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Sekthersteller Rotkäppchen steuert auf Rekordergebnis zu

Neue Produkte – neue Kunden Sekthersteller Rotkäppchen steuert auf Rekordergebnis zu

Die Rotkäppchen-Mumm-Gruppe blickt auf ein erfolgreiches Jahr zurück. Vor allem neue Produkte haben den Absatz angekurbelt. „Wir haben den Nerv vieler Kunden getroffen“, sagt Firmen-Chef Christof Queisser. Um mit der Nachfrage Schritt halten zu können, investiert das Unternehmen an gleich mehreren seiner Standorte in Deutschland.

Mitarbeiterin von Rotkäppchen
 

Quelle: Christian Modla

Freyburg.  Manch böse Überraschung erweist sich auf den zweiten Blick als gar nicht mehr so schlimm. Im Fall der Rotkäppchen-Mumm-Gruppe kann man fast schon von einem Glücksfall sprechen. Das Traditionsunternehmen will ein seit Langem geplantes Vorhaben umsetzen und ein marodes Glaslager auf dem Gelände der Sektkellerei in Freyburg an der Unstrut (Sachsen-Anhalt) abreißen. Dumm nur, dass die Sekthersteller nicht, wie gedacht, gleich ein neues errichten können, denn der alte Bau wurde in den 1970er-Jahren auf einer mit Asche und Glasbruch verfüllten Lehmgrube errichtet. Das Geröll muss bis in eine Tiefe von acht Metern raus.

Statt das Loch anschließend wieder zu verfüllen, bauen die Freyburger aber einen tiefen Keller unter das neue Glaslager. „Das kommt uns sehr gelegen, denn wir brauchen kühle Lagerkapazitäten“, sagt der geschäftsführende Gesellschafter Ulrich Wiegel. Der Grund dafür liegt in den neuen Sekt-Produkten, „mit denen wir den Geschmacksnerv vieler getroffen haben“. Ganz vorn die Flaschengärungen mit reinen Rebsorten wie Riesling, Chardonnay oder Weißburgunder. Immer mehr Kunden würden an diesen Sekten Gefallen finden. Wiegel: „Schutt und Asche können manchmal auch ein Segen sein.“

Zur rechten Zeit kommt jetzt auch eine andere Investition – die in eine neue Abfüllanlage im hessischen Eltville am Rhein. „Demnächst sollen hier fruchtige Trendgetränke vom Band laufen“, sagt Rotkäppchen-Mumm-Chef Christof Queisser. Auch dabei handelt es sich um neue Produkte wie „Fruchtsecco“ mit Granatapfel, Erdbeere, Holunderblüte und Mango, die nicht nur bei jungen Leuten gut ankommen. Insgesamt investierte das Unternehmen allein in diesem Jahr rund 20 Millionen Euro in neue Anlagen und Gebäude.

Queisser, der vor zwei Jahren den Chefposten bei Rotkäppchen-Mumm übernommen hat, ist mit dem Geschäftsverlauf, wie er sagt, sehr zufrieden: „Wir haben in diesem Jahr einen richtig guten Lauf.“ Zahlen will er erst im Frühjahr verkünden. Aber schon jetzt lässt er durchblicken, dass alle Sekt-Produkte (neben den Flaschen mit den roten Kappen gehören dazu auch Mumm, Jules Mumm, MM Extra und Geldermann) 2015 gut nachgefragt werden. „Von der Marke Rotkäppchen haben wir in einem Jahr noch nie so viel abgesetzt wie in diesem.“

Im vergangenen Jahr sah es noch ganz anders aus. Zwar stieg 2014 der Umsatz um neun Prozent auf einen neuen Rekord von 897 Millionen Euro. Aber Preissteigerungen und der insgesamt geschrumpfte Sektkonsum in Deutschland machten dem Branchenprimus zu schaffen: Der Sektabsatz der Gruppe ging 2014 leicht zurück – um 0,9 Prozent auf 167 Millionen Flaschen. Das bedeutet aber Klagen auf hohem Niveau. Denn weiterhin kommt jede zweite in Deutschland geköpfte Flasche Sekt aus dem Hause Rotkäppchen-Mumm mit seinen Kellereien in Freyburg, in Eltville und Hochheim (beide Hessen) sowie in Breisach am Rhein (Baden-Württemberg).

„Aktuell kann Rotkäppchen-Mumm in einem relativ stabilen Markt zulegen.“ Jetzt hofft Queisser auf ein gutes Geschäft über die Feiertage. In dieser Zeit erwirtschaften die Freiburger 20 Prozent des Jahresumsatzes.

Abgerissen wird auch in Nordhausen (Thüringen), dem Standort für das Spirituosengeschäft. Ein altes Bürogebäude aus DDR-Zeiten verschwindet. Zugleich investiert Rotkäppchen-Mumm in eine neue Maische-Anlage zur Herstellung von Whisky, Korn- und Obst-Schnäpsen. Über Kapazitätserweiterungen hüllt man sich noch in Schweigen. Die Produktfamilie in Nordhausen hat aber in diesem Jahr Zuwachs bekommen. Seit Kurzem wird der Kräuterschnaps „Fläminger Jagd“ und „Feiner Alter Asmussen Rum“ in Thüringen abgefüllt. Die Marken hat Rotkäppchen-Mumm von der Likörfabrik in Zahna (Wittenberg) übernommen, die zum Ende des Jahres dicht macht.

Queisser lässt sich noch nicht in die Karten schauen, was er mit „Fläminger Jagd“ vorhat. Der Kräuterschnaps geht in vielen Gaststätten vor allem in Brandenburg und Sachsen-Anhalt über den Tresen. Die gescheiterten Eigentümer in Zahna wollten den Kräuterschnaps mit dem lächelnden Fuchs auf dem Etikett zum Jägermeister des Ostens aufbauen.

Von Andreas Dunte

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