bundestages gehackt, und auch das Deutsche Luft- und Raumfahrtzentrum sowie Airbus waren Spähangriffen ausgesetzt. „Wirtschaftsspionage steht momentan als Bedrohungssituation nicht im Fokus, sondern der Terrorismus“, stellt Merkels Mann für die Geheimdienste klar. Doch der wirtschaftliche Schaden ist schon heute gewaltig: Der Verband der deutschen Industrie geht von mehr als 100 Milliarden Euro für seine Unternehmen aus, der Telekommunikationsverband Bitkom spricht in seinem Bereich allein für 2015 von 51 Milliarden Euro.

Russland und China haben es auf Sachsens Know-How abgesehen

„Die aufgrund von Spionage drohenden Schäden sind immens. Sie können zu empfindlichen Forschungs- und Auftragsverlusten führen“, so Meyer-Plath. In Sachsen sind insbesondere prominente Forschungseinrichtungen wie die Max-Planck- oder Fraunhofer-Institute sowie die Universitäten und Technischen Hochschulen bevorzugte Ziele. In der Wirtschaft stehen Firmen vor allem der Automobil-, Chemie-, Pharma- und Halbleiter-Industrie im Fokus. Genaue Zahlen will die Behörde nicht nennen, doch es muss von zwei bis drei Dutzend ernst zu nehmenden Fällen sowie etlichen Versuchen ausgegangen werden. „In jedem Fall gilt: Kein Informationsträger ist zu klein, um nicht Ziel werden zu können“, erklärt Sachsens Geheimdienstchef. Dabei seien gerade kleinere und mittlere innovative Betriebe und Forschungseinrichtungen massiv gefährdet, während Großunternehmen ihre Daten meist gut sicherten.

Dabei sollen in Sachsen insbesondere Russland und China auf Informationsbeschaffung aus sein. „Vieles deutet darauf hin, dass ausländische staatliche Stellen aktiv sind. Gerade kleine und mittlere Unternehmen handeln immer noch arglos“, sagt Heiß, der Nachrichtendienstchef aus dem Kanzleramt, „deshalb brauchen wir keine 007-Agenten, sondern eine akribische Aufklärung und einen besseren Schutz des Know-hows.“ Hinzu kommt das zunehmende Ausspähen durch Konkurrenzfirmen – auch das eine Auswirkung des sächsischen Wirtschaftserfolgs.

Um den Wirtschaftsschutz zu verbessern, gebe es seit dem Frühjahr eine spezielle Plattform für Unternehmen, wirbt Heiß. Die Bundesregierung stelle in den nächsten Jahren zudem „mehrere hundert Millionen Euro“ zur Verfügung, um die technischen Möglichkeiten der Nachrichtendienste zu verbessern. „Davon wird auch Sachsen profitieren.“

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