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Thüringen baut auf Erdwärme

Thüringen baut auf Erdwärme

Das Erdinnere wird zur Zentralheizung Thüringens: Bis 2015 soll in Meiningen ein erstes Pilotprojekt zur Nutzung der Erdwärme starten. Das Land hat sich jetzt die Bergrechte gesichert.

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Ingenieure führen zu Baubeginn eines Erdwärme-Wohnungsbauprojekts Bohrungen durch.

Quelle: dpa

Erfurt. Erhöhte Erdbebengefahr durch die Bohrungen bestehe nicht.

Tiefengeothermie bietet ein nahezu unerschöpfliches Potenzial: Bereits ab einer Tiefe von drei bis vier Kilometern wird es glühend heiß untertage. Thüringen will die Energie jetzt anzapfen, um Strom und Wärme zu gewinnen. Zwischen Erfurt und Meiningen sind die Bedingungen dafür am besten, ergab eine Studie des Wirtschaftsministeriums.

"Erdwärme kann als grundlastfähiger Energieträger ein wichtiger Teil des zukünftigen Energiemixes sein. Wir gehen jetzt gezielt auf Investoren zu", sagte Thüringens Wirtschaftsminister Matthias Machnig (SPD). Die Projektkosten für ein Kraftwerk werden auf 45 Millionen Euro veranschlagt. Die Stadtwerke Meiningen und das westfälische Bohrunternehmen Daldrup haben bereits Interesse signalisiert.

Das Tiefengeothermie-Kraftwerk könnte bis zu 5000 Haushalte mit Strom versorgen. Anders als Wind- oder Sonnenenergie bietet sich die Erdwärme aber vor allem für die Einspeisung in das Fernwärmenetz größerer Städte an. Bis in eine Tiefe von 3800 Meter sollen dazu in Meiningen zwei Bohrlöcher abgeteuft werden. Dort hat das Granitgestein eine Temperatur von etwa 130 Grad Celsius. Zwischen den Bohrungen werden hydraulisch feine Risse im heißen Gestein erzeugt, durch die kaltes Wasser gepresst, und erwärmt wieder an die Oberfläche gepumpt wird. Das Verfahren gilt als erprobt. In Deutschland sind derzeit 20 Kraftwerke dieser Art in Betrieb, weitere 90 sind in Bau oder Planung.

Dennoch sorgten Vorfälle wie in Basel oder Landau, wo die Bohrungen mittelschwere Erdbeben auslösten, oder im südbadischen Staufen, wo eine Gipsschicht durch das Wasser aufquoll und die Erde anhob, immer wieder für Kritik. Auch in Thüringen reagierten Bürgerinitiativen skeptisch auf die Pläne. Sie hatten sich gegründet, weil die kanadische Erdgasfirma BNK in Westthüringen ebenfalls mit Tiefenbohrungen und der umstrittenen Fracking-Technologie nach Gas suchen wollte - vor wenigen Wochen hat BNK die Pläne aber aufgegeben.

Machnig warnte vor Technologie-Skepsis: "Diese Neinsager-Kultur und Besserwisserei geht mir inzwischen ziemlich auf die Nerven. Wir dürfen nicht alles skandalisieren." Anders als beim Fracking werde für das Aufbrechen des Gesteins kein Chemiecocktail verwendet. Es bestehe außerdem in der ausgewiesenen Zone keine Erdbebengefahr.

Dies bestätigte ein Gutachten der Firma Jena Geos. "Wir haben bewusst Bereiche gewählt, die nicht geologisch gestört sind. Wir sind seismisch absolut stabil", sagte Geschäftsführer Andreas Schaubs. Dabei handelt es sich um den sogenannten Thüringer Hauptgranit, eine etwa 450 Millionen Jahre alte Gesteinsschicht. Nur im Norden und Osten Thüringens bebt die Erde häufiger, weshalb sich Tiefengeothermie hier nicht anbietet.

Machnig ist vom Potenzial überzeugt. "Sie ist erneuerbar, schadstofffrei, dezentral und vor allem ist sie grundlastfähig", betont der Wirtschaftsminister. Bis 2015 gebe es vom Bund einen Frühstarterbonus durch die Ökostrom-Umlage. Diese soll genutzt werden. Die Realisierung eines Kraftwerkes dauere etwa zwei Jahre. Unter Nutzung der Erneuerbare-Energien-Gesetz-Einspeisevergütung werde sich die Investition nach 20 Jahren rentieren. Die zu erwartende Rendite liege bei etwa zehn Prozent, sagte Daldrup-Projektleiter Peter Maasewerd. Auch er schätzt die Risiken gering ein. "Wir wissen, was uns dort unten erwartet. Es wird nichts passieren." Daldrup habe bereits mehrere Kraftwerke in Bayern und den Niederlanden - dort etwa für die Beheizung von Gewächshäusern - in Betrieb genommen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 19.02.2013

Robert Büssow

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