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Schlecker schließt jede zweite Filiale - rund 2.000 Stellen in Mitteldeutschland in Gefahr

Schlecker schließt jede zweite Filiale - rund 2.000 Stellen in Mitteldeutschland in Gefahr

Frankfurt/Main/Ehingen/Leipzig. Die insolvente Drogeriekette Schlecker schließt jede zweite Filiale und streicht rund die Hälfte der Arbeitsplätze. Das kündigte der vorläufige Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz am Mittwoch in Frankfurt an.

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Der Schriftzug Schlecker im Fenster einer Filiale des Drogeriekonzerns.

Quelle: Martin Gerten

„Das ist ein überlebensnotwendiger Einschnitt“, sagte er. Insgesamt sollen lediglich rund 13.500 Arbeitsplätze erhalten bleiben. Momentan gehe er davon aus, dass 11.750 Beschäftigte in den Schlecker-Filialen vom Arbeitsplatzabbau betroffen sein.

Zudem sollen 3000 der bislang rund 6000 Geschäfte des Familienkonzerns aus dem schwäbischen Ehingen schließen. Welche Geschäfte genau betroffen sind, ließ das Unternehmen offen. Zunächst solle mit den Mitarbeitern gesprochen werden, sagte in Sprecher auf Anfrage von LVZ-Online. 

Das Unternehmen wolle sich mit den Arbeitnehmervertretern abstimmen. Nach Gewerkschaftsangaben müssen allein in den drei mitteldeutschen Ländern in rund 500 Filialen etwa 2000 Beschäftigte um ihre Arbeitsplätze bangen.

Ausgenommen von den harten Einschnitten sei zunächst die Tochter IhrPlatz mit ihren rund 6000 Arbeitsplätzen und 650 Filialen. Schlecker hatte am 23. Januar beim Amtsgericht Ulm Insolvenz beantragt, kurz danach folgte die Tochter IhrPlatz. Derzeit arbeiten rund 32.000 Mitarbeiter im Konzern und seinen insgesamt rund 7000 Filialen. Die Schlecker-Auslandstöchter sind bislang nicht insolvent.

Die Drogeriekette war in den vergangenen Jahren immer mehr unter Druck geraten. Vor allem die Konkurrenten dm und Rossmann haben den Schwaben heftig zugesetzt. Das Unternehmen selbst hatte bereits im September vergangenen Jahres Verdi darum gebeten, trotz der Schließung von mehr als 1000 Filialen über einen Sanierungstarifvertrag zu verhandeln.

Das Insolvenzverfahren soll nun Ende März eröffnet werden. Das teilte Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz am Mittwoch mit. Danach sei keine Verlustbilanzierung mehr möglich und Schlecker müsse schwarze Zahlen schreiben.

"Die gute Nachricht ist, dass das Unternehmen nach kompletter Umsetzung für sich überlebensfähig ist", berichtete Geiwitz. Schlecht sei dagegen, dass die in der Vergangenheit deutlich zu spät eingeleitete Restrukturierung keine andere Alternative als die harten Einschnitte erlaube.

Geiwitz kündigte an, in den kommenden Wochen den Mitarbeitern einen Vorschlag zu erarbeiten, wie der Jobabbau sozialverträglich gestaltet werden könne. Nachdem in den vergangenen Wochen die Betriebsfortführung gesichert werden konnte, sei es nun wichtig, eine überlebensfähige Basisstruktur

zu schaffen, mit der Investorengespräche erst realistisch seien, so der Insolvenzveralter weiter.

Geiwitz kündigte auch Veränderungen in der Unternehmensführung an. „Wir müssen kompromisslos für die Umsetzung sorgen und das gesamte Führungsteam nicht nur auf die neue Größendimension, sondern auch

auf die Anforderungen in Sachen Mitarbeitermotivation und Führung ausrichten. Dies geschieht ab sofort“, sagte er.

mro/joh/dpa

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