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Stadtwerke Leipzig wollen neue Gasturbinen-Anlage bauen - 2012 droht Preiserhöhung

Stadtwerke Leipzig wollen neue Gasturbinen-Anlage bauen - 2012 droht Preiserhöhung

Die Stadtwerke Leipzig (SWL) wollen in den kommenden Jahren ihre Energieproduktion verdoppeln. Der Vorsitzende der SWL-Geschäftsführung Thomas Prauße kündigte gegenüber LVZ-Online an, dass die Kapazität der firmeneigenen Kraftwerke von derzeit rund 250 auf 500 Megawatt bis zum Jahr 2020 gesteigert werden soll.

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Die Stadtwerke Leipzig planen eine neue Gasturbinenanlage am Hauptstandort an der Eutritzscher Straße.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Geplant sei der Bau einer neuen Gasturbinenanlage am Hauptstandort im Zentrum-Nord mit einer Investitionssumme im mittleren zweistelligen Millionenbereich.

Baustart für die sogenannte Spitzenlastturbine könnte bereits im kommenden Jahr sein. „Das Konzept ist fertig“, sagte Prauße. Die Anlage mit einer Leistung von 30 Megawatt soll das bestehende Gas- und Turbinenkraftwerk (GuD) an der Eutritzscher Straße ergänzen. Es liefert derzeit eine Leistung von 174 Megawatt und deckt damit rund 70 Prozent des Strombedarfs der Stadt ab. Eine der 15 Jahre alten und 44 Tonnen schweren Turbinen war im Sommer 2010 nach mehr als 100.000 Betriebsstunden ausgetauscht worden. Die Stadtwerke investierten hierfür rund 30 Millionen Euro.

Stadtwerke erhoffen sich staatliche Förderung

Die Umsetzung des Kraftwerk-Projekts hänge jedoch von den politischen Rahmenbedingungen ab, betonte Prauße. Er hatte im Oktober angekündigt, dass der aus acht deutschen Stadtwerken bestehende 8KU-Verbund bis 2020 etwa zehn Milliarden Euro investieren wolle, um Energieriesen wie Eon, RWE oder Vattenfall anzugreifen. Der Leipziger Stadtwerke-Chef, der in diesem Jahr Koordinator des 8KU-Gruppe ist, erklärte gegenüber LVZ-Online, dass man sich derzeit noch in einer abwartenden Stellung befinde. „Wir haben die Projekte und die Standorte. Was fehlt, ist ein klares Signal der Politik.“

Konkret erhofft sich Prauße eine höhere staatliche Förderung für neue Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen. „Wir brauchen Planungssicherheit für 15 bis 20 Jahre. Von der Bundesergierung erwarten wir klare Aussagen, auch wie künftig mit den Netzentgelten umgegangen wird“, so der Manager. Die Netznutzungsgebühren für Großunternehmen mit mehr als 100 Megawattstunden pro Jahr waren 2011 per Gesetz drastisch gesenkt worden – die Stadtwerke müssen die Einnahmenverluste nun kompensieren, möglicherweise auch mit Tarifsteigerungen für Privatkunden.

Mögliche Tariferhöhungen durch neue Umlage

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Blick in das Gas- und Turbinenkraftwerk (GuD) der Stadtwerke Leipzig: Rund 200 Megawatt Energie können hier erzeugt werden.

Quelle: André Kempner

Prauße erwartet, dass 2012 eine neue vom Bund verordnete Umlage den Strompreis in die Höhe treiben könnte. Die Stadtwerke halten deshalb nur noch bedingt an ihrer Zusage fest, die Tarife auch über den 31. Dezember 2011 hinaus stabil halten zu wollen. „Wenn die neue Umlage kommt, müssen wir darüber nachdenken, diese an unsere Kunden weiterzuleiten“, so der Geschäftsführer.

Derzeit produzieren die Kraftwerke des städtischen Versorgers, darunter auch die Biomasseanlagen im thüringischen Bischofferode und im sachsen-anhaltischen Piesteritz, insgesamt zwischen 200 und 250 Megawatt Energie. „Perspektivisch wollen wir die Kapazität auf rund 500 Megawatt verdoppeln“, sagte der Stadtwerke-Chef. Die zusätzlich gewonnene Energie soll für den Stromhandel genutzt werden. Neben Gasturbinen, die nach dem Prinzip der effizienten Kraft-Wärme-Kopplung arbeiten, will das Unternehmen beim Ausbau der Kapazitäten perspektivisch auch auf neue Windparks setzen.

Robert Nößler

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