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Strumpfwerk Lindner baut seinen Standort in Hohenstein-Ernstthal aus

Textilindustrie Strumpfwerk Lindner baut seinen Standort in Hohenstein-Ernstthal aus

Das Strumpfwerk Linder expandiert. Dass es dem Textil-Unternehmen aus dem Erzgebirge gut geht, liegt auch an seinen innovativen Produkten. Seit kurzem verkauft es unter anderem Anti-Zecken-Socken.

Karin Heim bedient die Handkettelmaschine beim Spezialstrumpfhersteller Strumpfwerk Lindner in Hochenstein-Ernstthal

Quelle: Wolfgang Schmidt

Hohenstein-Ernstthal. Es läuft rund im Strumpfwerk Lindner. Das Unternehmen aus Hohenstein-Ernstthal (Landkreis Zwickau) baut seinen Standort aus und glänzt mit Neuentwicklungen wie Anti-Zecken-Socken. In diesem Jahr wird der Betrieb mehr als eine halbe Million Euro in die Erweiterung der Produktions-, Lager- und Vertriebskapazitäten investieren. Unter anderem „sollen neue Strickmaschinen und andere Technik sowie eine Wärmerückgewinnungsanlage“ angeschafft werden, wie Geschäftsführer Thomas Lindner erklärt. Damit reagiere das Unternehmen auf das wachsende Auftragsvolumen. Im laufenden Jahr rechnet der 45-Jährige, der Anfang der neunziger Jahre in Deutschland Betriebswirtschaftslehre und in England Textiltechnik studiert hatte, mit einem Umsatzplus gegenüber 2015 von etwa zehn Prozent. „Ganz genau ist das derzeit noch nicht zu beziffern“, fügt er hinzu. Das wäre ein doppelt so starkes Wachstum wie im Vorjahr. Beim Gewinn mag er allerdings nicht konkreter werden, nur dass das Unternehmen natürlich schwarze Zahlen schreibe.

Seit 2000 hat er die Geschicke des elterlichen Betriebs in seinen Händen. Dabei setzt er verstärkt auch auf Neuentwicklungen. Eine davon sind die kürzlich vorgestellten Kompressions-Armstrümpfe, die den Genesungsprozess von Brustkrebs-Patientinnen nach der Operation oder Bestrahlung begünstigen. Auch Anti-Zecken-Strümpfe sind neu im Produktionsprogramm. Die Hohenstein-Ernstthaler haben sie gemeinsam mit dem Thüringischen Institut für Textil- und Kunststoffforschung in Rudolstadt entwickelt. Den Wissenschaftlern war es gelungen, für die Strumpffertigung geeignete Lyocell-Zellulosefasergarne mit dem Anti-Zecken-Wirkstoff Permethrin auszurüsten. Die Lindner-Technologie ermöglicht es, dass an den Strümpfen das wirkstoffhaltige Garn außen sitzt und die mit der Haut in Berührung kommende Innenseite wirkstofffrei ist.

Neben diesen Neuheiten gehören zum Produktionssortiment des traditionsreichen Familienunternehmens Socken verschiedenster Art, Bein- und Armstrümpfe, Bandagen für die Sparten Mode, Gesundheitsschutz, Medizin und Sport. Zu Jahresbeginn hat das Strumpfwerk das auf den Vertrieb medizinischer Textilerzeugnisse spezialisierte Großhandelsunternehmen Venocare-Med in Sulzburg (Breisgau) übernommen und dessen Sitz nach Hohenstein-Ernstthal verlegt. Die Firma beliefert Apotheken, Sanitätshäuser und Kliniken.

Und der Betrieb fährt gut mit seiner Strategie der Expansion und Innovation. Das sieht auch der Verband der Nord-Ostdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie (vti) in Chemnitz so: „Die Entwicklung des Strumpfwerks Lindner ist ein Beispiel dafür, wie sich die mittelständischen Unternehmen unserer Branche mit der Erschließung neuer Marktsegmente erfolgreich auf die globalisierten Wettbewerbsbedingungen eingestellt haben“, schätzt Bertram Höfer, Hauptgeschäftsführer des Verbandes, ein. Noch vor 20 Jahren habe die Firma ausschließlich Socken und Strümpfe für den Modefachhandel hergestellt. Dieser bediene sich aber mittlerweile überwiegend ausländischer Lieferanten. „Bei einem alleinigen Festhalten an diesem wenig gewinnbringenden Sortiment hätte das Strumpfwerk Lindner in dieser Form wohl kaum überlebt“, ist Höfer überzeugt.

Damit wäre eine über 120-jährige Tradition zu Ende gewesen. Zum Glück ist dies nicht eingetreten. So bleibt das Lindner-Werk die älteste noch in Familienbesitz befindliche Strumpffabrik Deutschlands. Thomas Lindners Urgroßvater hatte sie 1890 gegründet. Er gehörte seinerzeit zu den Pionieren der Branche. In den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts kamen nahezu drei Viertel der Weltstrumpfproduktion aus der westsächsischen Textilregion.

Die Fertigungs- und Umsatzsteigerung in diesem Jahr wirkt sich auch auf die Mitarbeiterzahl aus. „Wir stellen uns personell auf Wachstum ein“, sagt Lindner kurz und knapp. Im April seien zur bis dahin 60-köpfigen Belegschaft eine Vertriebsleiterin und zwei Techniker hinzugekommen. Weitere Neueinstellungen seien vorgesehen.

Ulrich Langer

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